Mittwoch, 18. September 2019
Navigation öffnen

Medizin

17. Januar 2018 Menschen mit Typ-2-Diabetes unterschätzen ihr kardiovaskuläres Risiko

Die International Diabetes Federation (IDF) hat jetzt die Zwischenergebnisse der weltweit ersten internationalen Online-Umfrage zum Wissen und Risikobewusstsein von Menschen mit Typ-2-Diabetes  in Bezug auf Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorgestellt. Die Ergebnisse deuten auf ein geringes Risikobewusstsein sowie einen eingeschränkten Austausch zwischen Patienten und medizinischem Fachpersonal hin. Die weltweite Umfrage mit dem Titel Taking Diabetes to Heart wurde in Partnerschaft mit Novo Nordisk entwickelt. Noch bis März 2018 können Menschen mit Typ-2-Diabetes  daran teilnehmen.
Anzeige:
Derzeit leiden weltweit mehr als 425 Millionen Erwachsene an Diabetes (1), die meisten davon an Typ-2-Diabetes . Kardiovaskuläre Erkrankungen wie z.B. Herzinfarkt, Schlaganfall, koronare Herzkrankheit und periphere arterielle Verschlusskrankheit (2) sind die Hauptursachen für Invalidität oder Tod bei Menschen mit Typ-2-Diabetes (1,3). Bis dato haben 943 Menschen aus 32 Ländern an der Umfrage teilgenommen. Die bisherigen Ergebnisse zeigen:
- Einer von 3 Befragten, die mit Typ-2-Diabetes  leben, schätzt das eigene kardiovaskuläre Risiko als gering ein (4).
- 26% der Befragten hatten entweder noch nie von kardiovaskulären Erkrankungen gehört oder entsprechende Informationen erst Jahre nach der Diagnose eines Typ-2-Diabetes  erhalten (4).
- Einer von 6 Befragten hatte noch nie mit einem Arzt oder mit medizinischem Fachpersonal über den Zusammenhang zwischen Typ-2-Diabetes und dem Risiko kardiovaskulärer Folgeerkrankungen gesprochen (4).

Interimsergebnisse spiegeln Situation in Deutschland wider

Bereits im März 2017 hatte Novo Nordisk in Deutschland eine repräsentative Umfrage zur Bedeutung kardiovaskulärer Erkrankungen bei Patienten mit Typ-2-Diabetes  durchgeführt (5). Das Ergebnis dieser Umfrage zeigte, dass weniger als die Hälfte der befragten Menschen mit Typ-2-Diabetes  kardiovaskuläre Folgeerkrankungen fürchtet. Einem Drittel der Befragten war dieser Zusammenhang nicht bekannt. Interessant dabei: Fast 96% der Teilnehmer fühlten sich in Bezug auf ihre Erkrankung sehr gut oder gut informiert.

Vor diesem Hintergrund hat die Umfrage Taking Diabetes to Heart (www.idf.org/takingdiabetes2heart/survey) zum Ziel, umfassende Erkenntnisse zu den bestehenden Aufklärungsdefiziten und dem geringen Risikobewusstsein von Menschen mit Typ-2-Diabetes  in Bezug auf kardiovaskuläre Folgeerkrankungen zu liefern. Es geht darum, auf dieser Grundlage Strategien und Maßnahmen zu entwickeln, um Betroffene besser aufzuklären und medizinisch besser versorgen zu können. Höhepunkt der Initiative wird ein umfassender Bericht mit länderspezifischen Ergebnissen und Ressourcen sein.

Je mehr Teilnehmer, desto stärker die Aussagekraft der Umfrage

„Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind die Hauptursache für Invalidität und Tod bei Menschen mit Typ-2-Diabetes. Zu wenige Menschen mit Diabetes werden von Ärzten und medizinischem Fachpersonal über ihr kardiovaskuläres Risiko und die möglichen Auswirkungen auf ihre Lebensqualität und -erwartung aufgeklärt“, sagte Alan Moses, Senior Vice President und Chief Medical Officer von Novo Nordisk. „Wir möchten noch mehr Menschen mit Diabetes ermutigen, an der Umfrage Taking Diabetes to Heart teilzunehmen. Dies wird die Aussagekraft unserer Umfrage stärken und damit einen wichtigen Beitrag zu einer verbesserten Vorsorge und Prognose leisten.“

Quelle: Novo Nordisk

Literatur:

(1) International Diabetes Federation. IDF Diabetes Atlas, 8. Auflage. Brüssel, Belgien: International Diabetes Federation, 2017. Verfügbar unter: www.diabetesatlas.org (abgerufen am 11.12.2017)
(2) International Diabetes Federation. Diabetes and Cardiovascular Disease. Brussels, Belgium: International Diabetes Federation, 2016. Verfügbar unter: www.idf.org/cvd (abgerufen am 11.12.2017)
(3) World Health Organization, editor. Global health risks: mortality and burden of disease attributable to selected major risks. Genf, Schweiz: World Health Organization; 2009. 62p
(4) International Diabetes Federation, 2017. Taking Diabetes to Heart – Global IDF survey on CVD risk awareness among people with diabetes. Verfügbar unter: www.idf.org/takingdiabetes2heart (abgerufen am 11.12.2017)
(5) Interrogare Healthcare Research befragte 405 Menschen mit Typ 2 Diabetes. (Stand: März 2017)


