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04. April 2018 Non-Mukoviszidose-Bronchiektasen: NTM-Infektionen kosten Lebenszeit

Bronchiektasen rücken verstärkt in den Fokus der pneumologischen Aufmerksamkeit. Zu Recht, denn die Prävalenz steigt. Dasselbe gilt für Infektionen mit nicht-tuberkulösen Mykobakterien (NTM).

Die Prävalenz der nicht durch eine Mukoviszidose verursachten (Non-CF-)Bronchiektasen steigt rasant, berichtete Dr. Felix Ringshausen, Hannover. Sie lag 2015 bei 83/100.000 und damit 60% höher als 6 Jahre zuvor. Am stärksten betroffen sind Männer jenseits des 70. Lebensjahrs (Prävalenz 285/100.000).

Der häufigste zu findende Keim ist nach wie vor Pseudomonas aeruginosa mit etwa 30 %, aber NTM befinden sich auf dem Vormarsch und machen Daten des von Ringshausen geleiteten PROGNOSIS-Registers zufolge bereits 7 % der Keimnachweise aus. Das ist insofern von Bedeutung, dass durch eine ungezielte antimikrobielle Therapie Chancen verschenkt werden: Makrolide stellen derzeit die Basis der NMT-Therapie dar, die Erreger entwickeln aber unter Makrolid-Monotherapie rasch Resistenzen. Deshalb sollte beim Nachweis von Bronchiektasen immer mit 3 sequenziellen Sputumkulturen nach Mykobakterien gesucht werden, betonte Ringshausen.

Eine Infektion mit NTM verschlechtert die zugrunde liegende Lungenerkrankung, wie Prof. Roland Diel, Kiel, am Beispiel der COPD verdeutlichte. Die Rate an Patienten, die mehr als eine hospitalisierungsbedürftige Exazerbation pro Jahr erleiden, steigt bei positivem NTM-Nachweis auf etwa ein Drittel (ohne NTM: 17 %). Häufigste nachzuweisende Spezies ist Mycobacterium-avium-Complex (MAC), sie macht in Deutschland mehr als die Hälfte der Isolate aus.

Die Erfolgschancen der Behandlung sind begrenzt: Bei 4 von 10 Patienten misslingt die MAC-Eradikation. „Ein Therapieversagen geht mit stärkerer Verschlechterung der Lungenfunktion einher, mit erhöhtem Risiko der radiologischen Progression und erhöhter Mortalität“, betonte Diel.
Er untermauerte diese Aussage mit den Ergebnissen eines aktuellen Reviews, für den seine Arbeitsgruppe Daten von 14 Studien und Registern mit bis zu 5.500 Patienten ausgewertet hat: Demnach liegt die Fünfjahresmortalität einer MAC-Infektion bei 27 %, in Europa sogar bei 35 %. Als Risikofaktoren identifizierten die Untersucher männliches Alter, pulmonale Komorbiditäten und fortgeschrittenes Lebensalter. „Diese Ergebnisse unterstreichen die Notwendigkeit einer effektiveren und früheren Diagnostik sowie einer adäquaten Therapie“, so Diel.

Manuela Arand

Quelle: Satellitensymposium „Non-CF Bronchiektasen und NTM – eine unterschätzte Liaison?“, Kongress der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin, Dresden, 16. März 2018, Veranstalter: insmed


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