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Medizin

10. September 2020 Migräne: Effektive Prophylaxe mit monoklonalem CGRP-Antikörper Galcanezumab

Trotz der hohen Prävalenz von Migräne und der damit verbundenen Beeinträchtigungen im Alltag der Patienten, wurden konventionelle Möglichkeiten
zur Migräne-Prophylaxe in Deutschland noch nicht optimal genutzt (1). Mit dem seit nunmehr über einem Jahr zur Migräne-Prophylaxe zugelassenen monoklonalen CGRP-Antikörper Galcanezumab (Emgality®) haben sich die Chancen der Patienten auf eine zuverlässig anhaltende und spürbar schnelle Reduktion der Migräne-Kopfschmerztage (MKT) deutlich verbessert, berichtete Dr. Peter Storch, Jena, im Rahmen einer virtuellen Pressekonferenz.
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Fachinformation
Durch konkrete Fallbeispiele verdeutlichte David Lewis, Stuttgart, was sich im Praxisalltag mit Galcanezumab erreichen lässt: Sogar migränefreie Monate sind möglich. Im Brückenschlag zwischen Wissenschaft und klinischer Anwendung boten die beiden Neurologen eine integrative Sichtweise hinsichtlich der Migräne-Prophylaxe mit Galcanezumab.

Ungenügende Prophylaxe in Deutschland

Nach den Ergebnissen der 2018 veröffentlichten Eurolight-Studie erhielten im europäischen Durchschnitt lediglich 26% der Migräne-Patienten, die für eine Prophylaxe infrage kommen, tatsächlich auch entsprechende Medikamente (1). In Deutschland sieht es keineswegs besser aus: Einer Repräsentativbefragung der Deutschen Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft (DMKG) zufolge erhalten nur 22% der Patienten, die von einer Prophylaxe profitieren könnten, Migräne-Prophylaktika oder nehmen die verordneten Präparate auch konsequent ein (2).

Prophylaxe ab 3 Migräne-Attacken pro Monat

Sinn einer medikamentösen Prophylaxe ist laut Leitlinie, die Häufigkeit, Schwere und Dauer der Migräneattacken zu reduzieren (3). „Jeder Patient, der
mindestens 3 Migräne-Attacken pro Monat hat und sich in seiner Lebensqualität beeinträchtigt fühlt, kommt gemäß der DGN-Leitlinie für eine medikamentöse Migräne-Prophylaxe in Betracht“, berichtete Storch. Aber auch wenn die Patienten bereits Migräne-Prophylaktika einnehmen, ist kritisch zu hinterfragen, ob sie ausreichend und anhaltend davon profitieren. „Für den Praxisalltag heißt das: Regelmäßig evaluieren, ob die aktuelle Prophylaxe wirkt und verträglich ist“, hob Lewis hervor. „Hier lohnt sich ein genauer Blick in das Migräne-Tagebuch.“ Wenn konventionelle Prophylaktika bei Patienten mit episodischer und chronischer Migräne nicht ausreichend wirksam sind, nicht vertragen werden oder kontraindiziert sind, kann die Umstellung auf einen monoklonalen CGRP-Antikörper wie Galcanezumab in Erwägung gezogen werden (4).

Spürbar schnelle und anhaltende Wirksamkeit

Die Wirksamkeit des monoklonalen CGRP-Antikörpers Galcanezumab wird durch umfangreiche Studiendaten untermauert. Unter der Therapie mit Galcanezumab können die Patienten den Behandlungserfolg bereits ab der ersten Woche spüren und bis zu 12 Monate laufend weitere Verbesserungen erreichen – sowohl bei episodischer als auch bei chronischer Migräned (5-9). „Neben dem schnellen und anhaltenden Ansprechen erreichten einige Patienten in den Studien einzelne komplett migränefreie Monate“, betonte Storch. Mehr als ein Drittel der Patienten (38,8%) mit episodischer Migräne war während der 6-monatigen Behandlungsphase der beiden Zulassungsstudien mindestens einen Monat vollständig migränefrei; jeder zehnte war sogar 3 oder mehr Monate migränefrei (10).
Die spürbar schnelle und anhaltende Reduktion der monatlichen MKT sowie die sehr gute Verträglichkeit von Galcanezumab können sich in einem Anstieg der Lebensqualität und einem geringeren Bedarf an Akutmedikation widerspiegeln (8, 10). 6-Monatsdaten zeigen überdies, dass die Wirksamkeit auch zwischen den einzelnen Anwendungen von Galcanezumab erhalten bleibt – von der ersten bis zur letzten Woche nach der subkutanen Injektion (11).
Die Anwendung von Galcanezumab folgt dem Prinzip 2–1–0: Gestartet wird mit der einmaligen Gabe der zweifachen Dosis (2 x 120 mg). Anschließend reicht die Erhaltungsdosis von 120 mg einmal pro Monat aus – mit der Aussicht, dass manche Patienten Monate mit null MKT erreichen können (5, 10).

