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Medizin

09. Mai 2019 Nosokomiale Pneumonie: Ceftolozan + Tazobactam nicht unterlegen

Die Kombination aus Ceftolozan und Tazobactam (ZERBAXA®), war in der Behandlung von invasiv beatmeten erwachsenen Patienten mit nosokomialer Pneumonie dem Carbapenem Meropenem hinsichtlich des primären und zentralen sekundären Endpunktes nicht unterlegen. Dies zeigen die Ergebnisse der ASPECT-NP-Studie, die im April 2019 beim 29th European Congress of Clinical Microbiology & Infectious Diseases (ECCMID) in Amsterdam erstmals vorgestellt wurden.
„ASPECT-NP ist unter den Zulassungsstudien für die nosokomiale Pneumonie insofern etwas Besonderes, weil alle Patienten intubiert und beatmet waren und fast alle auf der Intensivstation behandelt worden sind“, sagte Studienleiter Dr. Marin Kollef, Direktor der Medical Critical Care and Respiratory Care Services des Barnes-Jewish Hospital und Golman Professor of Medicine an der Washington University School of Medicine, St. Louis, MO (USA).

ZERBAXA® ist eine Kombination aus dem Cephalosporin Ceftolozan und dem bewährten Beta-Laktamase-Inhibitor Tazobactam. In der EU ist es zur Behandlung von Erwachsenen mit komplizierten intraabdominellen Infektionen, akuter Pyelonephritis und komplizierten Harnwegsinfektionen zugelassen. Bei der Anwendung sind die offiziellen Leitlinien für den Gebrauch von Antibiotika zu beachten.

Studiendesign ASPECT-NP

In der Phase-III-Studie ASPECT-NP wurden prospektiv, doppelblind und multizentrisch Wirksamkeit und Verträglichkeit von Ceftolozan/Tazobactam und Meropenem, einem breit wirksamen Carbapenem-Antibiotikum, bei 726 beatmeten Patienten verglichen, die an einer nosokomialen Pneumonie, einschließlich beatmungspflichtiger nosokomialer Pneumonie (vHAP) und beatmungsassoziierter Pneumonie (VAP) litten. Die Studie war auf Nichtunterlegenheit von Ceftolozan/Tazobactam im Vergleich zu Meropenem angelegt.

Randomisiert im Verhältnis 1:1 erhielten die Patienten ZERBAXA® in einer experimentellen Dosierung von 3 g (2 g Ceftolozan, 1 g Tazobactam) oder 1 g Meropenem alle 8 Stunden i.v. über 8 bis 14 Tage. Primärer Endpunkt der FDA (sekundärer Endpunkt der EMA) war die Gesamtsterblichkeit an Tag 28 und sekundärer Endpunkt der FDA (primärer Endpunkt der EMA) das klinische Ansprechen bei der Test-of-Cure (TOC)-Visite jeweils in der Intention-to-Treat (ITT)-Gruppe.

Studienergebnisse ASPECT-NP

Ceftolozan/Tazobactam war in der 28-Tage-Gesamtsterblichkeit in der ITT-Gruppe (primärer EP der FDA, sekundärer EP der EMA) einer Therapie mit Meropenem nicht unterlegen. Unter Ceftolozan/Tazobactam waren 24% (87/362) der Patienten verstorben, unter Meropenem waren es 25,3% (92/364). Der Unterschied zwischen den beiden Gruppen lag innerhalb der vordefinierten Kriterien für eine Nichtunterlegenheit (stratified 95% CI: -5,13%, 7,39%; non-inferiority margin of 10%, FDA). Auch in der klinischen Heilung (sekundärer EP der FDA, primärer EP der EMA) war Ceftolozan/Tazobactam dem Carbapenem nicht unterlegen: Die klinische Heilungsrate betrug bei der TOC-Visite (7 bis 14 Tage nach Therapieende) in der ITT-Gruppe 54,4% (197/362 Patienten) unter der Therapie mit ZERBAXA® und 53,3% (194/364 Patienten; stratified 95% CI: -6,17 %, 8,29%; non-inferiority margin of 12,5%, FDA) unter Meropenem-Behandlung.

Insgesamt kam es in der Ceftolozan/Tazobactam-Gruppe bei 85,9% (310/362) der Patienten und in der Meropenem-Gruppe bei 83,3% der Patienten (299/364) zu unerwünschten Ereignissen während der Therapie, hiervon wurden 10,5% (38/362) in der Ceftolozan/Tazobactam-Gruppe bzw. 7,5% (27/364) in der Meropenem-Gruppe als behandlungsbedingte Nebenwirkung eingestuft. Aufgrund der Nebenwirkungen kam es in jedem Arm bei 1 % der Patienten zum Abbruch der Therapie. Häufigste unerwünschte Wirkungen mit Ceftolozan/Tazobactam waren abnorme Leberfunktionswerte, Clostridium-difficile-Kolitis und Durchfall.

Wirksamkeit in Abhängigkeit vom Erreger

Eine Auswertung der Wirksamkeit in Abhängigkeit vom infektionsauslösenden Erreger, die ebenfalls beim ECCMID präsentiert wurde, zeigt, dass die klinischen und mikrobiologischen Ansprechraten von ZERBAXA® mit denen von Meropenem bei Gram-negativen Erregern von Atemwegsinfektionen einschließlich Pseudomonas aeruginosa und Enterobacteriaceae vergleichbar waren.

Bei den mikrobiologisch auswertbaren Patienten (ME) mit einem Gram-negativen Erreger zu Beginn der Studie lagen die klinischen Heilungsraten bei 75,2% (85/113) bzw. 66,7% (78/117) und die mikrobiologischen Ansprechraten bei 69,9% (79/113) bzw. 62,4% (73/117) für ZERBAXA® bzw. Meropenem. Diese Ergebnisse standen im Einklang mit den klinischen Heilungsraten von 73% (189/259) bzw. 67,9% (163/240) für ZERBAXA® bzw. Meropenem in der mikrobiologischen Intention-to-Treat-Gruppe (mITT).

Zulassungserweiterung beantragt

Aufgrund der Ergebnisse der ASPECT-NP-Studie hat MSD bei der amerikanischen Food and Drug Administration (FDA) und bei der Europäischen Zulassungsbehörde (EMA) die Zulassung von ZERBAXA® auf die Indikationserweiterung nosokomiale Pneumonie, einschließlich beatmungsassoziierter Pneumonie bei Erwachsenen beantragt.

Quelle: MSD


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