Mittwoch, 17. Juli 2019
Navigation öffnen

Medizin

23. März 2017 Luftverschmutzung kann Antibiotika hemmen

Luftverschmutzung ist eine Gefahr für die Gesundheit – und das auf eine viel komplexere Art, als man denkt. Denn sie beeinflusst sowohl Bakterien als auch die Wirksamkeit von Antibiotika, so Forscher der University of Leicester. Pneumokokken wandern dank Ruß eher von der Nase in die unteren Atemwege. Zudem beeinflusst Ruß ausgerechnet die Antibiotika-Toleranz des ohnehin oft multiresistenten Staphylococcus aureus.
Anzeige:
Fachinformation
"Diese Arbeit verbessert unser Verständnis, wie sich Luftverschmutzung auf die menschliche Gesundheit auswirkt", meint Julie Morrissey, Professorin für Mikrobielle Genetic. Sie ist Teil jenes interdisziplinären Teams, das sich in einer aktuellen Studie mit der Auswirkung von Luftverschmutzung, insbesondere Ruß, auf Bakterien im menschlichen Körper befasst hat. Im Fokus standen der durch MRSA-Stämme bekannten Staphylococcus aureus sowie Pneumokokken (Streptococcus pneumoniae).

Die Forscher haben festgestellt, dass Ruß die Bildung und das Wachstum bakterieller Gemeinschaften beeinflusst. Unter anderem erleichtert er Pneumokokken die Ausbreitung von den oberen in die unteren Atemwege - begünstigt also letztlich die Entstehung einer Lungenentzündung. Zudem wirkt sich Ruß auf die Antibiotikatoleranz beider ohnehin oft resistenter Bakterien aus. Bei Pneumokokken fördert er insbesondere die Resistenz gegen Penicillin und damit das Mittel der Wahl bei der Behandlung bakterieller Lungenentzündung.

Neues Verständnis

"Diese Arbeit hat das Potenzial eine globale Forschungsbemühung zu zünden, einen bislang unbekannten Effekt der Luftverschmutzung zu verstehen", so Paul Monks, Luftverschmutzungs-Experte und Leiter des College of Science and Engineering der University of Leicester.
 

Quelle: pte

Literatur:

Hussey SJ, Purves J, Allcock N et al.
Air pollution alters Staphylococcus aureus and Streptococcus pneumoniae biofilms, antibiotic tolerance and colonisation.
Environ Microbiol. 2017 Feb 14. doi: 10.1111/1462-2920.13686.
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/28195384


Das könnte Sie auch interessieren

Biopharmazeutika sind den meisten Deutschen unbekannt

Biopharmazeutika sind den meisten Deutschen unbekannt
© Darren Baker / Fotolia.com

Naturheilmittel oder neuer Trend der Bio-Welle? 94 Prozent der Deutschen können mit dem Begriff Biopharmazeutika nichts anfangen (1). Oftmals werden hinter dem Begriff Naturheilmittel vermutet. Dabei handelt es sich um Arzneimittel, die biotechnisch hergestellt oder aus gentechnisch veränderten Organismen gewonnen werden und mit dem Ziel der Bekämpfung einer Krankheit in die Vorgänge des Körpers eingreifen. Insulin ist ein bekanntes Beispiel. Wem das erklärt wird, der ist gerne zur Einnahme eines solchen Arzneimittels bereit. Das sind Ergebnisse einer...

Warum alltägliche und seelische Belastungen wichtig werden können

Warum alltägliche und seelische Belastungen wichtig werden können
© Sebastian Kaulitzki / Fotolia.com

Fast jeder kennt Kreuzschmerzen. Sie sind in den meisten Fällen harmlos und gehen nach kurzer Zeit von alleine wieder weg. Halten die Schmerzen jedoch länger an, fragen sich viele Betroffene, woher ihre Beschwerden kommen. Wichtig für Sie zu wissen ist: Auch alltägliche, seelische oder berufliche Probleme können Kreuzschmerzen hervorrufen und deren Verlauf beeinflussen. Deshalb soll Ihre Ärztin oder Ihr Arzt Sie vor und während der Behandlung gezielt auf Belastungen im Privatleben und am Arbeitsplatz ansprechen.

Nüsse sind kein Ersatz für die Darmspiegelung

Nüsse sind kein Ersatz für die Darmspiegelung
© fredredhat / Fotolia.com

Magen-Darm-Ärzte mahnen zur Vorsicht bei Meldungen über bestimmte Nahrungsmittel, die vor Krebs schützen sollen. „Öffentliche Erklärungen wie gerade mal wieder von Ernährungswissenschaftlern der Uni Jena über den Schutzmechanismus von Nüssen sind eher irreführend als hilfreich“, betont Dr. Dagmar Mainz, die Sprecherin der niedergelassenen Magen-Darm-Ärzte. „Auch Nusskonsumenten sind vor Darmkrebs nicht gefeit. Sicherheit bietet nur die Darmspiegelung.“

Plötzlicher Blutdruck-Anstieg: Wann den Notarzt (112) rufen?

Plötzlicher Blutdruck-Anstieg: Wann den Notarzt (112) rufen?
© JPC-PROD / Fotolia.com

Regelmäßiges Blutdruckmessen ist die wichtigste Vorsorgemaßnahme, um die schwerwiegenden Folgen eines unbehandelten Bluthochdrucks wie Schlaganfall, Herzinfarkt, Herzschwäche, Vorhofflimmern oder Nierenschädigung zu verhindern. Besonders problematisch ist es, wenn der Blutdruck plötzlich ansteigt und Werte in Ruhe z. B. von 190-200 mmHg (oberer Wert) oder mehr erreicht. Für Patienten entscheidend für das weitere Vorgehen in dieser beunruhigenden Situation ist, ob der hohe Blutdruck nur mit geringfügigen Missempfindungen wie Gesichtsröte,...

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"Luftverschmutzung kann Antibiotika hemmen"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der rsmedia GmbH widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.