Donnerstag, 27. Februar 2020
Navigation öffnen
Anzeige:

Medizin

10. Mai 2017
Seite 1/2
Orale Antikoagulanzien und Vitamin-K-Antagonisten: Patientengerechte Therapiewahl

Studien belegen: Patienten unter Vitamin-K-Antagonisten (VKA), die ihre Blutgerinnung selbst messen, haben eine deutlich erhöhte TTR (Zeit im therapeutischen Fenster) im Vergleich zu konventionell betreuten Patienten.  Die engmaschige Kontrolle des INR/%-Quick-Werts durch Patienten im Gerinnungs-Selbstmanagement (GSM) ist vergleichbar mit der Blutzuckerkontrolle bei Menschen mit Diabetes mellitus. Experten sehen in der Möglichkeit der unkomplizierten Gerinnungsmessung einen wesentlichen Vorteil einer Therapie mit VKA gegenüber direkten oralen Antikoagulanzien (DOAK). Das war ein Ergebnis eines Symposiums (2) anlässlich des  123. Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM) in Mannheim.
Anzeige:
Prof. Dr. med. Heiner K. Berthold, Bielefeld, und PD Dr. med. habil. Christoph Sucker, Berlin, waren sich darüber einig, dass die orale Antikoagulation in den vergangenen Jahren durch die Einführung der DOAK an Möglichkeiten gewonnen habe. Durch das breitere Spektrum ist die patientenindividuelle Wahl des passenden Antikoagulans wichtiger geworden, da verschiedene Faktoren beachtet werden müssten: Als Entscheidungskriterien nannten die Experten die Konstitution des jeweiligen Patienten, den Grad der Blutungsgefährdung sowie Begleitmedikationen und Komorbiditäten.

„Die neuen Wirkstoffe wurden vor allem mit dem vermeintlichen Vorteil eingeführt, dass keine Gerinnungsmessungen zur Kontrolle des Therapieeffekts erforderlich seien“, betonte Berthold. Doch gerade das Fehlen eines Surrogatparameters – wie der INR (International Normalized Ratio) bei VKA – sei aus seiner Sicht gleichzeitig einer der Hauptnachteile der DOAK. Denn gerade bei Patienten mit mangelnder Adhärenz, Kontraindikationen für DOAK wie z.B. schwere Niereninsuffizienz oder bei besonders blutungsgefährdeten Patienten im Gastrointestinaltrakt, seien VKA eindeutig das zu bevorzugende Antikoagulans. Hier passe das ansonsten sinnvolle Konzept „one dose fits all“ nicht – ein engmaschiges Monitoring der INR-Werte sei an dieser Stelle besonders wichtig. Bei einer Therapie mit VKA könne dies sowohl in der Arztpraxis erfolgen als auch selbstständig vom geschulten Patienten zuhause im GSM durchgeführt werden. Berthold verwies in diesem Zusammenhang auf die aktuelle Version des Leitfadens der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ), in der das Selbstmanagement für alle Personen, die über die nötigen kognitiven Voraussetzungen, feinmotorischen Fähigkeiten und ausreichendes Sehvermögen verfügen, empfohlen wird (3).
 
Vorherige Seite

Das könnte Sie auch interessieren

Tipps vom Augenarzt für die kalte Jahreszeit

Tipps vom Augenarzt für die kalte Jahreszeit
© K.- P. Adler / Fotolia.com

Draußen wird es ungemütlich kalt, da bleibt man lieber in wohlig geheizten Räumen. Das ist verständlich, es kann aber dazu beitragen, dass man öfter das unangenehme Gefühl müder, trockener Augen hat. Prof. Dr. Gerd Geerling, Leiter des Ressorts „Trockenes Auge und Oberflächenerkrankungen“ im Berufsverband der Augenärzte Deutschlands gibt einige Ratschläge, wie man gerade während der Heizperiode diese Beschwerden vermeiden kann.

Oft unerkannt: Frauenkrankheit Lipödem

Oft unerkannt: Frauenkrankheit Lipödem
© vanillya / fotolia.com

Etwa jede zehnte Frau in Deutschland leidet unter einem Lipödem, auch als Reiterhosenphänomen bekannt. Hierbei treten symmetrische schwammige Schwellungen an den Beinen und in 30 Prozent der Krankheitsfälle auch an den Armen auf. Die Ursache: eine Fettverteilungsstörung, die mit Wassereinlagerungen einhergeht. Lipödempatienten stehen aus mehreren Gründen unter einem sehr hohen Leidensdruck. Sie haben nicht nur sehr starke Berührungs- und Druckschmerzen, sondern auch Spannungsgefühle, sodass bereits einfache Tätigkeiten wie Haare föhnen oder...

Lückenschluss zwischen ambulanter und stationärer Versorgung

Lückenschluss zwischen ambulanter und stationärer Versorgung
© upixa - stock.adobe.com

Das Universitätsklinikum Leipzig (UKL) erweitert sein Angebot für Patienten mit chronischen Schmerzen durch die Eröffnung einer neuen Schmerztagesklinik. Die Patienten kommen jeden Morgen zur Behandlung und erhalten nach einem individuellen Behandlungsplan ihre Therapien. In Seminaren erfahren sie Wissenswertes über krankheits- und schmerzbezogene Themen. Am Nachmittag gehen die Patienten dann wieder nach Hause. Sie bleiben somit in ihrem häuslichen Umfeld integriert – mit allen Aufgaben und Belastungen – und können beispielsweise ihre...

10 Fakten über Psychotherapie

10 Fakten über Psychotherapie
© hollandog / fotolia.com

Psychotherapie ist ein effektiver und sinnvoller Weg aus Krisen und Problemen. Wäre da nicht das Imageproblem. Um dieser Stigmatisierung entgegenzuwirken, wurde mit dem 5. Februar der Tag des Psychotherapeuten ausgerufen. Ein wichtiger Jahrestag, der zur Aufklärung von Missverständnissen beiträgt und das Bewusstsein für die lebenswichtige Arbeit schärft, die von Therapeuten täglich geleistet wird. Dr. Anabel Ternès ist Gründerin der digitalen Service-Plattform Psychologio, die Betroffenen einen vereinfachten Zugang zu einer...

Rauchen ist Hauptursache für chronische Lungenkrankheit, die nicht heilbar ist

Rauchen ist Hauptursache für chronische Lungenkrankheit, die nicht heilbar ist
© Eric Limon / Fotolia.com

COPD – diese vier Buchstaben stehen für eine chronische Lungenkrankheit (chronic obstructive pulmonary disease). Sie stehen gleichzeitig auch für die weltweite Nummer Drei unter den Todesursachen. Bei 90 Prozent aller Fälle hierzulande ist die Hauptursache ziemlich klar bestimmt: das Rauchen. Zum Welt-COPD-Tag am 15. November weist Prof. Hubert Wirtz, Leiter der Abteilung für Pneumologie am UKL, auf unangenehme Wahrheiten rund um diese Krankheit hin: "COPD verkürzt die Lebenserwartung. Es ist nicht heilbar."

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"Orale Antikoagulanzien und Vitamin-K-Antagonisten: Patientengerechte Therapiewahl"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der rsmedia GmbH widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.