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Medizin

06. Mai 2020 Online-Umfrage: Riech- und Schmeckstörungen bei COVID-19

Eine weltweite Onlinebefragung zu Riech- und Schmeckstörungen im Zusammenhang mit COVID-19 soll helfen, die Symptome einer Infektion mit dem neuartigen Corona-Virus von anderen Atemwegserkrankungen abzugrenzen. An dem Projekt sind über 500 Wissenschaftler, Kliniker und Patientenvertreter aus 38 Ländern beteiligt. Unter den Initiatoren der Online-Umfrage ist auch Prof. Dr. med. Thomas Hummel, Leiter des Interdisziplinären Zentrums für Riechen und Schmecken des Universitätsklinikums Carl Gustav Carus Dresden. Das Dresdner Forschungsteam ist zudem an dem Projekt „SmellTracker“ als Partner für Deutschland beteiligt, mit dem sich die individuelle Riechwahrnehmung anhand von Haushaltsgegenständen online erfassen und sich so frühzeitig ein Verlust des Riechvermögens feststellen lässt, das als eines der frühen Symptome des neuartigen Corona-Virus gilt.
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Fachinformation
Trockener Husten und Fieber gelten als die typischsten Anzeichen für eine mögliche Infektion mit dem neuartigen Corona-Virus und ebenso der teilweise oder vollständige Verlust von Riech- und Schmecksinn. Gesundheitsorganisationen in verschiedenen Ländern haben bereits empfohlen, den Verlust des Riech- und Schmecksinns als Hinweis auf eine COVID-19-Infektion zu sehen, selbst wenn keine anderen Symptome vorliegen. Entsprechend wird Betroffenen geraten, sich vorsichtshalber freiwillig in Quarantäne zu begeben. Bisher gibt es jedoch keine breit angelegte wissenschaftliche Studie, die belegt, dass diese Art von Beeinträchtigung ein klares Anzeichen für eine Infektion ist. Schwierig ist dabei die Abgrenzung von andern Riechstörungen - in der Gesamtbevölkerung können etwa 5% gar nicht riechen.

Kurz- und langfristige Folgen von COVID-19

Über das Global Consortium for Chemosensory Research (Globales Konsortium für chemo-sensorische Forschung, GCCR) mit mehr als 500 Mitgliedern aus 38 Ländern sollen weltweite, evidenzbasierte Informationen zu kurz- und langfristigen Folgen von COVID-19 gesammelt und im Vergleich zu anderen Atemwegserkrankungen analysiert werden. Das GCCR hat deshalb eine weltweite Onlinebefragung zusammengestellt, um Antworten auf wichtige Fragen zu finden: Welche Auswirkungen hat das Corona-Virus? Ist der Verlust des Geruchssinns ein häufiges Symptom? Geht er mit einem Schmeckverlust einher? Wie lange halten die Symptome an? Haben Betroffene dauerhafte Störungen? Die Teilnehmer der Befragung sollen dabei ihre Riech- und Schmeckfähigkeit mithilfe von Computerskalen abschätzen und Fragen zu Ihrer Symptomatik, Gesundheit und zum Lebensstil beantworten. Die Onlineumfrage wird in mehr als 20 Sprachen übersetzt und Einzelpersonen und Klinikern auf der Website des GCCR zur Verfügung gestellt. Es ist auch bereits ein zweiter Teil des Projekts in Planung. Dabei wird es sich um einen praktischen Riech- und Schmecktest handeln, mit Anleitung für zu Hause.
Link zur Onlinebefragung des Global Consortium for Chemosensory Research:
https://sites.google.com/view/gcchemosensr/
 
Smelltracker des Weizmann Institute of Science

Die Wissenschaftler des Weizmann Institute of Science in Rechovot, Israel, erforschen den Geruchssinn des Menschen. Um eine große Zahl an Forschungsdaten zu erfassen, nutzen die Wissenschaftler den SmellTracker, der online die Riechwahrnehmung von Probanden erfasst. Dazu werden verschiedene gut verfügbare Lebens- und Hilfsmittel genutzt. Die Plattform basiert auf einem Algorithmus auf der Basis eines mathematischen Modells, das als „Riechfingerabdruck“ zur genauen Charakterisierung des Geruchssinns einer Person fähig ist. Die Forscher betonen, dass der SmellTracker keine offizielle medizinische Diagnose ersetzt. Dennoch hoffen sie, dass das Tool zumindest dabei hilft, den einzigartigen olfaktorischen Fingerabdruck zu charakterisieren, der zur Früherkennung der neuen Viruserkrankung führen könnte.
 
Link zum Online-Test „SmellTracker“: https://smelltracker.org/de/node/18874
Website zum SmellTracker: https://smelltracker.org/content/about-us

 

Quelle: Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden


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