Samstag, 20. Juli 2019
Navigation öffnen

Medizin

18. Mai 2012 Krankenkassen wehren sich gegen Unionsplan für geheime Pharmapreise

Die Krankenkassen warnen vor einem Scheitern der schwarz-gelben Arzneireform durch einen Unions-Vorstoß für die Geheimhaltung von Arzneimittelpreisen. Derzeit stehen die ersten Verhandlungen über Medikamentenpreise gemäß der Pharmareform AMNOG kurz vor dem Abschluss.
Anzeige:
Nachdem die Pharmakonzerne bisher bei neuen Medikamenten die Preise frei festlegen konnten, müssen sie nun mit dem Spitzenverband der Krankenkassen darüber verhandeln, wieviel die Kassen bezahlen. Der Erstattungspreis soll sich am Mehrwert für die Patienten ausrichten. Die CDU/CSU-Gesundheitspolitiker im Bundestag hatten mit dem Vorstoß, wonach die ausgehandelten Erstattungspreise geheim bleiben sollen, den Vorwurf des Pharmalobbyismus auf sich gezogen.

Der Kassen-Verband schlägt in einem «Argumentationspapier», das der dpa am Donnerstag vorlag, einen Kompromiss vor. Die ausgehandelten Erstattungspreise sollten zwar nicht offiziell veröffentlicht, aber in Teilen der Branche für bestimmte Zwecke bekannt werden.

«Wenn die ausgehandelten Erstattungspreise absolut geheim sind, ist das geplante Einsparziel der Arzneimittelreform ernsthaft gefährdet», hieß es dazu in Kassenkreisen. Der ausgehandelte Preis solle deshalb etwa Basis sein bei weiteren Verhandlungen oder weiteren späteren Preisregulierungen.

Ende Januar hatten der Pharmakonzern AstraZeneca und die Kassen die ersten Verhandlungen gemäß der neuen Vorgaben gestartet. Es geht um viele Millionen Euro allein für dieses eine Medikament. Insgesamt stehen bereits für 21 Mittel Verhandlungstermine fest.

Während in der Union betont wird, gerade Geheimhaltung könne es den Pharmafirmen ermöglichen, sich auf höhere Rabatte einzulassen, monieren Kritiker, mangelnde Transparenz führe zu höheren Preisen.

Quelle:


Stichwörter

Das könnte Sie auch interessieren

Migräne: „World Brain Day“ widmet sich individualisierter Therapie

Migräne: „World Brain Day“ widmet sich individualisierter Therapie
© Sebastian Kaulitzki / Fotolia.com

Der „World Brain Day“ widmet sich am 22. Juli dem Thema Migräne. In Deutschland sind etwa 10% der Bevölkerung von Migräne betroffen, Frauen etwa doppelt so häufig wie Männer. Doch viele werden nicht diagnostiziert und ärztlich behandelt – sie therapieren sich stattdessen lieber selbst. Nicht selten führt das zu Chronifizierung und neuen Kopfschmerzen, denn Schmerzmedikamente können bei häufiger Einnahme Kopfschmerzen verursachen oder verstärken. Dabei lasse sich durch eine leitliniengerechte und individualisierte Therapie...

Mehr als heiße Luft - Bei Sommerhitze die Ozonwerte im Auge behalten

Mehr als heiße Luft - Bei Sommerhitze die Ozonwerte im Auge behalten
© Thaut Images / Fotolia.com

Bei anhaltend hohen Temperaturen steigt auch die Ozonkonzentration in der Luft. „Das schädliche Gas kann bei empfindlichen Menschen die Augen reizen, Hustenanfälle auslösen oder Kopfschmerzen verursachen“, sagt Dr. Ursula Marschall. Die leitende Medizinerin bei der BARMER empfiehlt deshalb insbesondere älteren Menschen und chronisch Kranken bei hohen Ozonwerten körperliche Anstrengungen zu reduzieren.

Rezeptfreie Schmerzmittel: Packungsbeilage beachten und Apotheker fragen

Rezeptfreie Schmerzmittel: Packungsbeilage beachten und Apotheker fragen
© Nenov Brothers / Fotolia.com

Rezeptfreie Schmerzmittel sind wirksam und sicher. „Sie sollten jedoch – wie alle anderen Arzneimittel – strikt nach Packungsbeilage eingenommen werden“, sagt Dr. Elmar Kroth, Geschäftsführer Wissenschaft beim Bundesverband der Arzneimittel-Hersteller e.V. (BAH). Er reagiert damit auf den Fernsehbeitrag des ARD-Magazins Plusminus vom 13.09.2017, der rezeptfreie Schmerzmittel als gefährlich darstellt.

An die Leber denken und Experten befragen: Kostenfreie Telefonaktion zum Deutschen Lebertag am 20. November

An die Leber denken und Experten befragen: Kostenfreie Telefonaktion zum Deutschen Lebertag am 20. November
© ag visuell / Fotolia.com

Bei einer großen Telefonaktion am 18. Deutschen Lebertag, der unter dem Motto „An die Leber denken!“ steht, beantworten sechs erfahrene Ärzte alle Anrufer-Fragen rund um die Themen Leber, Lebergesundheit und Lebererkrankungen. Am Montag, 20. November 2017, sind die Leber-Spezialisten von 14:00 bis 16:00 Uhr unter der kostenfreien Telefonnummer 0800 666 39 22 für jeden Interessierten und Betroffenen erreichbar. Mit diesem Angebot möchten die Ausrichter des 18. Deutschen Lebertages – Deutsche Leberstiftung, Deutsche Leberhilfe e. V. und Gastro-Liga e....

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"Krankenkassen wehren sich gegen Unionsplan für geheime Pharmapreise"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der rsmedia GmbH widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.