Samstag, 20. April 2019
Navigation öffnen

Medizin

12. Februar 2019 Maschinelles Lernen: Digitalisierung und Künstliche Intelligenz in der Medizin

Eine Lungenentzündung ist auch heute noch eine gefährliche Erkrankung – zumal wenn die Erreger nicht bekannt sind. Derzeit noch unbekannte Erreger bei Pneumonie-Patienten mit Methoden des maschinellen Lernens zu identifizieren, ist eines der Ziele eines interdisziplinären Forschungsprojekts an der Friedrich-Schiller-Universität Jena.
Anzeige:
Fachinformation
Das Projekt „Digitalisierung der Lebenswissenschaften: Wege in die Zukunft“ (DigLeben) soll nach weiteren Vorarbeiten 2020 starten und ist zunächst auf 5 Jahre angelegt.

Informatik und Medizin

Das Gesamtziel der Jenaer Initiative ist es, mit Hilfe der Informatik neue Methoden und Programme zu entwickeln, um zum einen die Digitalisierung an der Jenaer Universität interdisziplinär voranzutreiben und damit auch das universitäre Forschungsprofil im Bereich „Life“ zu stärken. Zudem sollen in konkreten Projekten belegt werden, wie die immensen Datenmengen, die in Wissenschaft und Wirtschaft entstehen, zunehmend durch maschinelles Lernen und Künstliche Intelligenz bearbeitet werden können. „Die innovativen Anwendungen dieser Methoden in Biologie und Medizin sollen im vorliegenden Projekt Beispiele für die Zukunft darstellen und so Meilensteine in der Entwicklung der Digitalisierung in den Lebenswissenschaften setzen“, sagt die Jenaer Bioinformatikerin Prof. Dr. Manja Marz, Sprecherin des neuen Forschungsverbundes.

Maschinelles Lernen

Sei es personalisierte Medizin und Diagnostik, Ökologie, Wirkstoffforschung und Pharmazie oder die „klassische“ Analyse von Sequenzdaten – in der gesamten Bandbreite der Lebenswissenschaften lassen sich Methoden des Maschinellen Lernens sinnvoll integrieren. Die Bioinformatik ist die ideale Schnittstelle, um die Informatik mit den Anwendungen aus der Wissenschaft zu verzahnen. Daher ist es das übergreifende Ziel des neuen Vorhabens, durch Kombination von Bioinformatik und Maschinellem Lernen Forschende in den Lebenswissenschaften bei der Datenauswertung und der Generierung neuer Einsichten zu unterstützen. Dies umfasst viele „klassische“ Bereiche der Bioinformatik (Genomik, Transkriptomik, Metabolomik, Bildverarbeitung), die sich seit Jahrzehnten mit den entsprechenden Fragestellungen (Datenauswertung, Hypothesengenerierung) befassen. Die Integration von Bioinformatik und insbesondere Tiefem Maschinellen Lernen eröffnet die Möglichkeit, diesen Prozess weiter zu beschleunigen.

Biomedizinische Fragestellungen

Das Projekt gliedert sich in 7 Teilprojekte. 5 davon haben unterschiedliche biomedizinische Fragestellungen: Sie reichen von der digitalen Identifikation unbekannter Erreger von Lungenentzündungen, bis hin zum Einsatz von Künstlicher Intelligenz für die Vorhersage von Wirkstoffen und Biomarkern. Darüber hinaus sollen in 2 Projekten Methoden des Maschinellen Lernens weiterentwickelt werden, die in den anderen Projekten eingesetzt werden sollen. „Nur die enge Verzahnung von 'theoretischer' und 'angewandter' Forschung im Maschinellen Lernen erlaubt es, für die Praxis relevante Fortschritte zu erzielen“, betont Marz.

Quelle: Friedrich-Schiller-Universität Jena


Das könnte Sie auch interessieren

Über 6 Millionen an Osteoporose erkrankt

Über 6 Millionen an Osteoporose erkrankt
© decade3d / Fotolia.com

6,3 Millionen Menschen leiden heute in Deutschland an Osteoporose.(1) Jede vierte Frau über 50 Jahren ist betroffen, jeder 17. Mann.1 Jedes Jahr erkranken rund 885.000 Menschen neu an der Volkskrankheit.(1) Häufig bleibt jedoch die Krankheit unerkannt und unbehandelt. Nur 25 Prozent der Erkrankten werden in Deutschland medikamentös behandelt.(2) Im Vergleich: In Frankreich erhalten fast 60 Prozent der Erkrankten, in Spanien über 80 Prozent eine Osteoporose-Therapie.(2) Diagnose- sowie Behandlungsmöglichkeiten werden in Deutschland nicht ausreichend genutzt, warnen...

Umgang mit Alzheimer-Patienten: Feste Abläufe helfen Patienten und Angehörigen

Umgang mit Alzheimer-Patienten: Feste Abläufe helfen Patienten und Angehörigen
© Nottebrock / Alzheimer Forschung Initiative e.V.

Bei der Alzheimer-Krankheit ist bereits in einem frühen Stadium das Kurzzeitgedächtnis betroffen. Deshalb hilft den Patienten das Festhalten an bekannten Handlungsroutinen und Abläufen. Das empfiehlt die gemeinnützige Alzheimer Forschung Initiative e.V. (AFI) in ihrem kostenlosen Ratgeber „Leben mit der Diagnose Alzheimer“, der unter der Telefonnummer 0211 - 86 20 66 0 oder www.alzheimer-forschung.de/diagnose-alzheimer bestellt werden kann.

Rauchstopp lohnt sich – trotz zusätzlicher Kilos auf der Waage

Rauchstopp lohnt sich – trotz zusätzlicher Kilos auf der Waage
© Oleg / fotolia.com

Wer darüber nachdenkt, mit dem Rauchen aufzuhören, sollte sich von einer möglichen Gewichtszunahme nicht abhalten lassen. Denn obwohl auch Übergewicht mit Gesundheitsrisiken verbunden ist, überwiegt der gesundheitliche Nutzen durch einen Nikotinverzicht noch immer deutlich. Das ist das Ergebnis einer umfangreichen US-Studie, die kürzlich in der renommierten Fachzeitschrift „New England Journal of Medicine“ erschienen ist. Die Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin e. V. (DGIM) nimmt den Forschungsbericht zum Anlass, einmal mehr auf die...

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"Maschinelles Lernen: Digitalisierung und Künstliche Intelligenz in der Medizin "

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der rsmedia GmbH widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.