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Medizin

24. April 2019 Neovaskuläre altersabhängige Makuladegeneration: Effektives Praxismanagement mit Treat & Extend

Anlässlich des 7. Forums Oculus, dem Hauptstadt-Symposium von Bayer, diskutierten Experten über ein effektives Praxismanagement mit Aflibercept und Behandlungskonzepte wie „Treat & Extend“ für Patienten mit neovaskulärer altersabhängiger Makuladegeneration (nAMD).
Durchbruch mit VEGF

In der Behandlung der neovaskulären altersabhängigen Makuladegeneration (nAMD) konnte mit der Einführung von Substanzen zur Hemmung des Vascular Endothelial Growth Factors (VEGF) wie Aflibercept (Eylea®) ein entscheidender Durchbruch erreicht werden. Wie Prof. Dr. Peter Kaiser, Ohio, USA, ausführte, werden die positiven Daten aus kontrollierten Studien von umfangreichen Erfahrungen aus der klinischen Praxis flankiert. Wegweisend seien letztlich insbesondere die Real-world-Daten der nicht-interventionellen Kohortenstudie PERSEUS, wonach es im Praxisalltag entscheidend auf eine konsequente und kontinuierliche Behandlung ankomme, um dem chronischen Charakter der Erkrankung gerecht zu werden (1).

„Treat and extend“-Ansatz

Nach den teilweise ernüchternden Erfahrungen aus der Anfangszeit der Anti-VEGF-Therapie gelte es, sich jetzt den Herausforderungen der Therapieoptimierung zu stellen, so Prof. Dr. Philipp S. Müther, Aachen. Müther zufolge entwickelte sich mit dem Wunsch nach einer patientenspezifischen und individualisierten Behandlung das reaktive Behandlungsschema „Pro re nata“ (PRN), das jedoch nur auf den ersten Blick dem Bedarf entspreche. „Es kann bei PRN zu einer Fehleinschätzung kommen, wenn die Indikation zur erneuten intravitrealen operativen Medikamenteneingabe (IVOM) ausschließlich anhand eines Funktionsverlustes gestellt wird“, so Müther. Demgegenüber könne der „Treat and extend“-Ansatz (T&E) wesentliche Vorteile aufweisen. Das proaktive Therapiekonzept basiert auf im Voraus geplanten, in den Praxisalltag integrierten IVOM-Terminen. Die Behandlung startet zeitnah nach der Diagnose mit initial monatlichen Injektionen bis ein stabiler Befund vorliegt. Danach entscheiden aktuell erhobene Befunde der optischen Kohärenztomographie (OCT) und Visusmessungen je nach individuell festgestellter Krankheitsaktivität über eine Verlängerung oder Verkürzung der Zeit bis zum darauffolgenden Termin, erklärte Müther. Grundsätzlich erhielten die Patienten bei jedem Arztbesuch eine Injektion.

Individualisierter Ansatz

Mit diesem individuellen Vorgehen würde sowohl dem fortbestehenden Krankheitsprozess als auch der sich stets verändernden Krankheitsaktivität Rechnung getragen. In der offenen randomisierten klinischen prospektiven Phase-IV-Studie ALTAIR (2) wurde das T&E-Therapiekonzept systematisch untersucht. Mit diesem individualisierten Ansatz gelang es mit Aflibercept (3) im ersten Behandlungsjahr bereits bei rund 60% aller Patienten die Injektionsintervalle auf 12 Wochen und mehr auszuweiten bei gleichzeitigem Erhalt des initialen Visusgewinns.

 

Bettina Baierl

Quelle: Pressekonferenz „Aktuelle Therapieoptionen, molekulare Hintergründe und effektives Praxismanagement mit Eylea® (Aflibercept) bei nAMD-Patienten“ anlässlich des 7. Forum Oculus, 29. März 2019, Berlin; Veranstalter: Bayer

Literatur:

(1) Framme et al. Ophthalmology Retina 2018; 2(6): 539-549.
(2) Okada et al. AAO Congress 2017; ePoster PO185.
(3) Fachinformation Eylea®, Bayer AG Leverkusen, Stand Juli 2018.


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