Mittwoch, 5. August 2020
Navigation öffnen
Anzeige:

Medizin

20. März 2017 Neues Mahlzeiteninsulin für Erwachsene mit Diabetes mellitus

Mit Fiasp® steht ab dem 1. April 2017 ein neues Mahlzeiteninsulin in Deutschland zur Verfügung (1). Fiasp® ist eine neue Formulierung von Insulin aspart, dem aus NovoRapid® bekannten Wirkstoff, der es gelingt, dem physiologischen Insulinprofil im Vergleich zu NovoRapid® noch näher zu kommen (2). Die „Insulinlücke“ zwischen der Wirkung von NovoRapid® und dem natürlichen Insulin kann durch Fiasp® weiter verkleinert werden. Patienten können dadurch vor allem von einer verbesserten postprandialen Blutzuckereinstellung# bei Anwendung zur Mahlzeit und ansonsten auch von einem flexiblen Anwendungszeitraum – bis zu 2 Minuten vor Beginn der Mahlzeit oder bis zu 20 Minuten nach Beginn der Mahlzeit – profitieren. Fiasp® ist zur Behandlung von Erwachsenen mit Diabetes mellitus zugelassen – auch zur Anwendung in der Pumpe (1).
Anzeige:
Bislang verfügbare Mahlzeiteninsuline wie NovoRapid® wirken rasch, können aber noch nicht die Geschwindigkeit der physiologischen Insulinantwort bei Gesunden erreichen (3,4). „Fiasp® zeichnet sich vor allem durch seine Schnelligkeit aus“, berichtete Prof. Dr. Thomas Forst, Mainz. Die noch schnellere Wirkung von Fiasp® gegenüber NovoRapid® wird durch die Hinzugabe zweier Hilfsstoffe erreicht: Vitamin B3 (Niacinamid) und L-Arginin (natürlich vorkommende Aminosäure). Während L-Arginin als Stabilisator dient, bewirkt Vitamin B3 eine schnellere anfängliche Resorption durch eine beschleunigte Dissoziation der Insulin aspart-Hexamere in Monomere (2,5). Fiasp® zeigte bei Menschen mit Typ-1-Diabetes im Vergleich zu NovoRapid® ein doppelt so schnelles erstes Auftreten im Blut*, eine doppelt so hohe Insulinkonzentration und eine 74% höhere Insulinwirkung in den ersten 30 Minuten bei gleicher Gesamtexposition (AUCgesamt) (1,2,6).

Wirksamkeit umfassend im Studienprogramm bestätigt

Die Wirksamkeit und Sicherheit von Fiasp® wurden im Phase 3-Studien-programm onset® evaluiert (1). „Die Phase 3a-Studien onset® 1 bis onset® 4 sind bereits abgeschlossen und umfassten etwa 2.100 Menschen mit Typ-1- und Typ-2-Diabetes“, erläuterte Prof. Dr. Thomas Danne, Hannover.

In onset® 1 erhielten 1.143 Patienten mit Typ-1-Diabetes entweder Fiasp® oder NovoRapid® zur Mahlzeit oder Fiasp® 20 Minuten nach Beginn der Mahlzeit jeweils in Kombination mit einem Basalinsulin (7). „Fiasp® zeigte bei Gabe zu den Mahlzeiten nach 26 Wochen im Vergleich zu NovoRapid® eine signifikant bessere Senkung des HbA1c“, so Danne. „Bei Gabe 20 Minuten nach Beginn der Mahlzeit zeigte Fiasp® eine HbA1c-Senkung, die mit NovoRapid® bei der Gabe zu den Mahlzeiten vergleichbar war.“ Bei Gabe zur Mahlzeit zeigte sich unter Fiasp® in standardisierten Mahlzeitentests eine geringere Zunahme der postprandialen Plasmaglucose (PPG) innerhalb von zwei Stunden (ETD**: -0,67 mmol/l (-1,29; -0,04); -12,01 mg/dl (-23,33; -0.70)) im Vergleich zu NovoRapid®.7 Innerhalb einer Stunde war der Anstieg der PPG unter Fiasp® ebenso geringer (ETD: -1,18 mmol/l (-1,65; -0,71); -21,21 mg/dl (-29,65; -12,77)) (7). „Diese Ergebnisse belegen die durch Fiasp® mögliche überlegene Kontrolle des postprandialen Blutzuckers vs. NovoRapid® bei Typ 1 Diabetes“, erklärte Danne.

