Dienstag, 25. Februar 2020
Navigation öffnen
Anzeige:

Medizin

07. November 2019 Osteoporose: Ambulantes Weiterbehandlungskonzept soll erneute Frakturen verhindern

Das Risiko für eine erneute Frakturen bei Osteoporose ist sehr hoch. Mit einer medikamentösen Therapie könnten Folgefrakturen effektiv verhindert werden. In Deutschland erhalten diese allerdings viel zu wenige Patienten. Am Universitätsklinikum Leipzig (UKL) soll daher nun das so genannte FLS-System (fracture liaison service) eingeführt werden, ein international bereits erprobtes Weiterbehandlungskonzept für den Zeitraum, wenn die Patienten nach der Behandlung ihrer Fraktur das Krankenhaus verlassen haben.
Anzeige:
Hinter FLS steckt die Grundidee, sich vom Krankenhaus aus zu kümmern, dass der Patient eine adäquate osteologische Nachbehandlung erhält“, erläutert Prof. Andreas Roth, UKL. „Wir sind dabei, ein Netzwerk aufzubauen mit niedergelassenen Kollegen“, erklärt er das Prinzip, „das sind dann aber nicht nur Orthopäden, sondern auch Endokrinologen, Allgemeinmediziner, Hausärzte – Voraussetzung: Sie sind osteologisch qualifiziert.“

Das Ziel sei, den Patienten nach überstandener Fraktur qualifizierten Ärzten außerhalb des Krankenhauses für eine medikamentöse Therapie zu übergeben, um einen weiteren Bruch zu verhindern. Die Methode ist einfach, aber wirkungsvoll: Mit Zustimmung des Patienten suchen Orthopäden oder Unfallchirurgen des UKL mehrere in Frage kommende Ärzte aus, meist wohnortnah. Der Patient wählt einen für sich aus, und das Klinikum stellt anschließend den Kontakt her und übermittelt alle relevanten Daten. „Wir werden das Ganze zudem wissenschaftlich begleiten, um nachzuweisen, dass die Zahl der erneuten Frakturen tatsächlich sinkt“, sagt Roth.

Immer mehr Menschen werden älter als 100 Jahre

Orthopäde Roth verweist ausdrücklich auf die Tatsache, dass Deutschland im europäischen Maßstab das Schlusslicht bilde, was medikamentöse Osteoporose-Behandlungen betreffe. Dabei sei deren Wirksamkeit, Folgefrakturen zu verhindern, wissenschaftlich belegt. Die Hälfte der in den Industriestaaten nach dem Jahr 2000 geborenen Kinder werde statistischen Schätzungen zufolge über 100 Jahre alt. Dadurch steige zwangsläufig die Zahl der durch Knochenalterung verursachten Brüche. Das Problem sei aber eben, so der UKLExperte, wenn erst eine Fraktur aufgetreten sei, dann sei das Risiko einer weiteren sehr hoch, vor allem bei der Altersgruppe 70 +. Die Knochen werden fragiler, bruchanfälliger. Risikofaktoren wie Lebensstil und Lebensbedingungen entfalten stärker ihre Wirkungen. „Bei einer Wirbelkörperfraktur besteht ein erhöhtes Risiko, in den darauffolgenden 3 Jahren eine zweite zu erleiden. Bei einer Schenkelhalsfraktur ist es sogar ziemlich wahrscheinlich, dass es innerhalb eines Jahres wieder geschieht“, nennt Roth markante Beispiele. Auch angesichts der demografischen Entwicklung werde es daher immer wichtiger, Weiterbehandlungskonzepte wie FLS für Patienten mit Osteoporose-bedingten Frakturen zu entwickeln. Das Universitätsklinikum Leipzig sieht er dabei auf einem guten Weg.

Ziel sei, so Roth, den Patienten nach überstandener Fraktur qualifizierten Ärzten außerhalb des Krankenhauses für eine medikamentöse Therapie zu übergeben, um einen weiteren Bruch zu verhindern.

Quelle: Universitätsklinikum Leipzig


Das könnte Sie auch interessieren

Tipps vom Augenarzt für die kalte Jahreszeit

Tipps vom Augenarzt für die kalte Jahreszeit
© K.- P. Adler / Fotolia.com

Draußen wird es ungemütlich kalt, da bleibt man lieber in wohlig geheizten Räumen. Das ist verständlich, es kann aber dazu beitragen, dass man öfter das unangenehme Gefühl müder, trockener Augen hat. Prof. Dr. Gerd Geerling, Leiter des Ressorts „Trockenes Auge und Oberflächenerkrankungen“ im Berufsverband der Augenärzte Deutschlands gibt einige Ratschläge, wie man gerade während der Heizperiode diese Beschwerden vermeiden kann.

13 Prozent der Deutschen glauben, Rheuma sei eine Krankheit des Alters

13 Prozent der Deutschen glauben, Rheuma sei eine Krankheit des Alters
© wavebreak3 / fotolia.com

Rheuma ist keine Frage des Alters Rheumatoide Arthritis ist eine von mehr als 200 verschiedenen Rheuma-Erkrankungen Welt-Rheuma-Tag am 12. Oktober   Mehr als jeder Zehnte glaubt, Rheuma sei eine altersbedingte Krankheit, die einfach hingenommen werden müsste (1). Das ergab eine repräsentative Umfrage unter 1.000 Deutschen anläßlich des Welt-Rheuma-Tages am 12. Oktober im Auftrag des Biotechnologie-Unternehmens Amgen. Dabei kann die Erkrankung in jedem Lebensalter auftreten. Auch viele junge Menschen erkranken an Rheuma: Rund 20.000 Kinder und...

Biopharmazeutika sind den meisten Deutschen unbekannt

Biopharmazeutika sind den meisten Deutschen unbekannt
© Darren Baker / Fotolia.com

Naturheilmittel oder neuer Trend der Bio-Welle? 94 Prozent der Deutschen können mit dem Begriff Biopharmazeutika nichts anfangen (1). Oftmals werden hinter dem Begriff Naturheilmittel vermutet. Dabei handelt es sich um Arzneimittel, die biotechnisch hergestellt oder aus gentechnisch veränderten Organismen gewonnen werden und mit dem Ziel der Bekämpfung einer Krankheit in die Vorgänge des Körpers eingreifen. Insulin ist ein bekanntes Beispiel. Wem das erklärt wird, der ist gerne zur Einnahme eines solchen Arzneimittels bereit. Das sind Ergebnisse einer...

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"Osteoporose: Ambulantes Weiterbehandlungskonzept soll erneute Frakturen verhindern "

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der rsmedia GmbH widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.