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Medizin

11. Mai 2015 Langzeitmanagement der topischen Psoriasis-Therapie - Wie sich Adhärenz und Krankheitskontrolle im Praxisalltag verbessern lassen

Bei Psoriasis ist ein effektives Management der topischen Langzeittherapie Voraussetzung für eine anhaltende Krankheitskontrolle. Der Schlüssel zum Erreichen dieses anspruchsvollen Therapiezieles ist die Applikation von wirksamen, verträglichen und zugleich anwenderfreundlichen Topika und eine proaktive Patientenführung im Sinne einer therapeutischen Allianz. Im Rahmen der 48. Jahrestagung der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft (DDG) erläutern ausgewiesene Experten anhand neuer Studienergebnisse, wie innovative Kommunikationsinstrumente und  anwenderfreundliche Galeniken die Therapietreue von Psoriasis-Patienten unterstützen können.

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Basistext

Aufgrund einer hohen Patientenzufriedenheit ist die Gelform der Fixkombination von Calcipotriol und Betamethason in der Erhaltungstherapie von Vorteil, wobei eine feste, zweimal wöchentliche Anwendung höhere Remissionsraten erzielt als eine Langzeittherapie nach Bedarf.

Non-Adhärenz ist eine wesentliche Herausforderung im Management der Psoriasis. Aus zahlreichen Studien geht hervor, dass bis zu 70% der Patienten in Bezug auf die Applikation von Topika nicht adhärent sind. Die Ursache für die mangelnde Therapietreue liege häufig bei der verordneten Medikation selbst, berichtet Prof. Dr. Ulrich Mrowietz, Kiel. Kosmetische Nichtakzeptanz, Zeitaufwand und Häufigkeit der Anwendung sowie das Auftreten von Nebenwirkungen haben einen erheblichen Einfluss auf die Therapietreue. "Wenn die Wirkung von Topika ausbleibt, sollten wir an ein mögliches Adhärenz-Problem denken und versuchen, das Krankheitsmanagement zu optimieren", riet Mrowietz.
Bislang gab es keine Studien zur Verbesserung der Adhärenz in der topischen Langzeittherapie der Psoriasis. Als erste prospektive randomisierte, kontrollierte Studie überhaupt ging die PSO-TOP-Studie gezielt der Frage nach, welche Instrumente zur Verbesserung der Adhärenz und der Arzt-Patienten-Beziehung herangezogen werden können. Im Rahmen der neuen Studie wurde das speziell entwickelte Programm TTOP (Topical Treatment Optimization Program) getestet. TTOP besteht aus einem Patientenfragebogen, Kommunikationsinstrumenten und Informationsmaterialen über die Dermatose und ihren Behandlungsmöglichkeiten. "Ziel des Programms ist es, die Kommunikation zwischen Arzt und Patient zu optimieren, den Patienten ausführlich aufzuklären und ihn in die Therapieplanung einzubinden, um die Ädhärenz zu verbessern", so Mrowietz.

Europaweit nahmen 1.956 Patienten mit aktiver milder bis mäßiger Psoriasis - allesamt Non-Responder unter einer vorausgegangenen topischen Therapie – an der Phase-IV-Studie teil. Sie erhielten über einen Zeitraum von 64 Wochen die Fixkombination mit 50 µg Calcipotriol und 0,5 mg Betamethason in Gelform (Daivobet® Gel) 1x täglich, entweder im Rahmen einer optimierten Therapie mit TTOP oder als Standardtherapie. Die Zwischenergebnisse nach acht Wochen weisen auf eine hohe Wirksamkeit von Calcipotriol/Betamethason in Gelform hin. Acht Wochen nach der Umstellung auf die Fixkombination waren die Symptome bei mehr als einem Drittel (36,7%) der Studienteilnehmer entweder vollständig oder nahezu abgeheilt. Zudem bevorzugten 9 von 10 Patienten das Gel gegenüber der Vortherapie.

