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Medizin

14. Juni 2018 Kleineres Injektionsvolumen von konzentriertem Mahlzeiteninsulin fördert Selbstmotivation von Diabetes-Patienten

Wenn bei Menschen mit Diabetes eine Therapie mit Insulin notwendig wird, reagieren diese zunächst häufig abwehrend. Beim Überwinden möglicher Barrieren hilft aus Sicht von PD Dr. Matthias Frank, Neunkirchen, eine gründliche Beratung über den zu erwartenden Nutzen dieser Therapie. Auch die Wahl eines konzentrierten Mahlzeiteninsulins wie Humalog® 200 kann den Patienten die Therapie erleichtern, erklärte der Diabetologe in einem Interview. Das geringe Injektionsvolumen habe psychologische Effekte, die die Motivation des Patienten unterstützen.
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Vorbehalte von Patienten gegenüber einer Behandlung mit Insulin können zu Verzögerungen bei der notwendigen Verbesserung der Blutzucker-Zielwerte führen. Um dies zu vermeiden, rät Frank dazu, auf die Gefühle des Patienten einzugehen und deutlich die Vorteile in Aussicht zu stellen, die diese Therapieform für ihn haben kann. „Im Zusammenhang mit Insulin haben Patienten das Gefühl, nun „richtig krank“ zu sein und verlieren an Motivation. Entscheidend ist dann, ihnen zu vermitteln, dass sich durch das Insulin ihre Lebensqualität und auch die Lebensprognose verbessern werden“, so Frank.

Dabei gelte es, individuell zu erfragen, wo der Patient Defizite verspürt, die durch die Therapie aufgefangen werden können. Ebenso wichtig sei, die Insulintherapie zu einem Zeitpunkt zu initiieren, zu dem der Lebenskomfort möglichst wenig gestört wird. „Dem Patienten zuhören, dann gemeinsam entscheiden und eine individuell passende Therapie umsetzen“, so lautet das Erfolgsrezept von Frank.
 
Psychologische Effekte kleiner Volumina nutzen

Auch die Wahl des passenden Insulins hält Frank für bedeutsam für den Erfolg der Insulintherapie. Aus Sicht des Diabetologen ist für viele Patienten ein konzentriertes Mahlzeiteninsulin wie beispielsweise Humalog® 200 vorteilhaft. Die konzentrierte Form von Insulin lispro bietet bei einem halbierten Volumen die gleiche glykämische Kontrolle wie die nichtkonzentrierte Form.  Das kleinere Volumen lässt sich nicht nur leichter injizieren, es hat auch einen psychologischen Effekt, wie Frank in seiner Praxis festgestellt hat: „Für die Betroffenen hat das Volumen eine höhere Bedeutung als die Anzahl der Einheiten. Wenn sie ein kleines Volumen spritzen, halten sie sich für weniger krank als bei einem großen Volumen“, so der Experte. „Zur Steigerung der Selbstmotivation des Patienten ist ein konzentriertes Mahlzeiteninsulin ein hervorragender Ansatz, mit dem ich gute Erfahrungen gemacht habe.“

Hinzu kämen praktische Vorteile für den Patienten: Da der Pen länger hält (1), werden weniger Rezepte benötigt. Dadurch sind seltener Praxisbesuche notwendig und die Zuzahlung wird halbiert. Auf Reisen sind weniger Ersatzpens erforderlich, so dass die Planung einfacher ist.

Leichtere Injektion dank geringerem Widerstand

Als geeignete Wahl sieht Frank das konzentrierte Mahlzeiteninsulin für alle Patienten an, die eine Insulinmenge ab 20 Einheiten täglich benötigen. Hinzu kommen Patienten, für die eine leichtere Injektion von Vorteil ist. „Gerade bei Menschen, die Schwierigkeiten haben, das gesamte Volumen vollständig zu injizieren, kommt es nicht selten zu einer ungenauen Dosierung mit nachfolgenden Schwankungen in der Blutzuckerkontrolle“, so Frank. Bei konzentriertem prandialen Insulin sei durch das geringere Volumen auch der Widerstand bei der Applikation geringer und es gelinge leichter, die gesamte Insulinmenge zu injizieren. Dies wirke sich dann auch auf das Therapieergebnis vorteilhaft aus.

Quelle: Lilly


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