Donnerstag, 12. Dezember 2019
Navigation öffnen
Anzeige:

Medizin

24. April 2019 Mykobakterien: Potenzielle Zielproteine für die Antibiotikaentwicklung identifiziert

Wissenschaftler der Universität Freiburg haben erstmals ein Transportprotein in Mykobakterien identifiziert, das für die Aufnahme des Kohlenhydrats L-Arabinofuranose verantwortlich ist. Die Hauptautoren der Studie haben dabei eine neue Methode angewendet, die auch künftig die Bestimmung von Transportproteinen in Mykobakterien vereinfachen könnte. Diese Klasse von Proteinen könnte in Zukunft eine zentrale Rolle bei der Entwicklung neuartiger Medikamente gegen Mykobakterien spielen, um Krankheiten wie Tuberkulose beim Menschen zu behandeln. Ihre Ergebnisse haben die Forschenden in der Fachzeitschrift „Cell Chemical Biology“ veröffentlicht.
Protein charakterisiert

Transportproteine sitzen in der Membran der Zelle und sind dafür zuständig, Nährstoffe in diese aufzunehmen oder toxische Substanzen aus ihr herauszuschleusen. Sie steuern also Vorgänge, die für die Zelle überlebensnotwendig sind. Bisher ist nur wenig über die Proteine bekannt, da sie aufgrund ihrer chemischen Eigenschaften schwer zu untersuchen sind. Die Freiburger Wissenschaftler haben das identifizierte Protein anhand seines Substrats charakterisiert, also des Nährstoffs L-Arabinose, den das Protein an sich bindet. Als Modellorganismus diente dem Team dabei eine Untergruppe des Bakteriums, das Mykobakterium smegmatis.

Bestimmung des L-Arabinofuranose-Transporters

Das Team entwickelte eine Methode, bei der es die Genexpression – also das gezielte Ablesen von Genen und das Umschreiben in Proteine – durch das Substrat auslöste. Anschließend untersuchten sie die aus der Membran isolierten Proteine mit dem Verfahren der Massenspektrometrie. So gelang es den Freiburger Forschenden auf einfache Weise, Transportproteine zu identifizieren, die für die Aufnahme eines bestimmten Nährstoffs verantwortlich sind. Zudem konnten die Wissenschaftler den L-Arabinofuranose-Transporter bestimmen, dessen Eigenschaften sie unter anderem durch Proteinkristallographie weiter charakterisierten. Die Arbeit des Teams könnte die Identifizierung von Transportproteinen in Mykobakterien stark vereinfachen und dazu beitragen, potenzielle Zielproteine für die Antibiotikaentwicklung zu finden.
 

Quelle: Albert-Ludwigs-Universität Freiburg


Das könnte Sie auch interessieren

Der Patienten- und Pflegebeauftragte der Bayerischen Staatsregierung rät zur Patientenverfügung

Der Patienten- und Pflegebeauftragte der Bayerischen Staatsregierung rät zur Patientenverfügung
© Pixelot / fotolia.com

Die Patientenverfügung ist wichtig, wenn durch Unfall, Krankheit oder Alter der eigene Wille nicht mehr ausgedrückt werden kann. Denn: Angehörige dürfen im Ernstfall keine medizinischen Entscheidungen treffen. Darauf weist Christian Bredl, Chef der Techniker Krankenkasse (TK) in Bayern, hin. Er rät deshalb dazu, rechtzeitig eine Patientenverfügung schriftlich zu fixieren.  

Rezeptfreie Schmerzmittel: Packungsbeilage beachten und Apotheker fragen

Rezeptfreie Schmerzmittel: Packungsbeilage beachten und Apotheker fragen
© Nenov Brothers / Fotolia.com

Rezeptfreie Schmerzmittel sind wirksam und sicher. „Sie sollten jedoch – wie alle anderen Arzneimittel – strikt nach Packungsbeilage eingenommen werden“, sagt Dr. Elmar Kroth, Geschäftsführer Wissenschaft beim Bundesverband der Arzneimittel-Hersteller e.V. (BAH). Er reagiert damit auf den Fernsehbeitrag des ARD-Magazins Plusminus vom 13.09.2017, der rezeptfreie Schmerzmittel als gefährlich darstellt.

Handhygiene stärken – Krankenhausinfektionen vermeiden

Handhygiene stärken – Krankenhausinfektionen vermeiden
© Picture-Factory / fotolia.com

Es ist die denkbar einfachste Hygienemaßnahme der Welt: das Händewaschen. Vielleicht wird seine Effizienz gerade deshalb oft unterschätzt. Anlässlich des Internationalen Tages der Händehygiene, den die WHO am 5. Mai begeht, erinnert die Deutsche Gesellschaft für Infektiologie (DGI) daran, dass eine sorgsame Händehygiene das mit Abstand wichtigste und effektivste Mittel ist, um die Übertragung und Ausbreitung von Infektionen zu begrenzen. Dies gilt nicht nur im Alltag, sondern gerade auch in Kliniken und Gesundheitseinrichtungen. Anstatt ineffiziente...

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"Mykobakterien: Potenzielle Zielproteine für die Antibiotikaentwicklung identifiziert "

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der rsmedia GmbH widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.