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Medizin

22. Oktober 2018 Herpes Zoster und Migräne: Neue Therapieansätze ermöglichen bessere Schmerzversorgung

Jedes Jahr erkranken in Deutschland eine Million Patienten an einer Post-Zoster-Neuralgie. Mithilfe einer Impfung gegen Herpes Zoster bleibt vielen Menschen zukünftig diese schmerzhafte Folge der Virus-Erkrankung erspart. Schmerzlinderung für Migräne-Patienten verspricht zudem  die präventive Gabe eines neu entwickelten CGRP-Antikörpers. „Die aktuellen Entwicklungen bedeuten einen riesigen Fortschritt bei der Versorgung unserer Patienten und sollten schnellstmöglich Einzug in den Praxisalltag erhalten“, betont Dr. med. Dipl. Lic. Psych. Johannes Horlemann, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Schmerzmedizin e.V. (DGS). Prävention und Prophylaxe von chronischen Schmerzen sind ein zentrales Thema bei den zertifizierten Fortbildungsveranstaltungen (DGS-Regionalkonferenzen), die in diesem Jahr erstmalig an verschiedenen Standorten in Deutschland stattfinden.
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Die neuen präventiven Therapieansätze bieten eine große Chance, die Schmerzversorgung vieler betroffener Patienten zu verbessern. „Besonders bei Herpes Zoster sind die Symptome zu Beginn der Erkrankung nicht eindeutig. Dadurch vergeht häufig viel wertvolle Zeit, wodurch das Risiko einer Post-Zoster-Neuralgie und anderer möglicher Komplikationen stark ansteigt“, erklärt DGS-Präsident, Dr. Johannes Horlemann. Während der Ausschlag meist nach ein paar Wochen abheilt, bleiben die Schmerzen in manchen Fällen über Jahre. Er betont: „Mit dem aktuell neu zugelassenen Impfstoff gegen Herpes Zoster bleibt zukünftig einem Großteil unserer Patienten die häufig sehr langwierige Schmerztherapie erspart.“ Einen weiteren Meilenstein bieten zudem die neuen Therapieansätze in der Migräneprophylaxe.

Aktuelle Studien zeigen, dass mit dem humanisierten Antikörper gegen das Molekül Calcitonin-Gene-Related-Peptide (CGRP) die Zahl der Migränetage pro Monat dosisabhängig um 3-4 Tage reduziert werden kann. Der Antikörper überzeugte aufgrund seiner speziellen pharmakologischen Eigenschaften in den Studien besonders in der Schmerzprävention und erhielt daher jetzt auch von der EMA die entsprechende Zulassung, so Horlemann.

Durch die beiden neuen Ansätze kann das Potenzial der Schmerzprävention zukünftig noch besser ausgeschöpft werden, ist sich DGS-Vizepräsident PD Dr. Michael A. Überall sicher und erklärt: „Die beste chronische Schmerzerkrankung ist die, die gar nicht erst entsteht.“ Um die neuen wissenschaftlichen Erkenntnisse aus der Schmerzmedizin möglichst schnell in den Praxisalltag zu bringen, hat die DGS in diesem Jahr im Rahmen der „Agenda2020 plus“ die DGS-Regionalkonferenzen („Schmerzmedizin UP TO DATE 2018“) entwickelt. Bei der zertifizierten Fortbildungsreihe können sich interessierte Ärzte regelmäßig auf den neuesten Stand bringen und ihr schmerzmedizinisches Fachwissen vertiefen.

„Agenda2020 plus“ – Schmerzversorgung zukünftig sicherstellen

Trotz aller Erfolge in den letzten Jahren ist die Versorgung der 23 Millionen Schmerzpatienten in Deutschland immer noch unzureichend. Mit der bereits im vergangenen Jahr von der DGS aufgesetzten „Agenda2020 plus“ soll künftig die Versorgung von Schmerzpatienten nachhaltig sichergestellt und gefördert werden. Ein erklärtes Ziel: Jede Stadt mit mehr als 50.000 Einwohnern soll über ein regionales Schmerzzentrum verfügen. In 120 von 188 Städten wurde dieses Vorhaben bereits umgesetzt. Außerdem wird mit den DGS-Regionalkonferenzen das Fortbildungsangebot über die großen Jahrestagungen hinaus in allen Regionen erweitert und damit das schmerzmedizinische Wissen aller Ärzte in Deutschland vertieft.

DGS Regionalkonferenzen: „Schmerzmedizin UP-TO-DATE 2018“

Nächste Termine im Überblick (jeweils samstags von 09:30 bis 18:00 Uhr)  
27.10.2018: Radisson Blu Hotel Hamburg
10.11.2018: Mövenpick Hotel Stuttgart Airport
16./17.11.2018: Mercure Hotel MOA Berlin (bitte andere Uhrzeiten beachten: Fr., 14:00 – 19:00 Uhr & Sa., 08:00 – 13:00 Uhr)

Quelle: Deutsche Gesellschaft für Schmerzmedizin e.V. (DGS)


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