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Medizin

09. Dezember 2016 Marktrücknahme eines Medikaments wegen Nebenwirkungen? Algorithmus weiß bereits vorher Bescheid

Computerwissenschaftler der israelischen Niederlassung von Microsoft Research haben einen digitalen Weg gefunden, um mögliche Rückrufaktionen von neuen Medikamenten schon im Vorhinein prognostizieren zu können. Hierfür haben sie kurzerhand einem selbstlernenden Algorithmus dahingehend trainiert, dass er in der Lage ist, Hunderte von Millionen Suchanfragedaten nach entsprechenden Hinweisen zu neuen Präparaten zu durchforsten und diese nach möglichen auftretenden Problemen, wie etwa unerwünschten Nebeneffekten, zu analysieren.
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Auf diese Weise soll letzten Endes eine deutlich effizientere Kontrolle des Medikamentenmarktes möglich sein, hoffen die Forscher.

"Wir wissen alle, dass es immer wieder mal vorkommen kann, dass ein Stapel eines pharmazeutischen Arzneimittels irgendeine Art von Problem hat und nicht verwendet werden sollte", zitiert der "NewScientist" den Microsoft-Forscher Elad Yom-Tov. Um zu verhindern, dass derartig fehlerhafte Produkte auf dem Markt verkauft werden und später zu Problemen bei den Patienten führen, würden Pharmaunternehmen und Kontrollbehörden wie die US-amerikanische Food and Drug Administration (FDA) jährlich Unsummen von Geld investieren.

Mit dem neuen Ansatz soll das aber bald deutlich kostengünstiger möglich sein. "Wir greifen dafür einfach auf Suchanfragedaten zurück, die wir bei Microsofts Bing gesammelt haben und lassen diese von einem speziellen Algorithmus auswerten", erklärt Yom-Tov. Schließlich habe sich gezeigt, dass es immer bei gravierenden Problemen mit einem neuen Medikament zu einer Spitze bei den entsprechenden Suchanfragen gekommen sei. "Die Leute fangen an, viel mehr Fragen zu dem betreffenden Medikament zu stellen", so der Experte.

Prognose schon zwei Tage vorher

Dass sich ein genauer Blick auf die Suchanfragedaten lohnt, um einen guten Einblick in aktuelle Trends zu bekommen und womöglich sogar zukünftige Entwicklungen vorhersagen zu können, ist keine unbedingt neue Erkenntnis. Schon 2009 haben etwa zwei Google-Forscher einen Ansatz präsentiert, wie Anfragen in Suchmaschinen verwendet werden können, um wirtschaftliche Zukunftsprognosen zu erstellen.

Im aktuellen Fall haben die Microsoft-Forscher einen Algorithmus mit Hunderten von Millionen Suchanfragen gefüttert, die in den ersten 240 Tagen des Jahres 2015 durchgeführt worden sind. Das Datenmaterial beinhaltete alle Suchen in diesem Zeitraum, die eine oder mehrere Namen aus einer Liste von insgesamt 300 verschiedenen Medikamenten enthielten. Anschließend wurde der Algorithmus getestet.

"Wir konnten auf diese Weise Probleme mit spezifischen Medikamenten einen oder zwei Tage vor der Rückrufaktion vorhersagen", so Yom-Tov. Der Prognosezeitraum soll nun durch weitere Forschungsarbeiten noch gesteigert werden.

Quelle: pte


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