Das könnte Sie auch interessieren

Internetbasierte Hilfe für Eltern in Bayern mit chronisch kranken Kindern

Internetbasierte Hilfe für Eltern in Bayern mit chronisch kranken Kindern
© bubutu / Fotolia.com

Rund 100.000 Kinder in Bayern sind von Asthma betroffen, so der aktuelle bayerische Kindergesundheitsbericht. "Das ist nicht nur für die Kleinen belastend, sondern auch für deren Familien", sagt Christian Bredl, Leiter der Techniker Krankenkasse (TK) in Bayern. Mütter, Väter oder Geschwister kommen oft körperlich und psychisch an ihre Grenzen. Hinzu kommt, dass vier von fünf der betroffenen Eltern keine Angebote zur Familienentlastung kennen. "Wir möchten das ändern und mit dem Projekt 'Beratung von Eltern chronisch kranker Kinder...

Reha-Maßnahme bei Diabetes Typ 2 – so geht‘s

Reha-Maßnahme bei Diabetes Typ 2 – so geht‘s
© Robert Kneschke - stock.adobe.com

Sie wissen nicht, wie Sie am Arbeitsplatz mit Ihrer Diabeteserkrankung umgehen sollen? Sie bekommen Ihren Langzeit-Blutzuckerwert HbA1c nicht in den Griff oder leiden zusätzlich unter Depressionen? Sie müssten dringend abnehmen, sich mehr bewegen und gesund ernähren? Dann könnte eine medizinische Rehabilitation die richtige Maßnahme für Sie sein. Was bei der Antragstellung zu beachten ist, erklären Experten. 

Rückenschmerzen: Ein Drittel der Deutschen geht mehrfach im Jahr nicht zur Arbeit

Rückenschmerzen: Ein Drittel der Deutschen geht mehrfach im Jahr nicht zur Arbeit
© Sebastian Kaulitzki / Fotolia.com

Laut einer aktuellen GfK-Umfrage hat mehr als die Hälfte aller Deutschen mindestens zehnmal im Jahr Rückenschmerzen. Die von der Medserena AG beauftragte GfK-Umfrage zeigt, dass 34,5 Prozent aller Deutschen an bis zu sieben Tagen im Jahr aufgrund von Rückenschmerzen nicht ihren alltäglichen Aufgaben nachgehen. Betrachtet man die befragten Berufsgruppen genauer, so liegt der höchste Anteil bei den Angestellten (36,7 Prozent). Das verursacht Jahr für Jahr einen hohen wirtschaftlichen Schaden für die Arbeitgeber. Nur durch verbesserte medizinische...

Verbraucherschutz: Blei und Cadmium in Modeschmuck, Pestizide in Kräutern

Verbraucherschutz: Blei und Cadmium in Modeschmuck, Pestizide in Kräutern
© Alexander Raths / Fotolia.com

Erneut gerieten preiswerte Modeschmuckartikel ins Visier der Überwachungsbehörden. Nachdem das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) im vergangenen Jahr auf die erhöhten Nickelgehalte in den untersuchten Proben hingewiesen hatte, kritisierte das Bundesamt die Funde von Blei und Cadmium oberhalb der geltenden Grenzwerte. BVL-Präsident Helmut Tschiersky stellte dazu fest: „Die Hersteller und Importeure von Modeschmuck müssen eindeutig mehr tun, um Gesundheitsrisiken zu vermeiden.“ Nach mehreren Einzelfunden von preiswertem...

"Vorsorge für den Ernstfall" - Verbraucherinformation der DKV

"Vorsorge für den Ernstfall" - Verbraucherinformation der DKV
© pressmaster / Fotolia.com

Ein schlimmer Unfall oder eine schwere Krankheit kann Menschen in eine Situation bringen, in der sie sich nicht mehr mit dem Arzt verständigen können. Dann hilft eine Patientenverfügung: Hier kann jeder festlegen, welche medizinische Versorgung er im Notfall wünscht – und welche nicht. Das Dokument entlastet auch die Angehörigen, die als Betreuer sonst Entscheidungen über lebenserhaltende Maßnahmen treffen müssten. Wie eine Patientenverfügung aussehen muss, damit sie gültig ist, weiß Dr. Wolfgang Reuter, Gesundheitsexperte der...

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"Menschen mit Typ-2-Diabetes unterschätzen ihr kardiovaskuläres Risiko"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der rsmedia GmbH widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.