Verbesserte postprandiale Blutzuckerkontrolle ermöglichen

In der Studie onset® 2 erhielten 689 erwachsene Patienten mit Typ -2-Diabetes über 26 Wochen Fiasp® oder NovoRapid® jeweils zu den Mahlzeiten in Kombination mit einem Basalinsulin und Metformin (8). Auch in dieser Studie war die Senkung des HbA1c unter Fiasp® vergleichbar mit NovoRapid®. In den Mahlzeitentests reduzierte Fiasp® die Zunahme der PPG nach einer Stunde, einem sekundären supportiven Endpunkt, signifikant effektiver als NovoRapid® (ETD*: -0,59 mmol/l (-1,09; -0,09); -10,6 mg/dl (-19,6; -1,7)).8 Auch war ein Unterschied in der Senkung der Zunahme der PPG innerhalb von zwei Stunden nachzuweisen, allerdings nicht statistisch signifikant (ETD*: -0,36 mmol/l (-0,81; 0,08); -6,6 mg/dl (-14,5; 1,4)) (8). „Dies war aufgrund des schnelleren Wirkeintritts von Fiasp® zu vermuten, da die PPG durch Fiasp® früher gesenkt wird.“ In den Studien onset® 1 und onset® 2 traten keine Unterschiede in den Raten schwerer oder durch Blutzuckermessungen bestätigter Hypoglykämien auf (7,8).

„Die Zugabe von Fiasp® zu den Mahlzeiten bei einer Kombination aus Basalinsulintherapie und Metformin war mit einer überlegenen Verbesserung des HbA1c und der postprandialen Blutzuckereinstellung verglichen mit nur Basalinsulin und Metformin verbunden“, kommentierte Danne die Ergebnisse der Studie onset® 3.9 „Fiasp® ist zudem pumpenkompatibel, wie die Ergebnisse der Studie onset® 4 belegten“, erklärte Danne (10).

Blick in die Praxis: Vielversprechende Option für Menschen mit Diabetes

„Durch die schnellere Insulinantwort nach dem Essen verglichen mit NovoRapid® kann Fiasp® die postprandiale Blutzuckereinstellung optimieren und damit zur Verbesserung der Diabeteseinstellung beitragen“, erklärte Dr. Andreas Liebl, Bad Heilbrunn. „Für die Praxis ist zudem zu berücksichtigen, dass wir mit Fiasp® auf eine bekannte und bewährte Substanz setzen: Denn es handelt sich bei Fiasp® um eine neue Formulierung von Insulin aspart, den gleichen Wirkstoff wie bei NovoRapid®, einem Medikament mit über 17 Jahren bestehendem und in der Praxis etablierten Sicherheitsprofil.“ Fiasp® ist u.a. in Form des Fiasp® FlexTouch® Fertigpens erhältlich und kann subkutan bis zu 2 Minuten vor Beginn der Mahlzeit oder bis zu 20 Minuten nach Beginn der Mahlzeit angewendet werden (1). „Menschen mit Diabetes können von dieser Flexibilität profitieren, ohne den HbA1c zu beeinträchtigen)1)“, erklärte Liebl. „Die neue Formulierung von Insulin aspart, dem aus NovoRapid® bekannten Wirkstoff, und die damit verbundene weitere Annäherung an das physiologische Insulinprofil verglichen mit NovoRapid® sind für Novo Nordisk ein evolutionärer Schritt im Diabetesmanagement und können uns Behandlern helfen, Menschen mit Diabetes noch besser zu unterstützen.“

# Fiasp® zur Mahlzeit verbesserte die postprandiale Plasmaglucose (PPG) nach einer und nach zwei Stunden sowie den HbA1c bei Patienten mit Typ 1 Diabetes und die PPG nach einer Stunde bei Patienten mit Typ 2 Diabetes jeweils im Vergleich zu NovoRapid®.
* Onset of appearance = anfängliche Resorption von Insulin
** ETD = estimated treatment difference (Behandlungsunterschied)
† untersucht mittels standardisiertem Mahlzeitentest an Patienten mit Typ-1-Diabetes

 

Quelle: Novo Nordisk

Literatur:

