Montag, 23. September 2019
Navigation öffnen

Medizin

24. April 2019 Neovaskuläre altersabhängige Makuladegeneration: Effektives Praxismanagement mit Treat & Extend

Anlässlich des 7. Forums Oculus, dem Hauptstadt-Symposium von Bayer, diskutierten Experten über ein effektives Praxismanagement mit Aflibercept und Behandlungskonzepte wie „Treat & Extend“ für Patienten mit neovaskulärer altersabhängiger Makuladegeneration (nAMD).
Anzeige:
Durchbruch mit VEGF

In der Behandlung der neovaskulären altersabhängigen Makuladegeneration (nAMD) konnte mit der Einführung von Substanzen zur Hemmung des Vascular Endothelial Growth Factors (VEGF) wie Aflibercept (Eylea®) ein entscheidender Durchbruch erreicht werden. Wie Prof. Dr. Peter Kaiser, Ohio, USA, ausführte, werden die positiven Daten aus kontrollierten Studien von umfangreichen Erfahrungen aus der klinischen Praxis flankiert. Wegweisend seien letztlich insbesondere die Real-world-Daten der nicht-interventionellen Kohortenstudie PERSEUS, wonach es im Praxisalltag entscheidend auf eine konsequente und kontinuierliche Behandlung ankomme, um dem chronischen Charakter der Erkrankung gerecht zu werden (1).

„Treat and extend“-Ansatz

Nach den teilweise ernüchternden Erfahrungen aus der Anfangszeit der Anti-VEGF-Therapie gelte es, sich jetzt den Herausforderungen der Therapieoptimierung zu stellen, so Prof. Dr. Philipp S. Müther, Aachen. Müther zufolge entwickelte sich mit dem Wunsch nach einer patientenspezifischen und individualisierten Behandlung das reaktive Behandlungsschema „Pro re nata“ (PRN), das jedoch nur auf den ersten Blick dem Bedarf entspreche. „Es kann bei PRN zu einer Fehleinschätzung kommen, wenn die Indikation zur erneuten intravitrealen operativen Medikamenteneingabe (IVOM) ausschließlich anhand eines Funktionsverlustes gestellt wird“, so Müther. Demgegenüber könne der „Treat and extend“-Ansatz (T&E) wesentliche Vorteile aufweisen. Das proaktive Therapiekonzept basiert auf im Voraus geplanten, in den Praxisalltag integrierten IVOM-Terminen. Die Behandlung startet zeitnah nach der Diagnose mit initial monatlichen Injektionen bis ein stabiler Befund vorliegt. Danach entscheiden aktuell erhobene Befunde der optischen Kohärenztomographie (OCT) und Visusmessungen je nach individuell festgestellter Krankheitsaktivität über eine Verlängerung oder Verkürzung der Zeit bis zum darauffolgenden Termin, erklärte Müther. Grundsätzlich erhielten die Patienten bei jedem Arztbesuch eine Injektion.

Individualisierter Ansatz

Mit diesem individuellen Vorgehen würde sowohl dem fortbestehenden Krankheitsprozess als auch der sich stets verändernden Krankheitsaktivität Rechnung getragen. In der offenen randomisierten klinischen prospektiven Phase-IV-Studie ALTAIR (2) wurde das T&E-Therapiekonzept systematisch untersucht. Mit diesem individualisierten Ansatz gelang es mit Aflibercept (3) im ersten Behandlungsjahr bereits bei rund 60% aller Patienten die Injektionsintervalle auf 12 Wochen und mehr auszuweiten bei gleichzeitigem Erhalt des initialen Visusgewinns.

 

Bettina Baierl

Quelle: Pressekonferenz „Aktuelle Therapieoptionen, molekulare Hintergründe und effektives Praxismanagement mit Eylea® (Aflibercept) bei nAMD-Patienten“ anlässlich des 7. Forum Oculus, 29. März 2019, Berlin; Veranstalter: Bayer

Literatur:

(1) Framme et al. Ophthalmology Retina 2018; 2(6): 539-549.
(2) Okada et al. AAO Congress 2017; ePoster PO185.
(3) Fachinformation Eylea®, Bayer AG Leverkusen, Stand Juli 2018.


