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Medizin

16. Januar 2017 Opioide bei Rückenschmerzen: Zertifiziertes Fortbildungskonzept

Die Versorgung von Menschen mit chronischen Schmerzen stellen Arzt und Apotheker gleichermaßen vor große Herausforderungen. Aufgrund der hohen Komplexität der Schmerztherapie und der großen Zahl Betroffener ist es erforderlich, dass beide Berufsgruppen an einem Strang ziehen. Mit dem Ziel, die schmerztherapeutische Versorgung in Deutschland zu verbessern und die Lebensqualität der Patienten zu steigern, haben die Deutsche Gesellschaft für Schmerzmedizin (DGS) e.V. und der Holzkirchner Arzneimittelhersteller Hexal das interdisziplinäre Fortbildungskonzept „MENSCH – Masterclass. Education. SCHmerz“ ins Leben gerufen.
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Die Veranstaltungsreihe begann im November 2016 mit dem Thema „Therapie von Rückenschmerzen mit Opioiden“. In den nächsten Wochen und Monaten wird das Fortbildungskonzept bundesweit in lokalen Veranstaltungen fortgeführt, sodass möglichst viele Ärzte und Apotheker daran teilhaben können. Die Teilnahme wird durch die DGS zertifiziert und desweiteren werden bei den jeweiligen Landesärzte- und Landesapothekerkammern Fortbildungspunkte beantragt.

Barrieren abzubauen, den fachlichen Austausch zwischen Arzt und Apotheker zu fördern und ihre schmerzspezifischen Qualifikationen zu steigern, sind die Ziele des neuartigen, zertifizierten Fortbildungskonzeptes, das die DGS gemeinsam mit Hexal entwickelt hat. Das innovative Konzept integriert erstmalig beide an der Betreuung von Schmerzpatienten beteiligten Fachrichtungen – Allgemeinärzte und Apotheker. Das modular aufgebaute, praxisnahe Fortbildungsprogramm adressiert die spezifischen Herausforderungen und Hürden, denen Arzt und Apotheker bei der Verordnung bzw. Abgabe von Opioidanalgetika gegenüberstehen und soll ihnen mehr Sicherheit im Umgang mit Opioiden geben. Ein weiterer Schwerpunkt des Kursprogramms ist es, die Diskussion zwischen Arzt und Apotheker über Herausforderungen in der Schmerztherapie zu fördern.

Die erste Reihe besteht aus fünf Trainingsmodulen mit vielfältigen Inhalten, z. B. Einführung in die Therapie von Rückenschmerzen mit Opioiden, Falsch-Anwendung, Darreichung, Wechselwirkungen, Verkehrstüchtigkeit etc. Die Module werden in Form von interaktiven Workshops jeweils gemeinsam von einem qualifizierten Schmerzmediziner und einem erfahrenen Apotheker vorgestellt. Neben dem aktuellen Kenntnisstand zum Stellenwert von Opioiden in der Behandlung von Rückenschmerzen, ihrer richtigen Anwendung, den Besonderheiten der verschiedenen Darreichungsformen und dem erfolgreichen Management einer Opioid-induzierten Obstipation, stieß die Vermeidung von Wechselwirkungen bei der Auftaktveranstaltung auf besonders reges Interesse. Fallbeispiele aus dem Praxisalltag und konkrete Beratungssituationen bei der Verordnung und Abgabe der Analgetika garantieren einen starken Praxisbezug des interdisziplinären Fortbildungskonzepts.

Opioide: Eckpfeiler in der Therapie von Rückenschmerzen

In Deutschland leiden rund 7,6 Millionen Menschen an Schmerzen im Bereich des Rückens (1). Die direkten und indirekten Kosten durch Rückenschmerzen belaufen sich auf ca. 49 Milliarden Euro pro Jahr (2). „Wir haben hier also ein Schmerzsyndrom, das einen großen Teil der Bevöl-kerung betrifft, in einem hohen Prozentsatz mit Medikamenten behandelt wird und enorme Kosten verursacht“, so PD Dr. Michael Überall, Schmerztherapeut aus Nürnberg, am 12. November im Rahmen der Veranstaltung. Um eine Chronifizierung der Schmerzen zu vermeiden und eine möglichst rasche Mobilisierung der Patienten zu erreichen, sollten sie rechtzeitig einer individualisierten Schmerztherapie zugeführt werden. „Die Anwendung von Opioiden bei chronischen Rückenschmerzen ist allerdings keine Therapie von der Stange“, erklärte Überall. Detaillierte Kenntnisse über die verordneten Wirkstoffe, ihre Galeniken und potenzielle Wechselwirkungen, gründliche Aufklärung der Patienten, individuelle Dosistitration, sorgfältige Verlaufskontrolle und konsequentes Nebenwirkungsmanagement seien die Schlüssel für eine erfolgreiche Schmerztherapie.

Weitere Informationen erhalten Sie unter: http://dgschmerzmedizin.de/dgs_campus.html

(1) Breivik H et al. Eur J Pain 2006; 10: 287-333  
(2) Wenig CM et al. Eur J Pain 2009; 13: 280-286

Quelle: Deutsche Gesellschaft für Schmerzmedizin e.V. (DGS), Hexal


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„In Deutschland sind etwa 400.000 Menschen von den chronisch entzündlichen Darmerkrankungen (CED) Morbus Crohn und Colitis ulcerosa betroffen“, sagt der CED-Experte der niedergelassenen Magen-Darm-Ärzte, PD Dr. Bernd Bokemeyer. „Die Diagnose wird bei etwa einem Viertel der Patienten schon vor dem 18. Lebensjahr gestellt. Ein Viertel dieser erkrankten Jugendlichen hat seine Diagnose sogar schon vor dem zehnten Lebensjahr erhalten.“  

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