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Medizin

18. Mai 2012 Krankenkassen wehren sich gegen Unionsplan für geheime Pharmapreise

Die Krankenkassen warnen vor einem Scheitern der schwarz-gelben Arzneireform durch einen Unions-Vorstoß für die Geheimhaltung von Arzneimittelpreisen. Derzeit stehen die ersten Verhandlungen über Medikamentenpreise gemäß der Pharmareform AMNOG kurz vor dem Abschluss.
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Nachdem die Pharmakonzerne bisher bei neuen Medikamenten die Preise frei festlegen konnten, müssen sie nun mit dem Spitzenverband der Krankenkassen darüber verhandeln, wieviel die Kassen bezahlen. Der Erstattungspreis soll sich am Mehrwert für die Patienten ausrichten. Die CDU/CSU-Gesundheitspolitiker im Bundestag hatten mit dem Vorstoß, wonach die ausgehandelten Erstattungspreise geheim bleiben sollen, den Vorwurf des Pharmalobbyismus auf sich gezogen.

Der Kassen-Verband schlägt in einem «Argumentationspapier», das der dpa am Donnerstag vorlag, einen Kompromiss vor. Die ausgehandelten Erstattungspreise sollten zwar nicht offiziell veröffentlicht, aber in Teilen der Branche für bestimmte Zwecke bekannt werden.

«Wenn die ausgehandelten Erstattungspreise absolut geheim sind, ist das geplante Einsparziel der Arzneimittelreform ernsthaft gefährdet», hieß es dazu in Kassenkreisen. Der ausgehandelte Preis solle deshalb etwa Basis sein bei weiteren Verhandlungen oder weiteren späteren Preisregulierungen.

Ende Januar hatten der Pharmakonzern AstraZeneca und die Kassen die ersten Verhandlungen gemäß der neuen Vorgaben gestartet. Es geht um viele Millionen Euro allein für dieses eine Medikament. Insgesamt stehen bereits für 21 Mittel Verhandlungstermine fest.

Während in der Union betont wird, gerade Geheimhaltung könne es den Pharmafirmen ermöglichen, sich auf höhere Rabatte einzulassen, monieren Kritiker, mangelnde Transparenz führe zu höheren Preisen.

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