Das könnte Sie auch interessieren

Rückenschmerzen: Ein Drittel der Deutschen geht mehrfach im Jahr nicht zur Arbeit

Rückenschmerzen: Ein Drittel der Deutschen geht mehrfach im Jahr nicht zur Arbeit
© Sebastian Kaulitzki / Fotolia.com

Laut einer aktuellen GfK-Umfrage hat mehr als die Hälfte aller Deutschen mindestens zehnmal im Jahr Rückenschmerzen. Die von der Medserena AG beauftragte GfK-Umfrage zeigt, dass 34,5 Prozent aller Deutschen an bis zu sieben Tagen im Jahr aufgrund von Rückenschmerzen nicht ihren alltäglichen Aufgaben nachgehen. Betrachtet man die befragten Berufsgruppen genauer, so liegt der höchste Anteil bei den Angestellten (36,7 Prozent). Das verursacht Jahr für Jahr einen hohen wirtschaftlichen Schaden für die Arbeitgeber. Nur durch verbesserte medizinische...

Aktionsbündnis Patientensicherheit e.V. (APS) vergibt Deutschen Preis für Patientensicherheit 2018

Aktionsbündnis Patientensicherheit e.V. (APS) vergibt Deutschen Preis für Patientensicherheit 2018
© psdesign1 / fotolia.com

In deutschen Krankenhäusern sterben jährlich etwa 15 000 Patienten an Infektionen. Damit diese weitestgehend vermieden und Patienten schnellstmöglich behandelt werden können, ist ein gutes Infektions-management notwendig. Das Kompetenzzentrum „Mikrobiologie und Hygiene" der St. Franziskus-Stiftung Münster verfolgt dazu seit 2014 ein umfassendes interdisziplinäres Gesamtkonzept für mehr Patientensicherheit. Der Fokus liegt dabei auf der Infektionsvermeidung, dem Infektionsmanagement und sowie dem Schutz vor Keimübertragung. Das...

Wissen ist das beste Beruhigungsmittel – Das Blog zur Migräne- und Kopfschmerz-App M-sense

Wissen ist das beste Beruhigungsmittel – Das Blog zur Migräne- und Kopfschmerz-App M-sense
© Newsenselab GmbH

Nur wer die wesentlichen Vorgänge von Migräne- und Kopfschmerz-Attacken in seinem Körper versteht, erlangt genug Orientierung und Kompetenz im Umgang mit seiner Krankheit. Darum haben wir von der Migräne und Kopfschmerz-App M-sense ein Blog gestartet, in dem wir unsere Expertise teilen und diskutieren: von aktuellen Studien bis zur weiterführenden Link-Sammlung, von Erfahrungen, Rückschlägen und Hilfe. Doch vor allem möchten wir hier Wissen, Kompetenz und Verständnis vermitteln. Die M-sense-Nutzer sollen ebenfalls zu Wort kommen,...

Essstörungen bei Diabetes können lebensgefährlich sein

Essstörungen bei Diabetes können lebensgefährlich sein
© weixx - stock.adobe.com

Essstörungen treten bei jungen Patientinnen mit Typ-1-Diabetes zwei- bis dreimal häufiger auf als bei gesunden Frauen. Die Betroffenen hoffen, Gewicht zu verlieren, indem sie zeitweise darauf verzichten, sich Insulin zu spritzen. Damit riskieren sie unumkehrbare Schäden an Nerven und Gefäßen und im schlimmsten Fall sogar ihr Leben. Anlässlich einer gemeinsamen Pressekonferenz am 18. Juni in Berlin rufen Diabetes- und Hormonexperten dazu auf, die Kombination dieser beiden Erkrankungen stärker in den Fokus zu rücken. Insbesondere Ärzte und...

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"Neovaskuläre altersabhängige Makuladegeneration: Effektives Praxismanagement mit Treat & Extend "

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der rsmedia GmbH widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.