Praxis zeigt: Migränefreie Monate sind möglich

Wie sich die Umstellung von einer konventionellen, oralen Migräne-Prophylaxe auf Galcanezumab für den einzelnen Patienten auswirkt, verdeutlichte
Lewis an Fallbeispielen aus seiner Praxis. So stellte er eine 27-jährige Patientin vor, die seit ihrem 15. Lebensjahr an Migräne leidet. Die meist 2
Tage andauernden Attacken mit im Schnitt 8 MKT pro Monat, führten zu einem hohen Leidensdruck und deutlichen Einschränkungen in Beruf und
Freizeit. Dabei verstärkten begleitend auftretende depressive Phasen sowie eine Angsterkrankung und eine chronische Schmerzstörung ihre Migräne zusätzlich. Sämtliche Versuche einer medikamentösen Migräne-Prophylaxe erwiesen sich als unwirksam oder wurden aufgrund von Unverträglichkeiten abgebrochen. Im Juli 2019 erfolgte die Umstellung auf Galcanezumab. Im ersten Monat führte die Galcanezumab-Behandlung mit nur 2 MKT zu einer deutlichen Verbesserung der Migräne. Bereits im Folgemonat konnte die Patientin von einem gänzlich migränefreien Monat profitieren. Nach nunmehr einem Jahr hat die Patientin im Schnitt nur noch einen MKT pro Monat und kann bisher auf 4 migränefreie Monate zurückblicken. Auch die Intensität der Kopfschmerzen hat sich gebessert, sodass sie ihre Akutmedikation reduzieren konnte und seit November 2019 wieder Vollzeit arbeitet. „Seit langem fühlt sich meine Patientin nun erstmals wieder im Alltag voll belastbar und kann ihren Hobbys und ihrem Beruf wieder nahezu uneingeschränkt nachgehen. Ihre Migräne beschreibt sie selbst als so gut wie nicht mehr präsent“, resümiert Lewis.

Fazit für die Praxis

Es erfüllen deutlich mehr Migräne-Patienten die von den Leitlinien geforderten Kriterien für eine adäquate Migräne-Prophylaxe als tatsächlich entsprechend behandelt werden. Mangelnde Wirksamkeit und Unverträglichkeiten gegenüber den eingesetzten Arzneimitteln sind die Hauptgründe dafür. Mit dem monoklonalen CGRP-Antikörper Galcanezumab besteht die Möglichkeit, die Versorgungssituation bei Patienten mit mindestens 4 MKT pro Monat zu verbessern: Durch die einfache Anwendung, die sehr gute Verträglichkeit und nicht zuletzt durch die Chance, einzelne migränefreie Monate zu erreichen, können Betroffene von einer spürbar schnellen und zuverlässig anhaltenden Verbesserung ihrer Lebensqualität profitieren (5-11).

Quelle: Lilly

Literatur:

(1) Katsarava Z et al. J Headache Pain 2018; 19: 10.
(2) Deutsche Gesellschaft für Neurologie (DGN) und Deutsche Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft (DMKG). Neue Migräne-Leitlinie veröffentlicht: Patienten in Deutschland müssen besser versorgt werden. Presseinformation vom 26. April 2018.
(3) Diener HC et al. Therapie der Migräneattacke und Prophylaxe der Migräne. S1-Leitlinie, 2018. In: Deutsche Gesellschaft für Neurologie. Hrsg. Leitlinien für Diagnostik und Therapie in der Neurologie.
(4) Diener HC et al. Prophylaxe der Migräne mit monoklonalen Antikörpern gegen CGRP oder den CGRP-Rezeptor, Ergänzung der S1-Leitlinie Therapie der Migräneattacke und Prophylaxe der Migräne, 2019. In: Deutsche Gesellschaft für Neurologie. Hrsg. Leitlinien für Diagnostik und Therapie in der Neurologie.
(5) Aktuelle Emgality® Fachinformation.
(6) Stauffer VL et al. JAMA Neurol 2018; 75: 1080-1088.
(7) Skljarevski V et al. Cephalalgia 2018; 38: 1442-1454.
(8) Detke HC et al. Migraine Trust International Symposium – 17th Biennial (MTIS); 6.-9. September 2018; London, United Kingdom. MTIS18LB-328.
(9) Aurora SK and Zhang Q. 60th Annual Scientific Meeting of the American Headache Society (AHS); 28 June-1 July, 2018; San Francisco, CA, USA. Abstract PS46.
(10) Rosen N et al. Headache 2018; 58: 1347-1357.
(11) Samaan KH et al. 19th Congress of the International Headache Society (IHC); 5.-8. September 2019; Dublin, Ireland. IHC-LB-033.


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