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Medizin

10. August 2017 Neuer Ansatz gegen Gastritis

40% der Deutschen und sogar 50% der Menschen weltweit haben Helicobacter pylori im Magen – den Hauptverursacher chronischer Magenschleimhautentzündung (Gastritis), die auch zu Magengeschwüren oder -krebs führen kann.
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Wissenschaftler der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) haben nun einen wichtigen Mechanismus entdeckt, mit dem das Bakterium das schafft: Es schleust mit Hilfe einer spezifischen bakteriellen Injektionsspritze Teile seiner Hülle in die Zellen der Magenschleimhaut ein. Diese treffen dort auf Proteine, die Signale zur Entzündung an den Zellkern weiterleiten. Das Team um Prof. Dr. Christine Josenhans, Hannover, veröffentlichte diese Erkenntnisse in der Fachzeitschrift Plos Pathogens.

Die Forscherinnen konnten mit Hilfe der Genschere CRISPR-Cas9 auch eines der Proteine identifizieren, das die Signale zur Entzündung an den Zellkern weiterleitet. Es handelt sich um das Adaptorprotein TIFA. „Diese Erkenntnisse werden helfen, neue Therapieansätze gegen die chronische Magenschleimhautentzündung und vor allem gegen den daraus möglicherweise entstehenden Magenkrebs zu finden“, sagt Prof. Josenhans. Bisher werden Helicobacter pylori-Infektionen hauptsächlich mit Antibiotika therapiert.

Quelle: Medizinische Hochschule Hannover

Literatur:

Stein SC, Faber E, Bats SH et al.
Helicobacter pylori modulates host cell responses by CagT4SS-dependent translocation of an intermediate metabolite of LPS inner core heptose biosynthesis. PLoS Pathog 13(7): e1006514.
https://doi.org/10.1371/journal.ppat.1006514


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