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Medizin

29. November 2017 Multimodale Therapiekonzepte bei Osteosarkopenie schließen Ernährungsinterventionen ein

Patienten mit einer Osteosarkopenie haben ein hohes Sturz- und Frakturrisiko und bedürfen eines multimodalen Therapiekonzeptes, bei dem Ernährungsinterventionen eine wichtige Rolle spielen – so der Tenor der Experten beim Mittagssymposium „Sarkopenie und Osteoporose: Die Herausforderung im Alter“ im Rahmen des Gerontologie- und Geriatrie-Kongresses 2017 in Frankfurt (1).
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PD Dr. Michael Drey, München, nahm eine Differenzierung der Begriffe Sarkopenie und Osteosarkopenie vor und machte deutlich, dass bei einer Sarkopenie der Verlust von Muskelmasse sowie Muskelkraft und -funktion im Vordergrund stehe. Zur Beurteilung werden u.a. Gehgeschwindigkeit, Handkraft und Aufstehgeschwindigkeit (Chair Rising Time) herangezogen (2,3). „Während in den USA bereits ein ICD-10-Code für Sarkopenie zur Verfügung steht, wird dieser in Deutschland vorrausichtlich erst in 2018 eingeführt werden“, so Drey.

Osteosarkopenie – muskuläre und ossäre Defizite

Bei osteosarkopenen Patienten kommen zu den muskulären Defiziten zusätzlich ein erhöhter Knochenumsatz bzw. eine verschlechterte Knochenarchitektur (Osteopenie/Osteoporose) hinzu (4,5). Daraus resultiert eine im Vergleich zu sarkopenen bzw. osteoporotischen oder
osteopenen Patienten stark erhöhte Prävalenz von Stürzen und Frakturen (6). Die Ätiologie der Osteosarkopenie ist vielfältig – eine relevante Rolle spielen u.a. der Rückgang von Sexualhormonen, körperliche Inaktivität, eine zunehmende Fettinfiltration von Muskel und Knochen sowie Malnutrition und Vitamin-D-Mangel (7). „Zur Behandlung der Osteosarkopenie bedarf es eines multimodalen Konzeptes mit Ernährungsinterventionen, körperlichem und kognitivem Training sowie einer spezifischen medikamentösen Therapie“, so Drey.

Prof. Dr. Ralf Schmidmaier, München, betonte die Bedeutung von Vitamin D für die Knochengesundheit und zeigte die hohen Defizite in der Vitamin-D-Versorgung der älteren Bevölkerung in Deutschland auf. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt eine tägliche Zufuhr von 800 IE Vitamin D für Menschen über 70 Jahre für den Erhalt des muskoskelettalen Apparates (8).

Mit Ernährungsinterventionen Defizite ausgleichen

„Bei älteren Menschen mit ossären und muskulären Defiziten spielt eine bedarfsgerechte Ernährung eine zentrale Rolle“, betonte Prof. Dr. Dorothee Volkert, Erlangen/Nürnberg. Reicht die Nahrungsaufnahme nicht aus, um eine adäquate Zufuhr an Energie, Eiweiß und Mikronährstoffen zu gewährleisten, sieht die DGEM-Leitlinie Geriatrie bei älteren gebrechlichen Menschen Trinknahrung als Teil eines umfassenden individuellen Ernährungskonzeptes vor (9).

Volkert betonte: „Eine Reihe von Studien geben eine deutliche Evidenz für die Rolle einer ausreichenden Proteinzufuhr und körperlicher Aktivität als zentrale anabole Reize für die Synthese von Muskelprotein.“ Sie präsentierte dazu u.a. eine Studie, die zeigt, dass aus einer gleichmäßigen Verteilung des Nahrungsproteins auf die 3 Hauptmahlzeiten eine effizientere körpereigene Proteinsynthese resultiert als bei einer Proteinzufuhr, die sich beispielsweise nur auf das Abendessen konzentriert (10). Eine besondere Rolle bei der Synthese von Muskelprotein scheint Volkert zufolge außerdem die Aminosäure Leucin zu spielen (11). In einer aktuellen Proof-of-Principal-Studie mit 380 sarkopenen älteren Patienten konnten mit einem Leucin-angereicherten Nahrungssupplement über 13 Wochen eine Zunahme der Muskelmasse sowie funktionelle Verbesserungen der unteren Extremitäten erzielt werden, was sich u.a. in einer verkürzten Aufstehzeit zeigte (12).

Einen wichtigen und effizienten Beitrag zur Verbesserung des Ernährungszustandes kann eine vollbilanzierte medizinische Trinknahrung wie z.B. Fortimel® zur ergänzenden oder ausschließlichen Ernährung leisten. Die medizinische Trinknahrung Fortimel® steht in zahlreichen Produktvarianten zur Verfügung, um den individuellen Bedürfnissen der unterschiedlichen Patienten gerecht zu werden. Fortimel® Extra ist eine hochkalorische und eiweißreiche Trinknahrung ohne Ballaststoffe. Das verordnungsfähige Produkt ist besonders geeignet für Patienten mit erhöhtem Energie- und Eiweißbedarf bzw. mit Eiweißmangel. Es ist in vier Geschmacksrichtungen (Vanille, Erdbeere, Waldfrucht und Schokolade) verfügbar.

Quelle: Nutricia

Literatur:

(1) Mittagssymposium „Sarkopenie und Osteoporose: Die Herausforderung im Alter – Was ist aus medizinischer Sicht sinnvoll?“ im Rahmen des Jahreskongresses der Dt. Gesellschaft für Gerontologie und Geriatrie (DGG) am 28. September 2017 in Frankfurt; Veranstalter: Nutricia GmbH, Erlangen
(2) Cruz-Jentoft AJ et al. Age Aging 2010; 39(4):412-23
(3) Morley JE et al. J Am Med Dir Assoc 2011;12(6):403-9
(4) Huo YR et al. JAMDA 2016;16:290-295
(5) Drey M et al. Aging Clin Exp Res 2015
(6) Huo et al. J Nutr Health Aging 2015;19(4):474-480
(7) Hirschfeld et al. Osteoporos Int 2017
(8) Gielen E, Calcif Tissue Int 2017;101:111-131
(9) Volkert et al. Aktuel Ernaehr Med 2013;38(02):97-111
(10) Paddon-Jones D & Rasmussen BB, Curr Opin Clin Nutr Metabol Care 2009;12(1):86-90
(11) Katsanos CS et al. Am J Physiol Endocrinol 2006;291(2)E381-7
(12) Bauer JM et al. JAMDA 2015;16:740-747


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