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Medizin

10. Mai 2020 Neuer Wirkstoff Solnatide wird an Patienten mit COVID-19 getestet

Die MedUni Wien testet im Rahmen einer klinischen Studie einen möglichen Wirkstoff zur Behandlung von Covid-19. Das synthetische Peptid wurde ursprünglich zur Behandlung von akutem Lungenversagen entwickelt und soll nun an Patienten, die an Covid-19 erkrankt sind, auf seine Wirksamkeit getestet werden.
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Fachinformation
Bisherige klinische Daten von Patienten mit COVID-19 im Krankenhaus haben gezeigt, dass 20% der Betroffenen an akutem Lungenversagen (Acute Respiratory Distress Syndrome, ARDS) leiden, das oft durch Lungenödeme charakterisiert wird. Derzeit ist kein Arzneimittel speziell für die Behandlung von Lungenpermeabilitätsödemen oder ARDS zugelassen. Der neue Wirkstoff Solnatide, ein synthetisches Peptid, wird an der MedUni Wien bereits an ersten Covid-19 PatientInnen getestet. Markus Zeitlinger, Leiter der Universitätsklinik für Klinische Pharmakologie der MedUni Wien und Studienleiter, erklärt den Ablauf: „Der Wirkstoff hat sich bereits in klinischen Studien zur Behandlung von Lungenversagen bewährt und steht kurz vor der Zulassung. Wir testen das nun an insgesamt 40 Probanden mit Covid-19, die Hälfte bekommt das Medikament, die andere wird einer Placebo-Kontrollgruppe zugeordnet. Unsere Hoffnung ist, dass die durch das Coronavirus ausgelösten Lungenerkrankungen mit dem neuen Wirkstoff leichtere Verläufe zeigen.“ Die Studie wurde in enger Abstimmung mit der Ethikkommission der MedUni Wien und Behörden beschleunigt zugelassen und gemeinsam mit der Universitätsklinik für Klinische Pharmakologie an der Universitätsklinik für Anästhesie, Allgemeine Intensivmedizin und Schmerztherapie durchgeführt.

Bei Erfolg beschleunigtes Bewilligungsverfahren

Die Erwartungen aus bisherigen klinischen Untersuchungen sind, dass das direkt in Form eines flüssigen Aerosols in die unteren Atemwege eingebrachte Solnatide den pulmonalen Natriumionenkanal (ENaC) aktiviert, um die Clearance der Flüssigkeitsbildung in den Lungenbläschen direkt zu aktivieren und das Austreten von Blut und Flüssigkeiten aus den Kapillaren zu verringern. Das soll das Ausmaß vom alveolären Ödem reduzieren bzw. dessen Auflösung beschleunigen. Zusätzlich zu diesem Effekt wirkt Solnatide weiteren Komplikationen entgegen, die häufig bei Lungenversagen beobachtet werden.  Der Wirkstoff wurde ursprünglich für die Behandlung von Patienten mit akutem Lungenversagen und verschiedenen Formen des lebensbedrohlichen Lungenpermeabilitätsödems (PPO) entwickelt. Dazu bestand oral inhaliertes Solnatide bereits eine klinische Phase-I-Studie beim Menschen sowie einen klinischen Proof-of-Concept in einer randomisierten, Placebo-kontrollierten Doppelblindstudie und auch eine Phase-II-Pilotstudie bei Patienten mit Lungenentzündung, Sepsis, ARDS, primärer Transplantatdysfunktion und anderen Ursachen lebensbedrohlicher Lungenfunktionsstörungen. „Sollte der Wirkstoff erfolgreich sein, setzen wir auf ein beschleunigtes Bewilligungsverfahren durch die Zulassungsbehörden“, erklärt Zeitlinger.

Quelle: MedUni Wien


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