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Medizin

11. Oktober 2020 MS: Aktuelle Daten zu Impfungen

Die Webinar-Reihe MS AcadeMe MS 360° informierte zur aktuellen COVID-19-Situation bei Multipler Sklerose (MS) und zu Impfungen unter MS-Therapie – nicht nur in Hinblick auf die bevorstehende Influenza-Saison ein Thema von hoher Relevanz.
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MS-Therapie in Zeiten von COVID-19

Die aktuellen Daten lassen weiterhin keine eindeutigen Rückschlüsse zum Einfluss einer COVID-19-Erkrankung auf den Verlauf einer MS zu, so Professor Dr. Ralf Gold, Bochum. Er unterstrich, dass bei jedem Patienten das grundlegende Progressions-Risiko einer unbehandelten MS gegenüber dem Infektions-Risiko abgewogen werden müsste. Für Cladribin-Tabletten (MAVENCLAD®) zeigten Analysen zur Arzneimittelsicherheit mit Ausnahme von Herpes Zoster bislang kein erhöhtes Risiko für Infektionen (1). In Hinblick auf eine Progression mit möglicherweise irreversiblen Konsequenzen sprach sich Gold dafür aus, nicht zu lange mit dem Einsatz einer Therapie zu warten.

Impfungen während MS-Therapie möglich (1, 2)

Das Thema Impfungen bei MS ist nicht erst seit der COVID-19-Pandemie hochrelevant. Im Herbst stehen die Vakzine gegen die jährliche Influenza zur Verfügung. Professor Dr. Hans-Peter Hartung, Düsseldorf, hatte eine wichtige Nachricht: Unter der oralen Impulstherapie mit Cladribin-Tabletten können MS-PatientInnen mit Tot- und Lebendimpfstoffen geimpft werden (1). Mögliche Zeitfenster für Lebendimpfstoffe liegen vor Therapiebeginn sowie nach der ersten und zweiten Behandlungsphase (1). Grund dafür ist die Wirkung von Cladribin-Tabletten auf die beiden Pfeiler der Immunabwehr, das adaptive und das angeborene Immunsystem (1, 3).
So bewirken Cladribin-Tabletten eine vorübergehende Reduktion der CD4-positiven T-Lymphozyten und CD-19-positiven B-Lymphozyten (3). Gleichzeitig bleibt die Zahl zytotoxischer CD8-positiver T-Lymphozyten unter Therapie im Normbereich – eine Zellpopulation, die beispielsweise bei einer antiviralen Immunantwort eine zentrale Rolle spielt (3). Die angeborene Immunantwort ist von reduktiven Effekten durch Cladribin-Tabletten weitestgehend unberührt, so Hartung (1). Die Einsatzfähigkeit des Immunsystems unter Therapie mit Cladribin-Tabletten spiegelt sich auch in den Ergebnissen klinischer Studien und der Praxis wider. Diese ergaben keinen Hinweis auf ein erhöhtes Infektionsrisiko, auch nicht in Hinblick auf Atemwegsinfektionen (4). Damit bieten Cladribin-Tabletten eine effektive Behandlung der MS, die Impfungen unter Therapieschutz ermöglicht (1 ,2) konstatierte Hartung.

Neuregelung des Infektionsschutzgesetzes

Das Thema Impfung ist für Ärzte aller Fachgruppen relevant, bemerkte Professor Dr. Tino Schwarz, Würzburg. Mit der Neuregelung des Infektionsschutzgesetzes im März 2020 dürfen Fachärzte Schutzimpfungen unabhängig von den Grenzen der Ausübung ihrer fachärztlichen Tätigkeit durchführen (1). Patienten, die eine Immundefizienz aufweisen bzw. immunsuppressiv behandelt werden, sollten grundsätzlich einen möglichst weitreichenden Infektions-Schutz durch Impfungen erhalten, so der Experte. Dies müsse auch Haushaltskontaktpersonen dringend einschließen. Für Cladribin-Tabletten empfahl Schwarz, Impfungen vor Therapiebeginn durchzuführen bzw. aufzufrischen. Unter Umständen sollte der Impferfolg mittels Titerkontrolle überprüft werden. 

Quelle: Merck

Literatur:

(1) Fachinformation MAVENCLAD®, aktueller Stand
(2) Wagner N et al. Bundesgesundheitsbl 62:494-515;2019
(3) Comi G et al. Mult Scerl Relat Disord 2019;29:168-174.
(4) Cook S et al. Mult Scer Relat Disord 2019;29:157-167.


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