(1) Fachinformation Fiasp®, aktueller Stand.
(2) Heise T et al. Diabetes Obes Metab 2015;17:682-688.
(3) Home PD. Diabetes Obes Metab 2015;17:1011-1020.
(4) Heinemann L, Muchmore DB. J Diabetes Sci Technol 2012;6:728-742.
(5) Buckley ST et al. Diabetes Technol Ther 2016;18(Suppl. 1):A116.
(6) Heise T et al. Diabetes 2016; 65(Suppl. 1):929-P.
(7) Russell-Jones D et al. Double-blind mealtime faster-acting insulin aspart vs insulin aspart in basal bolus improves glycemic control in T1D: the onset® 1 trial. Diabetes 2016;65(Suppl. 1):A77; Poster präsentiert auf dem 76. ADA, Juni 2016.
(8) Bowering K et al. Faster-acting insulin aspart vs insulin aspart a spart of basal-bolus therapy improves postprandial glycemic control in uncontrolled T2D in the double-blinde onset® 2 trial. Diabetes 2016;65(Suppl. 1):A63; Poster präsentiert auf dem 76. ADA, Juni 2016.
(9) Rodbard H et al. Adding faster-acting insulin aspart to basal insulin significantly improved glycemic control: The onset® 3 trial. Diabetes 2016;65(Suppl. 1):A63; Poster präsentiert auf dem 76. ADA, Juni 2016.
(10) Zijlstra E et al. Compatibility and safety of faster-acting insulin aspart used in continuous subcutaneous insulin infusion therapy in patients with type 1 diabetes. FRI-697. Präsentiert auf dem 98. Endocrine Society's Annual Meeting and Expo, April 2016.


Anzeige:

Das könnte Sie auch interessieren

Fleisch und Milchprodukte günstig, raffinierte Kohlenhydrate schlecht

Fleisch und Milchprodukte günstig, raffinierte Kohlenhydrate schlecht
© M.studio / fotolia.com

Eine Studie mit mehr als 218.000 Teilnehmern aus über 50 Ländern zeigt: Nicht nur Obst, Gemüse und Nüsse sind herzgesund und verlängern das Leben, sondern auch nicht-verarbeitetes Fleisch und Milchprodukte. Die konsumierte Menge raffinierter Kohlenhydrate sollte begrenzt werden. Diese Studienergebnisse dürfen allerdings nicht als Freibrief für exzessiven Konsum für Fleisch und fetten Käse gesehen werden, sondern als Plädoyer für eine ausgewogene Ernährung, sagen deutsche Kardiologen.

Rauchen ist Hauptursache für chronische Lungenkrankheit, die nicht heilbar ist

Rauchen ist Hauptursache für chronische Lungenkrankheit, die nicht heilbar ist
© Eric Limon / Fotolia.com

COPD – diese vier Buchstaben stehen für eine chronische Lungenkrankheit (chronic obstructive pulmonary disease). Sie stehen gleichzeitig auch für die weltweite Nummer Drei unter den Todesursachen. Bei 90 Prozent aller Fälle hierzulande ist die Hauptursache ziemlich klar bestimmt: das Rauchen. Zum Welt-COPD-Tag am 15. November weist Prof. Hubert Wirtz, Leiter der Abteilung für Pneumologie am UKL, auf unangenehme Wahrheiten rund um diese Krankheit hin: "COPD verkürzt die Lebenserwartung. Es ist nicht heilbar."

Antibiotika: Resistenzen vorbeugen – jeder Zweite unterschätzt seine Möglichkeiten

Antibiotika: Resistenzen vorbeugen – jeder Zweite unterschätzt seine Möglichkeiten
© anoli - stock.adobe.com

Mehr als die Hälfte der Bundesbürger (55 %) glaubt irrtümlicherweise, dass sie Antibiotikaresistenzen selbst nicht verhindern können. Und das, obwohl fast 9 von 10 Bundesbürgern (86 %) schon mal ein Antibiotikum verwendet und nahezu die gleiche Anzahl an Befragten (87 %) bereits von Resistenzbildungen gehört haben. Das sind die Ergebnisse einer repräsentativen Umfrage des Deutschen Gesundheitsmonitors des Bundesverbandes der Arzneimittel-Hersteller e.V. (BAH) vom Mai/Juni 2019. „Daran sehen wir, wie wichtig es ist, die Bevölkerung über...

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"Neues Mahlzeiteninsulin für Erwachsene mit Diabetes mellitus"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der rsmedia GmbH widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.


EILMELDUNGEN zu SARS-CoV-2 und COVID-19
  • Italien verlängert Notstand bis Oktober (dpa, 29.07.2020).
  • Italien verlängert Notstand bis Oktober (dpa, 29.07.2020).

Cookies

Diese Webseite benutzt Cookies, um den Nutzern das beste Webseiten-Erlebnis zu ermöglichen. Ausserdem werden teilweise auch Cookies von Diensten Dritter gesetzt. Weitere Informationen erhalten Sie in den Allgemeine Geschäftsbedingungen und in den Datenschutzrichtlinien.

Verstanden