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Medizin

12. September 2017 Levomethadon nun auch gegen starke Schmerzen

Bisher wurde Levomethadon hauptsächlich zur Substitution opioidabhängiger Patienten eingesetzt und war dementsprechend zugelassen. Seit dem 15. Juni 2017 kann der Arzneimittelhersteller Hexal als bisher einziger Anbieter levomethadonhaltige Tabletten mit der Indikation „Starke Schmerzen bei Erwachsenen“ zur Verfügung stellen.
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Fachinformation
Der Wirkstoff Levomethadon, ein synthetisches Opioid mit starker analgetischer Potenz, wird momentan in der Schmerztherapie vielfach diskutiert. Er wird im Rahmen der Therapie starker Schmerzen speziell auch bei neuropathischen Schmerzen (1) und bei Opioidtoleranz (2) eingesetzt.

Levomethadon HEXAL® (ATC-Code: N02AC06) gibt es als Tablette mit 5 mg, die auf jeweils 2,5 mg aufgeteilt werden kann. Bei Erwachsenen wird eine Einzeldosis von 7,5 mg empfohlen, in bestimmten Fällen kann die Anfangsdosis auch nur 2,5 mg betragen (3). Diese empfohlenen Dosierungen stellen Anhaltspunkte für den Arzt dar – eine individuelle Dosierung und Abstimmung der Medikation auf den Patienten bzw. den speziellen Schmerz ist jedoch unabdingbar. Grundsätzlich empfiehlt es sich, die kleinste analgetisch wirksame Dosis zu wählen. Bei extrem starken Schmerzzuständen – wie zum Beispiel bei Karzinomschmerzen – kann von den Basisempfehlungen abgewichen werden. Dabei ist zu beachten, dass Levomethadon vier bis zwanzig Mal so potent ist wie Morphin (4). Es wird außerdem empfohlen, den Patienten während der Wirkungsdauer von Levomethadon ruhen zu lassen.

Bei Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der sonstigen Bestandteile, im ersten Schwangerschaftstrimenon oder bei einer Behandlung mit MAO-Hemmern, bzw. bis zu zwei Wochen nach deren Absetzen, ist Levomethadon HEXAL® kontraindiziert. Eine weitere Kontraindikation stellt die gleichzeitige Anwendung von Opioidantagonisten bzw. gemischten Opioidagonisten/-antagonisten wie Pentazocin und Buprenorphin dar.

Bedarfsdosierter Wechsel

Ein Wechsel in der Praxis sollte laut einer Studie, in der das German model of Levomethadon conversion (GMLC) (5) vorgestellt wird, wie folgt aussehen: Als Anfangsdosierung werden 5 mg empfohlen – unabhängig von dem vorangegangenen Opioid – bei einem Dosierungsintervall von jeweils vier Stunden (plus bei Bedarf stündlich). Die Dosisanpassung richtet sich nach Schmerzintensität und den tolerierbaren Nebenwirkungen. In der Erhaltungsphase kann das Dosierungsintervall auf acht Stunden ausgeweitet werden (plus bei Bedarf 3-stündlich), wodurch sich die Tagesdosis um 50% reduzieren lässt.

Quelle: Hexal

Literatur:

(1) Foley KM.: Opioids and chronic neuropathic pain. N Engl J Med 2003; 348:1279–1281.  
(2) Davis MP, Walsh D: Methadone for relief of cancer pain: a review of pharmacokinetics, pharmacodynamics, drug interac-tions and protocols of administration.  Support Care Cancer 2001; 9:73–83.
(3) Fachinformation Levomethadon HEXAL®, Abschnitt „Besondere Patientengruppen“, Stand April 2017.
(4) Aulbert E., Nauck F. & Radbruch L.: Lehrbuch der Palliativmedizin, Schattauer Verlag, 3. Auflage, 2011.
(5) Ostgathe C. et al. Practicability, safety, and efficacy of a “German model” for opioid conversion to oral levomethadone. Sup-port Care Cancer (2012) 20;2105-2110.
 


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