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Medizin

11. April 2019 Parkinson: Entstehung – Diagnostik – Therapie

Die Parkinson‐Krankheit ist die zweithäufigste neurodegenerative Erkrankung. Nur die Alzheimer‐Krankheit ist noch häufiger. Namensgeber ist der englische Arzt James Parkinson (1755-1824), der die Hauptsymptome 1817 erstmals beschrieben hat und auf dessen Geburtstag am 11. April der Welt‐Parkinson‐Tag fällt. Im Durchschnitt erkranken Patienten mit etwa 60 Jahren an Parkinson. Dem Ausbruch gehen aber vermutlich jahrzehntelange Veränderungen im Körper voraus.
Das Risiko einer Parkinson‐Erkrankung liegt für Männer bei 2,0% und für Frauen bei 1,3%. Die Zahl der Patienten weltweit hat sich von 2,5 Millionen im Jahr 1990 auf 6,1 Millionen im Jahr 2016 erhöht. Hauptursache ist die zunehmende Alterung der Bevölkerung. Die Häufigkeit der Erkrankung hat sich in dieser Zeit jedoch auch innerhalb einzelner Altersgruppen um mehr als 20% gesteigert. In Deutschland sind laut Krankenkassendaten aktuell etwa 400.000 Personen an Parkinson erkrankt.  Weltweit gingen 2016 durch Parkinson 3,2 Millionen DALYS (disability‐adjusted life years) – das sind beschwerdefreie Jahre mit guter Lebensqualität – verloren. Für Deutschland liegen die Schätzungen bei 100.000 DALYs. Die Krankheit forderte zuletzt 200.000 Todesfälle pro Jahr, davon 7.000 in Deutschland.

Symptome und Ursachen

Charakteristisch für die Parkinson‐Krankheit ist nicht nur der Tremor, weitere Bewegungsstörungen wie Rigor, Bradykinesie und Gleichgewichtsstörungen kommen hinzu. Zusätzliche Symptome können das „Einfrieren“ von Bewegungen (Freezing), Schwierigkeiten beim Sprechen und Schlucken, Störungen der vegetativen Funktionen (z.B. Blutdruckregulation), Schlafstörungen, Depressionen und geistige Beeinträchtigungen bis hin zur Demenz sein. Eindeutige Merkmale der Krankheit sind der Verlust an Dopamin‐produzierenden Nervenzellen in einem winzigen Teil des Gehirns, der Substantia nigra. In einem übergeordneten Teil, dem Striatum, mangelt es dann am Botenstoff Dopamin. In den betroffenen Nervenzellen bilden sich Ablagerungen (Lewy‐Körperchen), die hauptsächlich aus Verklumpungen des Eiweißmoleküls α‐Synuklein bestehen. Dass sich die Ablagerungen von α‐Synuklein möglicherweise vom Darm her über den Vagus‐ oder Riechnerv bis ins Gehirn ausbreiten, ist eine neue Erkenntnis, zu der deutsche Wissenschaftler maßgeblich beigetragen haben.  

Diagnose und Therapie

Bei Verdacht auf Vorliegen einer Parkinson‐Krankheit sollten die betroffenen Patienten von einem Spezialisten für Bewegungsstörungen untersucht werden, um sie von ähnlichen Krankheitsbildern zu unterscheiden. Die wichtigsten Anzeichen sind eine anfänglich einseitig ausgeprägte Bewegungsverlangsamung und ggf. Zittern in Ruhe (Ruhetremor), die sich bei Einnahme von L‐Dopa (Levodopa) deutlich verbessern. Verfahren, die den gestörten Stoffwechsel im Gehirn sichtbar machen, werden meist nur bei schwierigen Fällen oder in klinischen Studien angewandt. Die Behandlung beruht wesentlich auf dem Ausgleich des Mangels am Botenstoff Dopamin durch Medikamente. Neben L‐Dopa werden auch andere Arten von Medikamenten wie Dopamin-Agonisten, MAO‐B‐Hemmer und COMT‐Hemmer einzeln oder in Kombination verschrieben, um eine möglichst lange und gute Wirksamkeit bei geringstmöglichen Nebenwirkungen zu erzielen.

Im Zusammenspiel mit Physiotherapien und weiteren aktivierenden Maßnahmen bewirken die Medikamente, dass Patienten über Jahre hinweg eine gute Lebensqualität haben. Das Fortschreiten der Grunderkrankung kann man aber momentan noch nicht aufhalten. Die Suche nach ursächlichen Therapien hat in der Parkinsonforschung deshalb oberste Priorität. 
 

Quelle: Deutsche Gesellschaft für Parkinson und Bewegungsstörungen e.V.


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