Samstag, 14. Dezember 2019
Navigation öffnen
Anzeige:

Medizin

27. November 2018 Koronare Herzerkrankung: Alternative zur Standard-Therapie

Im klinischen Alltag können viele Patientengruppen bei perkutanen Koronarinterventionen (PCI) von einer effektiven P2Y12-Inhibition profitieren. In einer kürzlich erschienenen Publikation (1) wird diskutiert, bei welchen Indikationen der bislang einzige intravenös applizierbare P2Y12-Hemmer Cangrelor die antithrombozytäre Therapie verbessern kann.

Aktuelle Analyse zur Wirksamkeit von Cangrelor

Die duale Plättchenhemmung mit ASS und einem P2Y12-Inhibitor zur Verminderung von periinterventionellen Ischämien verbessert die Prognose für Patienten. Anhand der Daten aus mehreren groß angelegten randomisierten Studien mit über 24.000 Patienten, pharmakologischen Daten und Anwendungserfahrungen analysierten die Autoren, welche Patienten von einer Therapie mit Cangrelor (Kengrexal®) profitieren können. Cangrelor ist eine gut kontrollierbare Alternative zur Standardtherapie, nicht nur bei Hochrisiko- und Schockpatienten, sondern auch bei stabilen Patienten mit elektiven Eingriffen.

Cangrelor im klinischen Alltag

Die Ergebnisse zeigen, dass Cangrelor bei Patienten mit stabilen koronaren Herzerkrankungen, die i. d. R. mit Clopidogrel behandelt werden, die Plättchenhemmung bei PCI optimieren kann. Die schnelle und effektive antithrombozytäre Wirkung von Cangrelor ist insbesondere bei Interventionen mit hohem Risiko, wie bei Mehrgefäß-PCI oder Hauptstammstenosen sinnvoll, da durch periinterventionelle Ischämien ein hohes Mortalitätsrisiko besteht.

Das besonders hohe Risiko für Atherothrombosen bei akutem Koronarsyndrom erfordert eine schnelle und effektive Antiplättchen-Therapie. Dies können laut den Autoren orale P2Y12-Hemmer nicht gewährleisten, da ihre Wirkung frühestens nach 30 Minuten eintritt. Cangrelor wirkt hingegen unmittelbar. Studien belegen, dass Cangrelor im Vergleich zu dem oralen P2Y12-Inhibitor auch effektiver die Plättchenfunktion hemmt und durch seine kurze Halbwertszeit für Patienten mit hohem Blutungsrisiko und hoher Thrombuslast gut geeignet ist.

Die Autoren kommen zu dem Schluss, dass viele Patientengruppen von der gut kontrollierbaren und effektiven P2Y12-Inhibtion mit Cangrelor profitieren können.

Bei folgenden Indikationen können Patienten profitieren

• Elektive Eingriffe, stabile KHK,
• ACS (STEMI, NSTEMI),
• Kardiogener Schock,
• erhöhtes Blutungsrisiko,
• dringende herzchirurgische Eingriffe.

Quelle: Ferrer

Literatur:

(1) Droppa und Geisler: What is the Role of Cangrelor in Patients Undergoing PCI? Curr Vasc Pharmacol. 2018;16(5):484-489.


Das könnte Sie auch interessieren

Rezeptfreie Schmerzmittel: Packungsbeilage beachten und Apotheker fragen

Rezeptfreie Schmerzmittel: Packungsbeilage beachten und Apotheker fragen
© Nenov Brothers / Fotolia.com

Rezeptfreie Schmerzmittel sind wirksam und sicher. „Sie sollten jedoch – wie alle anderen Arzneimittel – strikt nach Packungsbeilage eingenommen werden“, sagt Dr. Elmar Kroth, Geschäftsführer Wissenschaft beim Bundesverband der Arzneimittel-Hersteller e.V. (BAH). Er reagiert damit auf den Fernsehbeitrag des ARD-Magazins Plusminus vom 13.09.2017, der rezeptfreie Schmerzmittel als gefährlich darstellt.

Jetzt gegen Grippe impfen lassen

Jetzt gegen Grippe impfen lassen
© Eisenhans / Fotolia.com

Die vergangene Grippesaison 2016/2017 sorgte in Deutschland für rund sechs Millionen Infektionen. Wer sich diesen Winter vor einer Grippe schützen möchte, sollte sich jetzt impfen lassen. „Der Körper benötigt nach der Grippeimpfung rund zwei Wochen, bis ein ausreichender Virenschutz aufgebaut ist. Wer sich rechtzeitig auf das größte Ansteckungsrisiko vorbereiten will, sollte also jetzt zum Arzt gehen“, sagt Dr. Ursula Marschall, leitende Medizinerin bei der BARMER. Insbesondere ältere Menschen mit Risiko für einen schweren...

Rolle der Selbstmotivation bei schweren Lungenerkrankungen wie Asthma und COPD

Rolle der Selbstmotivation bei schweren Lungenerkrankungen wie Asthma und COPD
© Sebastian Kaulitzki / Fotolia.com

Neben den oft schweren körperlichen Einschränkungen leiden Patienten mit einer chronischen Lungenerkrankung häufig auch an starken seelischen und psychischen Belastungen. Die Angst vor Atemnot, vor dem Fortschreiten der Krankheit oder vor sozialer Ausgrenzung kann auf Dauer Mutlosigkeit und Depressionen nach sich ziehen. Ein Teil der Therapie kann daher auch die Behandlung psychischer Belastungen sein sowie das Erlernen von Ansätzen, sich in schwierigen Zeiten selbst zu motivieren.

Der Patienten- und Pflegebeauftragte der Bayerischen Staatsregierung rät zur Patientenverfügung

Der Patienten- und Pflegebeauftragte der Bayerischen Staatsregierung rät zur Patientenverfügung
© Pixelot / fotolia.com

Die Patientenverfügung ist wichtig, wenn durch Unfall, Krankheit oder Alter der eigene Wille nicht mehr ausgedrückt werden kann. Denn: Angehörige dürfen im Ernstfall keine medizinischen Entscheidungen treffen. Darauf weist Christian Bredl, Chef der Techniker Krankenkasse (TK) in Bayern, hin. Er rät deshalb dazu, rechtzeitig eine Patientenverfügung schriftlich zu fixieren.  

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"Koronare Herzerkrankung: Alternative zur Standard-Therapie "

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der rsmedia GmbH widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.