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Medizin

01. März 2018
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Niereninsuffizienz: Auswirkung der CMA auf das Herz-Kreislauf-System

Die Prävalenz chronischer Nierenerkrankungen (CKD) nimmt stetig zu und liegt derzeit bei über 10%. Für verschiedene Organe – insbesondere für das Herz-Kreislauf-System – kann eine CKD zahlreiche negative klinische Konsequenzen haben, sodass deren Prognose dann eher ungünstig ausfällt.
Patienten mit einer chronischen Nierenkrankheit (CKD = Chronic Kidney Disease) weisen ein erheblich erhöhtes kardiovaskuläres Risiko auf. Mit dem Fortschreiten der chronischen Niereninsuffizienz nimmt die altersadjustierte Mortalitäts- und kardiovaskuläre Ereignisrate deutlich zu. Dabei ist insbesondere eine niedrige glomeruläre Filtrationsrate (GFR) ein wichtiger Biomarker für die Inzidenz tödlicher kardiovaskulärer Ereignisse.

Herzinsuffizienz

Pathophysiologisch kommt es bei einer chronischen Herzinsuffizienz mit reduzierter Auswurffraktion durch die Minderung des renalen Plasmaflusses zu einer Aktivierung des Sympathikus und des Renin-Angiotensin-Aldosteron-Systems sowie über eine chronische Inflammation zu einer Verringerung der GFR (1). Daher ist insbesondere in frühen CKD-Stadien auf erste Zeichen einer Herzinsuffizienz zu achten, um deren schnelle Progression und einen irreversiblen Herzmuskelumbau zu vermeiden.

Arteriosklerose

Extraossäre Weichteil- und Gefäßcalcifizierungen stellen typische, häufig rasch progredient verlaufende Komplikationen einer Arteriosklerose dar. Bei CKD-Patienten zeigen sich im Vergleich zu Gesunden zwei- bis fünfmal häufiger Verkalkungen der Koronarien und oftmals auch der Herzklappen (2). Die hohe Rate von plötzlichem Herztod bei terminaler Niereninsuffizienz lässt sich pathophysiologisch ebenso durch eine erhöhte Gefäßsteifigkeit mit gesteigerter linksventrikulärer Nachlast und verminderter Koronarperfusion bei aortaler Media-Calcifizierung erklären.

Herzrhythmusstörungen

Bei Nieren-Patienten sind Störungen des Kaliumstoffwechsels besonders häufig anzutreffen. Krankheitsassoziiert kann durch eine reduzierte GFR das Kalium im Plasma akkumulieren. Bei einer Kalium-Plasmakonzentration von mehr als 6,0 mmol/l entsteht eine manifeste Hyperkaliämie, die zu Arrhythmien wie Vorhof- und Kammerflimmern führen kann. Dabei ist das Vorhofflimmern bei CKD-Patienten die häufigste Herzrhythmusstörung mit zugleich schlechter Prognose: Die Ein-Jahres-Mortalität ist etwa doppelt so hoch wie bei Nierengesunden (39 % gegenüber 19 %) (3).

Schlaganfall

Darüber hinaus steigt das Risiko für Schlaganfälle bei einer reduzierten GFR. Der Zusammenhang zwischen einer CKD und den verschiedenen Schlaganfall-Arten wurde in einer prospektiven Kohorten-Studie mit 12.222 Patienten (GFR < 60 ml/min/ 1,73 m2 KOF) untersucht (4). Die Probanden waren zwischen 40 und 69 Jahre alt. Während einer 17 Jahre andauernden Follow-up-Phase erlitten davon 566 einen Schlaganfall (4,6 % versus 2,9 % bei der Bevölkerung zwischen 40 und 79 Jahren) (5). 327 der Schlaganfälle waren ischämisch, 186 hämorrhagisch und 53 nicht klassifiziert.
 
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