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Medizin

09. Januar 2017 Naloxegol bei opioid-induzierter Obstipation

Die opioid-induzierte Obstipation (OIC) ist die häufigste Nebenwirkung der Opioid-Therapie. Weil sie die Lebensqualität stark beeinträchtigt, kann sie weitreichende Folgen für die Schmerztherapie haben – bis hin zum eigenmächtigen Absetzen der Opioide durch den Patienten. Mit den peripherally acting µ-opioid receptor antagonists (PAMORA) steht eine OIC-Therapie für Patienten zur Verfügung, die auf Laxantien nicht adäquat ansprechen.
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Die Obstipation als Nebenwirkung von Opioiden (OIC) muss unbedingt ernst genommen werden, betonte Prof. Dr. Martin Storr aus Starnberg auf einer Presseveranstaltung des Unternehmens Kyowa Kirin in Frankfurt. Sie entsteht, weil die Opioide nicht nur – wie gewünscht – an die Opioid-Rezeptoren im ZNS binden, sondern auch an die µ-Rezeptoren im Gastrointestinaltrakt. Dadurch hemmen sie die Darmbewegung und die gastrointestinale Sekretion; zudem erhöht sich der Tonus des Schließmuskels. Die Obstipation beginnt mit Start der Opioid-Therapie. Im Gegensatz zu Sedierung, Übelkeit und Erbrechen ist bei ihr aber keine Toleranzentwicklung mit der Zeit zu beobachten.

Wie jede andere Obstipation wird die OIC gemäß dem allgemeingültigen Stufenschema in erster Linie mit Laxantien behandelt. Allerdings zeigen diese bei etwa der Hälfte der OIC-Patienten keine ausreichende Wirkung, wie Storr ausführte. In diesen Fällen kommen PAMORA infrage. Sie binden selektiv an die peripheren, aber nicht an die zentralen µ-Rezeptoren, blockieren die Bindung der Opioide im Gastrointestinaltrakt und vermeiden so die Obstipation.

Daten zur Wirksamkeit des PAMORA-Wirkstoffs Naloxegol (Moventig) stammen von Nicht-Tumor-Patienten: Unter Naloxegol lag die mediane Zeit bis zum ersten Stuhlgang nach Therapiebeginn bei 7,6 Stunden im Vergleich zu nahezu zwei Tagen unter Plazebo (1). Über zwölf Wochen sprachen zudem signifikant mehr Patienten auf die Therapie mit Naloxegol an als auf Plazebo: Bei Patienten, bei denen Laxantien nicht ausreichend wirksam gewesen waren, waren es 48% (Naloxegol) im Vergleich zu 30% (Plazebo), entsprechend einer relativen Erhöhung um 58% (2).

Dr. rer. nat. Anne Benckendorff, Frankfurt

 

Quelle: Pressekonferenz „Linderung verschaffen, Nebenwirkungen managen: Moderne Therapieoptionen bei Tumordurchbruchschmerz und Opioid-induzierter Obstipation“ am 14. Dezember 2016 in Frankfurt am Main; Veranstalter: Kyowa Kirin

Literatur:

(1) Tack J et al., United European Gastroenterol J 2015; 3: 471-480
(2) Chey WD et al. N Engl J Med. 2014; 370: 2387-2396


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