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Medizin

15. März 2017 Mometason zur Selbstmedikation

Die Entlassung des Wirkstoffes Mometason aus der Verschreibungspflicht verspricht vielen Betroffenen eine Erleichterung im Umgang mit saisonaler allergischer Rhinitis. MometaHEXAL®  wird als Heuschnupfenspray für die Selbstmedikation angeboten. Heuschnupfen ist die häufigste allergische Erkrankung mit stetig steigender Inzidenz und geht oftmals mit Komorbiditäten einher (1). Eine umfangreiche Beratung in der Apotheke ist daher wichtig und unerlässlich. Bei einer Apotheken-Schulungsreihe informierten namhafte Experten über die neue Therapieoption und geben dabei wichtige Hinweise für die Patientenberatung in der Apotheke.
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Basistext
„Jeder 4. Deutsche leidet an einer Allergie und jede 10. Krankschreibung lässt sich auf eine Allergie zurückführen.“ – Mit diesen Worten eröffnete Dr. Claudia Rosado, Apothekerin aus München, das Hexal-Praxisseminar „NEUE Therapieoption bei Heuschnupfen“ am 31.01.2017 in Frankfurt am Main und betonte damit zugleich die zunehmende Häufigkeit und Aggressivität von Allergien (1).

Adäquate Allergiebehandlung wichtig, um Komorbiditäten vorzubeugen

Eine allergische Reaktion läuft in der Regel in zwei Phasen ab. Nach einer vorangegangenen Sensibilisierung kommt es innerhalb weniger Minuten nach dem Kontakt mit dem auslösenden Allergen zu einer hauptsächlich histaminvermittelten Sofortreaktion mit Symptomen wie ständigem Niesen, Fließschnupfen, verstopfter Nase oder juckenden, tränenden Augen (1). Nach zwei bis acht Stunden kann es zu einer verzögerten Sofortreaktion kommen, ausgelöst durch sekundäre Mediatoren wie Leukotriene oder Tryptasen (2). Die Einwanderung von Entzündungszellen, Bindung und Freisetzung von Entzündungsmediatoren und ein verstärktes Entzündungsgeschehen, wie eine nachhaltig verstopfte Nase, sind die Folgen (2). Bleiben diese Symptome unbehandelt oder werden sie nur unzureichend behandelt, kann es zu einem Etagenwechsel mit allergischem Asthma bronchiale oder einer chronischen Sinusitis kommen. „Um Komorbiditäten wie Asthma, Sinusitis oder einer allgemein eingeschränkten Leistungsfähigkeit vorzubeugen, ist eine adäquate und ansprechende Behandlung von Allergien wesentlich“, betonte Dr. David Reinhardt, Facharzt für Hals-, Nasen-, Ohrenheilkunde aus Bad Wörishofen. Die saisonale allergische Rhinitis (Heuschnupfen) ist dabei die häufigste allergische Erkrankung mit stetig steigender Inzidenz (1).

Therapie der ersten Wahl bei allergischer Rhinitis

Sowohl die Clinical Practice Guideline: Allergic Rhinitis, als auch die internationale ARIA-Arbeitsgruppe empfehlen nasale Glukokortikoide wie Mometason als effektivste Arzneisubstanzen bei der Behandlung der allergischen Rhinitis und damit als eine Therapie der ersten Wahl (3,4). „Topische Glukokortikoide wie Mometason wirken nicht nur antiallergisch, sondern sind die stärksten Entzündungshemmer“, informierte Dr. Rosado die Teilnehmer. Sie greifen gezielt in das Entzündungsgeschehen im Bereich der Nasenschleimhaut ein und hemmen neben Histamin eine Vielzahl weiterer entscheidender Entzündungsmediatoren. So werden effektiv alle Symptome der allergischen Rhinitis, einschließlich der nasalen Obstruktion, reduziert. Dr. Reinhardt ergänzte, dass durch den Nasookular-Reflex häufig auch die Heuschnupfensymptome an den Augen gelindert werden.

Mometason rezeptfrei erhältlich

Unter den topischen Glukokortikoiden weist der Wirkstoff Mometason das günstigste Wirkungs- und Nebenwirkungsprofil auf, betonte Dr. Rosado. Der Wirkstoff wird nach der intranasalen Applikation praktisch nicht systemisch resorbiert und wirkt daher so gut wie ausschließlich am Ort der Anwendung (5). „Da die systemische Bioverfügbarkeit von Mometason <1% ist und der Wirkstoff zusätzlich einen hohen First-pass Effekt vorweist, sind systemische Nebenwirkungen praktisch ausgeschlossen“, hob Dr. Rosado hervor. Die Entlassung des beliebten Wirkstoffs aus der Verschreibungspflicht für die symptomatische Behandlung der saisonalen allergischen Rhinitis bei Erwachsenen begrüßten beide Referenten sehr. Dieser sogenannte OTC-Switch stelle einen Meilenstein für die Selbstmedikation dar, gehe aber auch mit einem Bedeutungszuwachs der Beratungsfunktion von Apotheker/innen und PTAs einher. „Ein Eckpfeiler in der Beratung ist die Frage nach der ärztlichen Erstdiagnose“, so Dr. Reinhardt, sie sollte daher auf jeden Fall in das Beratungsgespräch in der Apotheke eingebaut werden.

Wirkstoff Mometason enthalten in MometaHEXAL®

Heuschnupfenspray, für die intranasale Anwendung nach einer ärztlichen Erstdiagnose des Heuschnupfens in einer maximalen Tagesdosis von bis zu 200 µg für Erwachsene ab 18 Jahren in der Apotheke rezeptfrei erhältlich (6). Das rezeptpflichtige MometaHEXAL® Nasenspray kann weiterhin zur symptomatischen Behandlung einer saisonalen allergischen Rhinitis auf Rezept verordnet werden, allerdings nur bei Kindern ab drei Jahren. Bei Erwachsenen mit dieser Indikation ist keine Rezeptfähigkeit mehr gegeben – Cave Regress. Die symptomatische Behandlung der perennialen Rhinitis bei Erwachsenen und Kindern ab drei Jahren sowie die Behandlung einer Polyposis bei Patienten ab 18 Jahren ist weiterhin rezeptpflichtig.
 

Quelle: Hexal

Literatur:

(1) Renz H et al. Allergieforschung in Deutschland. Ein Atlas mit Bestandsaufnahme, Defizit- und Bedarfsanalyse. Hrsg. Deutsche Gesellschaft für Allergologie und klinische Immunologie (DGAKI) 2008, S1-80
(2) Galli SJ et al. The development of allergic inflammation, in: Nature 2008 (454): S445-454
(3) Seidman M et al. Clinical Practice Guideline: Allergic Rhinitis, in: Otolaryngology–Head and Neck Surgery 2015 (152): S1-43
(4) Bousquet J et al. Allergic Rhinitis and its Impact on Asthma (ARIA) 2008. Allergy 2008, 63: 8-160
(5) Daley-Yates PT et al. Bioavailability of fluticasone propionate and mometasone furoate aqueous nasal sprays. Eur J Clin Pharmacol 2004, 60: 265-268
(6) Fünfzehnte Verordnung zur Änderung der Arzneimittelverschreibungsverordnung vom 27. September    2016 i.V.m. § 48 Abs. 2 S. 1 Nr. 3 AMG


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