Freitag, 16. April 2021
Navigation öffnen
Anzeige:
Prolastin
Prolastin
Medizin
17. November 2020

Richtiges Medikament, falsche Diagnose - Kasse muss zahlen

Die Übernahme von Behandlungskosten sorgt immer wieder für Streit zwischen Patienten und Krankenkassen. Ein besonderer Fall ist vor dem Landessozialgericht Hessen gelandet. Nur wenn Medikamente für eine Erkrankung zugelassen sind, müssen Krankenkassen in der Regel die Kosten dafür übernehmen. Doch was ist, wenn die ursprüngliche Diagnose der Ärzte falsch ist und sich später zeigt, dass das Arzneimittel für die tatsächliche Erkrankung zugelassen ist?
Anzeige:
Medical Cloud
Medical Cloud
 
Dann muss die Kasse auch rückwirkend zahlen, wie ein Urteil des Landessozialgerichts Hessen zeigt (Az.: L 8 KR 687/18), auf das die Arbeitsgemeinschaft Medizinrecht im Deutschen Anwaltverein hinweist.

Im konkreten Fall ging es um einen Mann, bei dem zunächst eine Ganglienentzündung diagnostiziert wurde. Die Ärzte wollten ihn mit Immunglobulinen behandeln. Doch die Kasse lehnte die Kosten dafür ab. Begründung: Das Medikament sei dafür nicht zugelassen. Der gesetzlich krankenversicherte Mann ließ sich auf eigene Kosten behandeln. Dann stellte sich heraus: Es steckte eine autoimmun bedingte Entzündung der Spinalhinterwurzel hinter seinen Beschwerden. Für diese Erkrankung sind Immunglobuline zur Behandlung zugelassen.

Der Mann klagte auf Kostenübernahme - und hatte Erfolg. Die Kasse musste ihm rund 35.000 Euro zahlen. Ihre Argumentation, dass der Mann erst ab dem Zeitpunkt der geänderten Diagnose Anspruch auf Erstattung habe, ließ das Landessozialgericht nicht gelten. Die Ablehnung einer Leistung bleibe auch dann rechtswidrig, wenn diese Rechtswidrigkeit sich erst im Verlauf des Verfahrens zeige.

Quelle: dpa


Anzeige:
Pradaxa
Pradaxa

Das könnte Sie auch interessieren

Diabetes – eine unterschätzte Herausforderung in der Pflege

Diabetes – eine unterschätzte Herausforderung in der Pflege
© Robert Kneschke / fotolia.com

Die stetig steigende Zahl an pflegebedürftigen Menschen mit Diabetes stellt eine wachsende Herausforderung dar. Mit dem Kompaktkurs „Basisqualifikation Diabetes Pflege DDG“ bietet die DDG praktische Hilfe und vermittelt Sicherheit bei der Pflege von Patienten mit Diabetes. Von der DDG qualifizierte Trainer bieten diese Kurse überregional an. Eine Liste der Trainer ist auf der Website abrufbar. Die Trainerteams verfügen sowohl über diabetologisch-ärztliche als auch über Diabetes beratende und pflegerische Qualifikationen. Die Fortbildung für...

Ängste und Zurückweisung beim Thema AIDS abbauen

Ängste und Zurückweisung beim Thema AIDS abbauen
© psdesign1 / Fotolia.com

Dank moderner Medikamente können die rund 87.000 Menschen in Deutschland mit HIV beziehungsweise AIDS heute fast normal leben. Stattdessen belasten mitunter Ausgrenzung, Zurückweisung und Angst Betroffene heute schwerer als die eigentliche Erkrankung. „Vorurteile und mangelndes Wissen sind oft die Hauptursachen für Ausgrenzung und Zurückweisung von HIV-Positiven. Dem wollen wir unter anderem mit einer Telefon-Hotline entgegenwirken“, so Dr. Ursula Marschall, leitende Medizinerin der BARMER.

Forsa-Umfrage belegt: Mediennutzung nimmt durch Schulschließungen zu

Forsa-Umfrage belegt: Mediennutzung nimmt durch Schulschließungen zu
© vege / Fotolia.com

Morgens länger schlafen und nicht zur Schule gehen, Hausaufgaben im Kinderzimmer oder am Küchentisch erledigen, Mama und Papa im Homeoffice, kein Besuch von Oma und Opa: Das Corona-Virus wirbelt in diesen Wochen den Familienalltag gehörig durcheinander. Hinzu kommt, dass Medien auf Kinder derzeit noch mehr als sonst magische Anziehungskräfte ausüben. Laut einer aktuellen Forsa-Umfrage im Auftrag der KKH Kaufmännische Krankenkasse berichten nahezu alle Eltern (95 %), dass ihr Kind zwischen 6 und 18 Jahren PC, Smartphone und Co. während der...

Diabetes in Deutschland: Lücken in Versorgung, Prävention und Aufklärung

Diabetes in Deutschland: Lücken in Versorgung, Prävention und Aufklärung
© pikselstock - stock.adobe.com

Was ist bloß mit der Politik los?! Das fragen sich kopfschüttelnd immer mehr Patienten mit Diabetes, Angehörige und Risikopatienten. Laut einer aktuellen Umfrage von diabetesDE – Deutsche Diabetes-Hilfe mit mehr als 1500 Menschen fühlen sich 86 % der Menschen mit Typ-2-Diabetes nicht angemessen in der Politik vertreten. Das will die neue „Digitale Allianz Diabetes Typ 2“, ein Bündnis aus 16 Diabetesorganisationen und Fachverlagen, ändern! 

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"Richtiges Medikament, falsche Diagnose - Kasse muss zahlen"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der Medical Tribune Verlagsgesellschaft mbH - Geschäftsbereich rs media widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.


EILMELDUNGEN zu SARS-CoV-2 und COVID-19
  • Impfen in der Hausarztpraxis: Spezifische Bestellung des COVID-Impfstoffs möglich
  • Impfen in der Hausarztpraxis: Spezifische Bestellung des COVID-Impfstoffs möglich