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Medizin

26. Oktober 2012 Neue Wege zur Therapie entzündlicher Atemwegserkrankungen

Prof. Dr. Marco Idzko vom Universitätsklinikum Freiburg, Abteilung für Pneumologie, wurde von der Boehringer Ingelheim Stiftung für das Perspektiven-Programm „Plus 3“ ausgewählt. Der Wissenschaftler leitet die Emmy Noether-Gruppe „Purinerge Signalübertragung in chronisch entzündlichen Atemwegserkrankungen“. In den kommenden drei Jahren erhält er für seine Forschungsarbeiten rund 750 000 Euro.

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Der Mediziner und sein Team erforschen Mechanismen, die zur Entstehung der entzündlichen Atemwegserkrankungen COPD und Asthma bronchiale beitragen. Bei beiden Erkrankungen liegen in der Lunge erhöhte Konzentrationen des Moleküls ATP vor, das dem Körper auch als Energielieferant dient. Über die Aktivierung von sogenannten purinergen Rezeptoren (P2-Rezeptoren), den Erkennungsstellen für ATP auf den Zelloberflächen, fördert das Molekül die Entstehung der Atemwegsentzündung. Die Blockade dieser P2-Rezeptoren, die auf sämtlichen Körperzellen zu finden sind, könnte somit eine neue Therapieoption für die COPD und das Asthma darstellen. „Es gibt 21 unterschiedliche P2-Rezeptoren und ich möchte herausfinden, welches die problematischen P2-Rezeptoren sind, die unter bestimmten Umständen die Lungen schädigen“, erklärt Marco Idzko. Neben Untersuchungen an so genannten Translationsmodellen, die Grundlagenforschung und klinische Entwicklung miteinander verbinden, soll auch die Expression von P2-Rezeptoren und deren Einfluss auf die Zellen von Gesunden, Rauchern, Asthmatikern und COPD-Patienten verglichen werden. „Wir hoffen, dass wir mithilfe der Förderung der Boehringer Ingelheim Stiftung die Grundlagen für neue Therapien der bis heute unheilbaren Erkrankungen schaffen und so die Prognose für unsere Patienten erheblich verbessern können“, sagt der Wissenschaftler.

Marco Idzko studierte in Freiburg, Wien und Kapstad; als Emmy Noether-Stipendiat ging er nach Rotterdam und Siena. 2006 erhielt er die Venia Legendi in Experimenteller Medizin, ein Jahr später wurde er Emmy Noether-Nachwuchsgruppenleiter. Er ist Facharzt für Innere Medizin und Pneumologie und wurde 2011 zum Außerplanmäßigen Professor an der Universitätsklinik Freiburg berufen. Für seine Arbeit wurde er mehrfach (u.a. mit dem Frerichs-Preis) ausgezeichnet.

Mit ihren Förderprogrammen und Wissenschaftspreisen unterstützt die 1977 errichtete Boehringer Ingelheim Stiftung exzellente Forschung in den Fächern Medizin, Biologie, Chemie und Pharmazie. Für das Perspektiven-Programm „Plus 3“ wählt die Stiftung herausragende Nach-wuchsgruppenleiter und -leiterinnen der medizinischen, biologischen und chemischen Grundlagenforschung aus. Ziel des Programms ist es, junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler darin zu unterstützen, das eigene Forschungsprofil weiterzuentwickeln und die Berufbarkeit für eine Professur zu erlangen.

Quelle: Universitätsklinikum Freiburg


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