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Medizin

07. Februar 2018
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Natriumhydrogencarbonat – ein akzessorisches Antidiabetikum

Der wichtigste Puffer im menschlichen Stoffwechsel ist Natriumhydrogencarbonat. Eine zentrale Rolle bei der Pufferung spielen die Nieren. Sind diese chronisch geschädigt, ist deren Fähigkeit zur Säureregulation mittels Natriumhydrogencarbonat reduziert. Dies stellt die Ausgangslage für eine chronische metabolische Azidose im Vor- und Dialysestadium dar.
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Eine frühe und konsequente Therapie von Störungen des Säure-Basen-Status, also bereits bei der latenten und der nicht dekompensierten Azidose (ab Standardbicarbonat [HCO3¯std] in der BGA unter 22 mmol/l), lässt klinisch positive Effekte erwarten: Das betrifft auch Patienten mit Diabetes mellitus. Diese haben ein erhöhtes Risiko für die Entwicklung einer diabetischen chronischen Nierenschädigung bis hin zur dauernden Dialysepflicht! Damit droht eine chronische metabolische Azidose (cmA). Außerdem entstehen bei Insulinmangel durch die ersatzweise Energiegewinnung aus Fett (den Fettsäuren) reichlich Ketonkörper, die zur Ketoazidose führen können.

Auswirkungen auf den Diabetesstoffwechsel

In einer Studie wiesen Bellasi et al. durch orale Gabe von Natriumhydrogencarbonat (Interventionsgruppe) gegenüber einer Gruppe ohne NaHCO3¯-Zufuhr (Kontrollgruppe) nach einjähriger Therapie eine Abnahme der Insulinresistenz sowie ein Absinken der Serumspiegel von Glucose, HbA1c und Insulin nach (1). Beteiligt waren 145 Patienten, alle mit einem nicht-insulinabhängigen Diabetes mellitus sowie chronischer Nierenschädigung. Deutliche Unterschiede zeigten beide Gruppen im Diabetes-Management und bei den HOMA-IR Werten. Der HOMA-Index als mathematisches Modell ermöglicht, die Insulinsensitivität (HOMA-IR) und die Funktion der Beta-Zellen des Pankreas (HOMA-%B) mittels der Nüchtern Plasma-Glucose-Werte sowie der Insulinspiegel zu berechnen. War der Bedarf an antidiabetischer Medikation (Sulfonylharnstoffe und Biguanide) zu Studienbeginn gleich, so war er am Studienende in der Interventionsgruppe geringer als in der Kontrollgruppe. Die Interventionsgruppe hatte signifikant bessere HOMA-Werte als die Kontrollgruppe (HOMA IR: p = 0,004 im Vergleich zur Kontrolle, HOMA-%-B-Index: p = 0,036 [siehe Abb.]).
 
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