Expertenempfehlungen zum Langzeitmanagement

Um im Praxisalltag die Remissionsrate zu erhöhen und die Schubrate zu senken, bedarf es eines suffizienten und einfachen Therapieregimes. "Das Langzeitmanagement der Psoriasis findet derzeit sowohl in der S3-Leitlinie als auch im Praxisalltag noch zu wenig Beachtung",  bemängelte Dr. Arnd Jacobi, Hamburg. Um die bestehenden Wissenslücken zu schließen, wurde die aktuelle Versorgungsstudie PSO-LONG 1 durchgeführt. An der offenen, multizentrischen Fragebogenstudie nahmen deutschlandweit 2.644 Dermatologen teil. Die Studie gibt einen guten Einblick in die derzeitige Versorgungssituation von Psoriasis-Patienten. Topische Vitamin-D-Analoga gehören demnach zwar zum festen Repertoire der befragten Ärzte; allerdings zeigten sich starke regionale Unterschiede in der Herangehensweise an die topische Langzeittherapie. Dies betreffe auch die Wirkstoffauswahl und die Anwendungsdauer, so Jacobi. Vor allem hapere es im Versorgungsalltag noch an der Umsetzung neuerer Erkenntnisse zur Langzeittherapie. So werde beispielsweise die klinische und wirtschaftliche Überlegenheit der Kombination aus Vitamin-D-Analoga und Steroiden bisher allenfalls nur teilweise berücksichtigt.

Ein Expertenteam hat die Evidenzlage zur topischen Langzeittherapie im Rahmen einer systematischen Literaturrecherche genauer unter die Lupe genommen und die Ergebnisse der Datenanalyse in einem Positionspapier zusammengefasst. Aufgrund des guten Nutzen-Risiko-Profils in Studien zur Erhaltungstherapie und aufgrund der höheren Wirtschaftlichkeit raten die Experten, im Anschluss an die Initialtherapie zu einer ein- bis zweimal wöchentlichen Applikation der Fixkombination Calcipotriol/Betamethason, wobei die hohe Patientenzufriedenheit eindeutig für die Gelform spricht. "In Anbetracht der unzureichenden Adhärenz der Patienten in der Erhaltungstherapie sollten wir verstärkt auf die Adhärenz-fördernde Galenik des Gels setzen", resümierte Jacobi. Außerdem zeichne sich die Fixkombination durch eine ergänzende und synergistische Wirkung aus, die bei regelmäßiger Anwendung eine anhaltende Symptomkontrolle ermögliche. Betamethason wirkt primär entzündungshemmend und mildert periläsionale Hautirritationen des Vitamin-D3-Derivats Calcipotriol. Dieses hat antiproliferative Eigenschaften und wirkt wiederum dem atrophogenen Effekt des Kortikosteroids entgegen.
 
Als effektive und patientenfreundliche Strategie hat sich die Intervalltherapie mit regelmäßiger 2x wöchentlicher Applikation von Daivobet® Gel erwiesen. In der Erhaltungstherapie ist diese Strategie einer Anwendung bei Bedarf klar überlegen. Studiendaten zeigen, dass 4 von 5 Patienten bei 2x wöchentlicher Anwendung  des Gels über 12 Wochen schubfrei bleiben.

PD Dr. Thomas Rosenbach, Osnabrück, wies auf die Bedeutung einer gut funktionierenden therapeutischen Allianz hin, bei der der Arzt den Patienten mit seinen individuellen Sorgen und Wünschen aktiv in alle Entscheidungen einbezieht und ihn als gleichwertigen Partner akzeptiert. Gerade wenn es um die Berücksichtigung der Patientenwünsche gehe, biete Daivobet® Gel aufgrund seines günstigen Wirksamkeits- und Verträglichkeitsprofils, der anwenderfreundlicheren Lipidgel-Galenik und der einfachen ein- bis zweimal wöchentlichen Anwendung zahlreiche Vorteile für die topische Erhaltungstherapie bei Psoriasis. "Wenn wir den Patienten und seine Bedenken ernst nehmen, ihm die Notwendigkeit der Erhaltungstherapie und die Vorteile der modernen Gelformulierung erläutern, wird die Behandlung auch langfristig gut akzeptiert", so die Erfahrung des Dermatologen.

Quelle: LEO


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