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Medizin

30. April 2020 Parkinson-Krankheit kann im Darm beginnen

Forscher des Karolinska Institutet in Schweden und der Universität von North Carolina in den USA haben die Zelltypen, die hinter verschiedenen Hirnerkrankungen stehen, aufgezeigt. Die Ergebnisse werden in Nature Genetics veröffentlicht und bieten einen Fahrplan für die Entwicklung neuer Therapien zur Behandlung neurologischer und psychiatrischer Störungen. Eine interessante Erkenntnis war, dass Zellen aus dem Nervensystem des Darms an der Parkinson-Krankheit beteiligt sind, was darauf hindeutet, dass die Krankheit dort ihren Anfang nehmen könnte.
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Das Nervensystem besteht aus Hunderten von verschiedenen Zelltypen mit sehr unterschiedlichen Funktionen. Es ist von entscheidender Bedeutung zu verstehen, welche Zelltypen bei jeder Erkrankung betroffen sind, um die Ursachen der Störungen zu verstehen und letztlich neue Behandlungsmethoden zu entwickeln. Forscher haben nun Genexpressionsstudien an Mäusen mit Humangenetik kombiniert, um systematisch die Zelltypen zu kartieren, die verschiedenen Hirnerkrankungen zugrunde liegen, einschließlich der Parkinson-Krankheit, die auf den Verlust von dopaminproduzierenden Zellen in einer bestimmten Hirnregion zurückzuführen ist.

„Wie erwartet, fanden wir heraus, dass dopaminerge Neuronen mit der Parkinson-Krankheit assoziiert sind. Noch überraschender ist, dass wir herausfanden, dass auch enterische Neuronen eine wichtige Rolle bei der Erkrankung zu spielen scheinen, was die Hypothese unterstützt, dass die Parkinson-Krankheit im Darm beginnt“, sagt einer der Hauptautoren der Studie, Prof. Patrick Sullivan.

Als die Forscher Unterschiede im Hirngewebe von gesunden Menschen und Menschen mit Parkinson-Krankheit in verschiedenen Stadien der Krankheit analysierten, machten sie eine weitere unerwartete Entdeckung. Es stellte sich heraus, dass die Oligodendrozyten frühzeitig betroffen waren, was darauf hindeutet, dass sie in den frühen Stadien der Krankheit eine Schlüsselrolle spielen.

„Die Tatsache, dass die Tierversuche uns auf Oligodendrozyten hinwiesen und dass wir dann zeigen konnten, dass diese Zellen auch bei Patienten betroffen waren, lässt vermuten, dass die Ergebnisse klinische Implikationen haben könnten“, sagt Jens Hjerling-Leffler, Forschungsgruppenleiter in der Abteilung für Medizinische Biochemie und Biophysik am Karolinska Institutet und der andere Hauptautor der Studie.

Die Oligodendrozyten scheinen bereits vor dem Verlust dopaminerger Neuronen betroffen zu sein. „Das macht sie zu einem attraktiven Ziel für therapeutische Interventionen bei der Parkinson-Krankheit“, sagt Julien Bryois, Forscher an der Abteilung für medizinische Epidemiologie und Biostatistik am Karolinska-Institut.

Übers. SM

Quelle: Karolinska Institutet


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