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Medizin

23. Mai 2012 Neues Forschungsprojekt soll Risiken bei Arzneimitteltherapien verringern

Immer mehr ältere Menschen leiden unter neurodegenerativen Erkrankungen wie Parkinson und Alzheimer: Bis voraussichtlich 2050 wird sich die Zahl der Demenz-Patienten in Deutschland von heute 1,3 auf rund 2,6 Millionen verdoppeln. Entsprechend steigt der Arzneimittelverbrauch in diesem Bereich. Ein neues beim Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) angesiedeltes Forschungsprojekt stellt deshalb jetzt die Sicherheit der Arzneimitteltherapie bei älteren Patienten in den Mittelpunkt. Dabei kooperiert es mit dem Deutschen Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE) und dem Universitätsklinikum Bonn (UKB). Die neue Arbeitsgruppe „Pharmakoepidemiologie bei Neurodegenerativen Erkrankungen“ untersucht den Einsatz verschiedener Präparate und Behandlungsstrategien hinsichtlich ihrer Effektivität und unerwünschten Wirkungen bei Senioren.
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Ziel der Forscher um Arbeitsgruppenleiterin Dr. Britta Hänisch ist es, die Sicherheit und Wirksamkeit von Arzneimitteltherapien zur Behandlung neurodegenerativer Erkrankungen besser einschätzen zu können. So treten bei älteren Menschen oft mehrere Erkrankungen auf (Multimorbidität), was zur Einnahme vieler unterschiedlicher Arzneistoffe führt. Ein Untersuchungsschwerpunkt ist nun die Identifizierung von Risikofaktoren von Medikamenten sowie die Verbesserung der gebräuchlichen Verschreibungsmuster. Eine wichtige Grundlage dieser sogenannten pharmakoepidemiologischen Forschung sind Daten aus großen Kohortenstudien. Die Patienten werden nach einer Eingangsuntersuchung über mehrere Jahre regelmäßig in Bezug auf Gedächtnis und andere kognitive Fähigkeiten getestet. Hinzu kommt eine Analyse von Erkrankungen, potenzieller Risikofaktoren und der eingenommenen Medikamente.

Die zusätzliche Berücksichtigung von Biomarkern und Informationen zur genetischen Variabilität dient dem Ziel einer individualisierten Therapie. Als weitere Datenquellen werden Verschreibungsdaten von Versicherungsträgern sowie Pharmakovigilanz-Informationen des BfArM analysiert.

Quelle: Deutsches Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen e.V. (DZNE)


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