Samstag, 24. August 2019
Navigation öffnen

Medizin

08. Mai 2019 Lipödem: Klinische Studie zu Liposuktion und Schmerzlinderung

Die Vor- und Nachteile einer operativen Fettabsaugung als Behandlung gegen die chronische Fettverteilungsstörung bei Frauen – das Lipödem – untersuchen im Auftrag des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) die Hautklinik am Klinikum Darmstadt und das Zentrum für Klinische Studien Köln (ZKS) an der Medizinischen Fakultät der Universität zu Köln. Die Konsortialführung obliegt beim ZKS-Leiter Prof Dr. med. Oliver Cornely, die klinische Studienleitung bei Klinikdirektor PD Dr. med. Maurizio Podda.
Anzeige:
Gesamtstudiendauer von 63 Monaten
 
„Wir rechnen mit einer Rekrutierungsphase von etwa einem halben Jahr, die Dauer der Run-in-Phase und der Nachbeobachtungszeit pro Patientin beträgt insgesamt 43 bis 48 Monate, damit beträgt die gesamte Studiendauer 63 Monate, bis wir tragfähige Erkenntnisse gewinnen. In den nächsten Jahren werden wir also deutlich mehr über die Bedeutung der Fettabsaugung beim Lipödem wissen“, so Privatdozent Dr. Maurizio Podda, Direktor der Hautklinik des Klinikums Darmstadt und Studienleiter der Erprobungsstudie.

Auswahl über Studienzentren 

Patientinnen, die an der Studie Liposuktion bei Lipödem teilnehmen möchten, müssen sich direkt an ihre gesetzliche Krankenkasse wenden. Die Auswahl der Patientinnen wird weder von der Hautklinik am Klinikum Darmstadt noch vom Zentrum für Klinische Studien Köln (ZKS) getroffen, sondern von denjenigen Studienzentren, die aktuell ausgewählt werden.

Ziel: Optimale Methode zur Schmerzlinderung 

Beim Lipödem, das fast ausnahmslos Frauen trifft, nehmen Beine und Arme im Laufe des Lebens stark an Volumen zu, wobei die Körpermitte sowie Hände und Füße schlank bleiben. Patientinnen sind von Schmerzen, Blutergüssen und Ödemen belastet. Im Januar 2018 hatte der G-BA die Studie zur Fettabsaugung beim Lipödem beschlossen und nun die beiden Konsortionalpartner mit der Durchführung beauftragt. Mit der Studie werden die Vor- und Nachteile der Absaugung gegenüber einer alleinigen nichtoperativen Behandlung mit der „Komplexen Physikalischen Entstauungstherapie“ in einer randomisierten, kontrollierten, multizentrischen Studie wissenschaftlich untersucht. Ziel ist es, zu überprüfen, mit welcher Methode nach 12 Monaten der Schmerz der Patientin erfolgreicher gelindert werden konnte.

Liposuktion bislang keine Kassenleistung

Fettabsaugung ist seit über 20 Jahren in der Hautklinik am Klinikum Darmstadt etabliert. Beim Lipödem wird die Fettabsaugung bereits seit über 10 Jahren in den Operationsräumen der Hautklinik als Behandlungsalternative bei dieser die Lebensqualität stark einschränkenden Erkrankung routinemäßig durchgeführt. Allerdings müssen Patientinnen die Kosten für diese chirurgischen Eingriffe bisher teilweise oder ganz selbst übernehmen. Ob diese Liposuktionen künftig als Kassenleistungen angeboten werden – diese Entscheidung wird die Studie evidenzbasiert untermauern können. Im Rahmen der Studie sollen 405 Patientinnen mit gesichertem Lipödem der Beine deutschlandweit in bis zu 14 Zentren behandelt werden. Die Studie sieht maximal 4 operative Eingriffe vor und erstreckt sich über einen Beobachtungszeitraum von 12 Monaten sowie einer zusätzlichen Nachbeobachtungszeit von weiteren 24 Monaten.

Quelle: Klinikum Darmstadt


Das könnte Sie auch interessieren

Der Patienten- und Pflegebeauftragte der Bayerischen Staatsregierung rät zur Patientenverfügung

Der Patienten- und Pflegebeauftragte der Bayerischen Staatsregierung rät zur Patientenverfügung
© Pixelot / fotolia.com

Die Patientenverfügung ist wichtig, wenn durch Unfall, Krankheit oder Alter der eigene Wille nicht mehr ausgedrückt werden kann. Denn: Angehörige dürfen im Ernstfall keine medizinischen Entscheidungen treffen. Darauf weist Christian Bredl, Chef der Techniker Krankenkasse (TK) in Bayern, hin. Er rät deshalb dazu, rechtzeitig eine Patientenverfügung schriftlich zu fixieren.  

Depression – verstecken ist kein Ausweg

Depression – verstecken ist kein Ausweg
© www.deinwegraus.de

Unter dem Titel „Depression – verstecken ist kein Ausweg“ macht das Freiburger Bündnis gegen Depression mit einer Kampagne auf sein Anliegen aufmerksam. Prof. Berger, Vorsitzender des Freiburger Bündnisses e.V. gegen Depression betont, dass depressive Störungen, obwohl sie zu den häufigsten Erkrankungen in Deutschland gehören, hinsichtlich ihrer Bedeutung noch immer stark unterschätzt werden. Dabei hat gerade erst eine weltweit durchgeführte Studie der WHO („Global burden of disease“) gezeigt: Depressionen sind eine der...

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"Lipödem: Klinische Studie zu Liposuktion und Schmerzlinderung "

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der rsmedia GmbH widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.