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Medizin

29. November 2018 Lipidmanagement: Therapiebegleitprogramm verbessert Adhärenz

Beim Lipidmanagement erweist sich mangelnde Adhärenz als eine wesentliche Herausforderung für den Therapieerfolg. Eine ausführliche Aufklärung über ihre Erkrankung und die Wichtigkeit der Medikation kann die Therapietreue von Patienten verbessern (1,2). Für ausgedehnte Gespräche bleibt im Praxisalltag jedoch wenig Zeit (3). Ein Therapiebegleitprogramm gibt Ärzten die Möglichkeit, Patienten wertvolles Wissen rund um ihre Fettstoffwechselstörung auch außerhalb der Sprechstunde zu vermitteln, um so die Adhärenz zu steigern.
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Die Therapieadhärenz der Patienten ist entscheidend für eine erfolgreiche LDL-Senkung. So geht bei Hypercholesterinämie Non-Adhärenz mit erhöhter Morbidität und Mortalität einher. Das Risiko für einen Myokardinfarkt war um 26% höher und für einen Tod durch Herz-Kreislauf-Erkrankungen um 18% höher als bei adhärenten Patienten (4).

Herausforderung bei der Senkung des LDL-Cholesterins

Es werden also Strategien benötigt, um die Adhärenz und damit die Gesundheit von Dyslipidämie-Patienten zu verbessern. Hohe LDL-Werte führen allerdings nur selten zur Beeinträchtigung der Lebensqualität der Betroffenen, was bedeutet, dass sich die Wirkung eines Medikaments nicht unmittelbar an einer Besserung der Symptome ablesen lässt. Auch die Auswirkungen ihrer Erkrankung und die Notwendigkeit einer Behandlung sind Patienten nicht immer bewusst (1,2). Häufig fehlt dann die Motivation, den Lebensstil zu ändern oder Medikamente regelmäßig einzunehmen.

Wahl der Therapie beeinflusst Adhärenz

Zur Cholesterinsenkung werden in der Regel Statine eingesetzt. Allerdings nahmen z. B. bereits ein halbes Jahr nach Behandlungsbeginn mindestens 25% der Hypercholesterinämie-Patienten, in einer großen kanadischen Kohortenstudie, die verordneten Statine nicht mehr ein (5). Die Gründe sind beispielsweise auch Angst vor unerwünschten Nebenwirkungen (2) und der ablehnenden Darstellung von Statinen in den Medien (1). So stiegen die Abbruchzahlen einer Behandlung um 9%, wenn es während der Therapiephase negative Berichte über Statine gab (4).

Mit jeder Reduktion des LDL-Cholesterins um 1 mmol/l (38,7 mg/dl) kann eine Senkung der Gesamtmortalität bei Männern um 10% und bei Frauen um 9% erreicht werden. Kardiovaskuläre Ereignisse können um 24% und das Schlaganfallrisiko um insgesamt 15% verringert werden (6). Allerdings wird in Deutschland unter Atorvastatin der individuell empfohlene LDL-Zielwert oft nicht erreicht (7). In solchen Fällen wird die zusätzliche Gabe eines Cholesterinresorptionshemmers, wie Ezetimib, empfohlen (8). Eine Fixkombination aus Statin und Ezetimib (wie z.B. Tioblis®) kann außerdem die Tablettenlast für Patienten reduzieren und das Management der Therapie vereinfachen. In einer US-Studie zu verschiedenen Lipidkombinationen ergab sich eine um 32% höhere Adhärenz bei der Fixkombination, verglichen mit Patienten, die eine freie Kombination der gleichen Wirkstoffe* einnahmen. Die Studie beschreibt Kombinationstherapien als einen signifikanten Faktor in der Adhärenzerhöhung (9).

Onlineportal verbessert Arzt-Patienten-Kommunikation

Eine erfolgreiche Cholesterinsenkung erfordert nicht nur eine Anpassung des Lebensstils von Patienten und die Optimierung der Risikofaktoren (8), sondern ebenso die Aufklärung Betroffener sowie die Verbesserung der Kommunikation zwischen Arzt und Patient (1). Für vertiefende Gespräche bleibt im Sprechzimmer aber kaum Zeit, da dem Arzt pro Patient im Schnitt nur 7,6 Minuten für Anamnese, Diagnose und Erläuterungen zur Verfügung stehen (3). Hier setzt das Therapiebegleitprogramm TheraKey® zum Thema Fettstoffwechselstörungen von Berlin-Chemie an, das Ärzte bei der Patientenkommunikation sowie der Aufklärung über die Erkrankung, deren Folgen und Therapieoptionen unterstützt. Anhand von Texten, Animationen, Erfahrungsberichten von anderen Betroffenen sowie zahlreichen Expertenvideos bekommen Hypercholesterinämie-Patienten wissenschaftlich geprüfte Inhalte spielerisch vermittelt. Patientenbroschüren, Schaukarten, Praxisposter sowie individuelle Empfehlungen vom Arzt, welche Inhalte des Onlineportals angesehen werden sollten, runden das Konzept ab. Mehr Verständnis für die Folgen von hohen LDL-Werten sowie das Wissen um die Bedeutung einer konsequenten Therapiedurchführung können zu einer erhöhten Adhärenz führen (1,8). 

* Simvastatin/Ezetimib, Simvastatin/Niacin oder Lovastatin/Niacin
 

Quelle: Berlin Chemie

Literatur:

(1) Lansberg P et al. Vascular Health and Risk Management 2018:14 91-102.
(2) Laufs U et al. Dtsch Med Wochenschr 2011; 136: 1616-1621.
(3) Bahrs O. GGW 1/2003; 3:17-23.
(4) Nielsen SF et al. Eur Heart J 2016; 37 (11), 908-916.
(5) Jackevicius CA, et al. JAMA 2002; 288: 462-467.
(6) Cholesterol Treatment Trialists’ (CTT) Collaborators, Fulcher J et al. Lancet 2015; 385: 1397-1405.
(7) Laufs U et al. Clin Res Cardiol (2016) 105:783-90.
(8) Catapano AL et al. Eur Heart J 2016; doi: 10.1093/eurheartj/ehw272.


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