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Medizin

05. Februar 2018
Seite 2/2

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Lange therapiefreie Zeit dank Impulstherapie

Heute wird nach Prof. Dr. Tjalf Ziemssen, Dresden, bei der Behandlung der MS nicht mehr zwischen einer Basis- und einer Eskalationstherapie unterschieden und auch die Grenze zwischen einer mild/moderaten oder aktiv/hochaktiven MS ist oft nicht eindeutig zu ziehen. „Wir müssen uns bei der Therapiewahl vielmehr an der individuellen Krankheitssituation des Patienten orientieren“, forderte der Neurologe in München. Vor allem mit Blick auf den Hirnvolumenverlust ist nach Ziemssen eine frühzeitige effektive Behandlung angezeigt, es gilt mit der Frühtherapie konsequent das „1. Window of Opportunity“ zu nutzen und mit einer eventuell notwendigen Therapieoptimierung ebenso das „2. Window of Opportunity“.
 
In beiden Krankheitssituationen stellt Alemtuzumab nach Ziemssen eine effektive Behandlungsoption dar. Das belegen die aktuell beim diesjährigen ECTRIMS in Paris vorgestellten 7-Jahres-Daten aus den Verlängerungsstudien der Alemtuzumab-Zulassungsstudien CARE-MS I und CARE-MS II (8,9). Die Daten dokumentieren eine über den gesamten Zeitraum anhaltend niedrige Schubrate, wobei 60% der Patienten in CARE-MS I (therapienaive Patienten) und 51% der Patienten in CARE-MS II (vorbehandelte Patienten) in den Jahren 3 bis 7 schubfrei blieben. Bei 78% der Patienten in Care MS I und 73% in CARE MS II resultierte zudem ein stabiler oder sogar verbesserter EDSS und bei der Mehrzahl der Patienten gab es keinen Hinweis auf eine Krankheitsaktivität in jedem Jahr der Verlängerungsstudie (8,9).
 
Konsistentes Sicherheits- und Verträglichkeitsprofil

Selbstverständlich seien die Patienten im Aufklärungsgespräch auch über die potenziellen Nebenwirkungen der möglichen Behandlungsformen zu informieren, so hieß es in München weiter. Für Teriflunomid wie auch Alemtuzumab belegen die vorliegenden Langzeitstudien ein günstiges Nutzen-Risiko-Profil mit konsistenten Sicherheits- und Verträglichkeitsdaten (8, 9, 10).
 

Als häufigste Nebenwirkungen von Teriflunomid werden eine Erhöhung des ALT-Werts, Kopfschmerzen, Diarrhoe, Übelkeit und eine meist reversibel verminderte Haardichte** berichtet (11). Unter Alemtuzumab ist vor allem mit infusionsbedingten Reaktionen zu rechnen, hierbei insbesondere mit Kopfschmerzen, Hautausschlag und Fieber. Weitere mögliche Nebenwirkungen sind meist leichte bis mittelschwere Infektionen sowie sekundäre Autoimmunstörungen wie idiopathische thrombozytopenische Purpura (ITP), Nephropathien (einschließlich Goodpasture-Syndrom) und Schilddrüsenerkrankungen (Hyper- und Hypothyreose). Die Nebenwirkungen sind durch die regelmäßigen Kontrolluntersuchungen in aller Regel frühzeitig zu erkennen und gut zu behandeln (12).
 
* In den Zulassungsstudien TEMSO und TOWER betrug die Schubratenreduktion als primärer Endpunkt
31,5% bzw. 36,3% gegenüber Placebo. Unterschiedliche Werte zwischen Zulassungsstudien und Post­hoc­Analyse der gepoolten Daten beider Zulassungsstudien aufgrund unterschiedlicher Fragestellungen und statistischer Voraussetzung.
** 87,1% der Fälle unter Teriflunomid 14 mg behandelten Patienten bildeten sich zurück. Bei  1,3% der Fälle kam es zu einem Behandlungsabbruch.

Quelle: Sanofi Genzyme

Literatur:

(1) O´Connor P et al. N Engl J Med 2011; 385 (14): 1293-1303
(2) Confavreux C et al. Lancet Neurol 2014; 13 (3): 247-256
(3) Miller AE et al. J Neurol 2014;261(9)(Suppl 1):1781-1788.
(4) Freedman MS et al., ECTRIMS-ACTRIMS 2017, Paris, France, Poster P1203,  https://onlinelibrary.ectrims-congress.eu/ectrims/2017/ACTRIMS-ECTRIMS2017/200858/mark.s.freedman.long-term.disability.outcomes.in.patients.treated.with.html?f=media=2 (Letzter Zugriff: 06.11.2017).
(5) Freedman MS et al. ECTRIMS 2016, London, P734, http://onlinelibrary.ectrims-congress.eu/ectrims/2016/32nd/146574/mark.s.freedman.teriflunomide.is.effective.in.reducing.brain.volume.lost.in.html?f=m3 (Letzter Zugriff : 26.09.2017)
(6) Kallmann BA et al., DGN 2017, Leipzig, Germany, IP003, https://www.dgnvirtualmeeting.org/resources/teriflunomide-in-patients-with-relapsing-remitting-multiple-sclerosis-switching-from-otherdmts-interim-analysis-of-taurus-ms-i-b3c55d81-2699-4dae-91f3-d870de9f1b2c (letzter Aufruf 17.11.2017).
(7) Coyle PK et al., Mult Scler Relat Disord 2017; 17: 107-115
(8) Coles A.J., et al ECTRIMS 2017, Paris, France, P1188, https://onlinelibrary.ectrims-congress.eu/ectrims/2017/ACTRIMS-ECTRIMS2017/200843/alasdair.j.coles.alemtuzumab.durably.improves.clinical.outcomes.in.patients.html?f=media=2*speaker=509490, Letzter Zugriff: 17.11.2017
(9) Singer B.A., et al ECTRIMS 2017, Paris, France, P736, https://onlinelibrary.ectrims-congress.eu/ectrims/2017/ACTRIMS-ECTRIMS2017/200391/barry.singer.durable.improvements.in.clinical.outcomes.with.alemtuzumab.in.html?f=media=2*speaker=64422, Letzter Zugriff: 17.11.2017
(10) O’Connor et al, Neurology 2016; 86(10): 920-930
(11) Fachinformation AUBAGIO®, Stand Juni 2017
(12) Fachinformation LEMTRADA®, Stand Dezember 2017

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