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Medizin

21. Oktober 2019 Multispezies-Probiotika: Vorreiter in der probiotischen Medizin

Eine im Fachjournal Nature Communications veröffentlichte Publikation des King's College London zeigt eindrucksvoll, dass mikrobielle Teams – sogenannte Multispezies-Probiotika – im Bereich der probiotischen Medizin klar gegenüber Produkten mit nur einer einzigen bakteriellen Art zu
bevorzugen sind, wenn es um die Verbesserung der menschlichen Gesundheit geht. Dazu wurden die Daten von mehr als 1.000 Zwillingspaaren aufwändig analysiert.
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Fachinformation
DNA-Sequenzierung ermöglicht Verständnis des Darm-Mikrobioms

Unser Verdauungstrakt beherbergt Billionen von Mikroben, hauptsächlich Bakterien, die uns helfen, Nahrung zu verdauen, Vitamine herzustellen,
das Immunsystem zu stärken, uns vor pathogenen Keimen zu schützen und Metabolite zu produzieren, die sich äußerst positiv auf unsere Gesundheit auswirken. Die jüngsten Fortschritte in der DNA-Sequenzierung ermöglichten es den Wissenschaftlern, nicht nur zu verstehen, welche Mikroben unseren Darm bewohnen, sondern auch zu erkennen, welche Funktionen sie ausüben, wie sie mit der Umwelt in unserem Darm interagieren und wie wesentlich sie unseren Stoffwechsel und unsere Gesundheit beeinflussen. Ihr Vorkommen, speziell aber auch ihre Absenz werden mit vielen Krankheiten in Verbindung gebracht – von metabolisch bis neurologisch.

Wie die Arbeit des King's College nun klar bestätigt, findet nicht nur zwischen den Bakterien und den Darmzellen ein intensiver Dialog statt, sondern auch zwischen der Darm-Mikrobiota und unserem Blut – und das erklärt, warum die Zusammensetzung unserer Darmmikroben so stark mit unserer Gesundheit verbunden ist. Rund 93% dieses Dialogs sollen laut Studie (1) mikrobielle Funktionen betreffen. Glücklicherweise kann man die Anzahl und Aktivität unserer Mitbewohner im Darm durch Ernährung, Lebensstil sowie die Einnahme von Probiotika und Präbiotika ganz wesentlich beeinflussen.

Darmbakterien arbeiten im Team

Während sich die Forschung hauptsächlich auf die gesundheitlichen Auswirkungen einzelner mikrobieller Arten konzentriert hatte, zeigt diese neueste und bisher umfassendste Studie des King's College London, dass mikrobielle Teamarbeit tatsächlich viel wichtiger ist als eine einzelne Art, die allein arbeitet.
Mikroben arbeiten in Gruppen, um verschiedene Funktionen zu erfüllen. Das, was im Darm aufgrund unserer Nahrungsaufnahme vorhanden ist, nutzen diese Bakterien und produzieren in großer Anzahl jene Moleküle, die dann unseren Stoffwechsel beeinflussen. „Durch die Sequenzierung der
mikrobiellen DNA können wir jene 'Fingerabdrücke' identifizieren, die es uns ermöglichen, eine Art von einer anderen zu unterscheiden. Wir können
auch ihre Gene untersuchen und die Funktionen vorhersagen, die sie ausführen“, so Mario Falchi (2), Mitautor der im Fachjournal Nature Communications publizierten Studie.

Analyse von über 1.000 Zwillingsdaten

Anhand von über 1.000 Daten aus der Kohorte „TwinsUK“ verglichen die Studienautoren, wie sich Zwillinge hinsichtlich ihrer Mikroben-Arten im
Darm unterscheiden und wie sich dies in Bezug auf die Funktionen, welche diese Bakterienteams ausüben, auswirkt. Zwar teilen nur 43% der
Bakterien-Arten im Darm, jedoch sind 82% der mikrobiellen Funktionen genau gleich. Tatsächlich können verschiedene Mikroben ähnliche
Funktionen übernehmen: „Dann haben wir Hunderte von Molekülen im Darm und im Blut gemessen – repräsentativ für den mikrobiellen und menschlichen Stoffwechsel – und geprüft, ob ihre Häufigkeit stärker mit dem Vorhandensein bestimmter mikrobieller Arten oder den mikrobiellen
Funktionen von mikrobiellen Teams zusammenhängt. Wieder gewann die Teamarbeit, wobei mikrobielle Funktionen wichtiger waren als einzelne
Mikroben, da sie eine größere Anzahl von Assoziationen mit der molekularen Zusammensetzung von Darm und Blut zeigten“, ergänzt Falchi
(2).

Grazer Forschungs-Unternehmen als Pionier der Multispezies-Probiotika

Vor knapp 25 Jahren wurde durch Anita Frauwallner das erste Multispezies-Probiotikum – OMNi-BiOTiC® 6 – in Österreich auf den Markt gebracht. Heute freut sich die Gründerin und Leiterin des Instituts AllergoSan über dieses sensationelle Studienergebnis, das ihre Pionierarbeit bestätigt: „Ich bin froh, dass diese international anerkannte Arbeit des King's College unumstößlich zeigt, dass sich zukünftige Behandlungen zur Verbesserung der menschlichen Gesundheit auf mikrobielle Teams konzentrieren müssen. Das Team gewinnt immer gegen den Einzelkämpfer – aufgrund höherer Spezialisierungsmöglichkeiten und aufgrund der besseren Kommunikation. Deshalb gibt es im OMNi-BiOTiC®-Portfolio nur Multispezies-Präparate – und auch in Zukunft wird es nur diese geben, weil sie erfolgreicher sind!“

Quelle: AllergoSan

Literatur:

(1) A. Visconti et al., Interplay between the human gut microbiome and host metabolism, Nat. Commun., vol. 10, no. 1, p. 4505, Dec. 2019. https://www.nature.com/articles/s41467-019-12476-z 
(2) https://theconversation-com.cdn.ampproject.org/c/s/theconversation.com/amp/gut-bacteria-work-in-teams-new-study-finds-heres-why-thats-important-for-your-health-124601 (abgerufen am 07.10.2019).


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