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Medizin

11. April 2017
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Parkinson: Die Krankheit an der Wurzel packen

Die Parkinsontherapie steht am Beginn einer neuen Ära. Jüngste Erfolge der Forschung rücken Therapien in sichtbare Nähe, die nicht nur die Symptome lindern, sondern den Krankheitsprozess beeinflussen. Gelingt es, das Nervensterben zu hemmen, wäre dies ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur Heilung. Dies berichten Experten der Deutschen Parkinson Gesellschaft (DPG), einer Schwerpunktgesellschaft der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN), anlässlich des Welt-Parkinson-Tags am 11. April.
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„Die Lebenserwartung von Menschen mit Parkinson ist heutzutage weitgehend normal, trotz Einsatz aller derzeit verfügbaren Mittel kommt es aber bei vielen Betroffenen im Langzeitverlauf zu schweren Behinderungen“, sagt Prof. Dr. Jens Volkmann, erster Vorsitzender der DPG, auf der heutigen Pressekonferenz. Mit der Entwicklung von krankheitsmodifizierenden Therapien bekommt jetzt die Früherkennung des Parkinson eine große Bedeutung, da die Behandlung möglichst beginnen sollte, bevor der Patient sichtbar erkrankt. In Deutschland und international werden derzeit innovative Therapieansätze erforscht, die Parkinson an der Ursache therapieren und den Nervenzelluntergang aufhalten sollen. Allein in Deutschland wartet eine Viertelmillion Menschen auf neue Therapien.

Der diesjährige Welt-Parkinson-Tag ist gleichzeitig ein Jahrestag: Vor genau 200 Jahren beschrieb der englische Arzt James Parkinson als Erster die Krankheit, die später nach ihm benannt wurde. Lange wusste die Medizin der langsam fortschreitenden Schüttellähmung wenig entgegenzusetzen. Erst Anfang des 20. Jahrhunderts entdeckten Forscher, dass bei Parkinsonpatienten Nervenzellen im Gehirn absterben. Bis man verstand, dass dadurch ein Mangel des Botenstoffs Dopamin entsteht, der das Zittern, die Steifigkeit und den kleinschrittigen Gang verursacht, verging ein weiteres halbes Jahrhundert. Den ersten Meilenstein der Therapie setzte das Medikament Levodopa (L-Dopa).
 
L-Dopa: Goldstandard der Therapie seit 1960

 
L-Dopa ist nach wie vor der Goldstandard der Therapie. Heute empfehlen die Therapieleitlinien der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN) jedoch differenzierte medikamentöse Strategien, neben Levodopa steht eine Armada weiterer Medikamente zur Verfügung.

„Wir bieten Parkinsonpatienten aktuell eine Vielzahl wirksamer Therapien an und können die Lebensqualität über Jahrzehnte auf einem hohen Niveau erhalten“, sagt Prof. Dr. Georg Ebersbach, Chefarzt der Parkinson-Fachklinik in Beelitz-Heilstätten bei Berlin. An Wegen, die Verfügbarkeit von Dopamin zu erhöhen, wird weiterhin geforscht. Bereits in klinischen Studien verfügbar sind neuartige Systeme zur Infusion von Dopamin-Ersatzstoffen. Experimentelle Ansätze beinhalten außerdem die Transplantation von dopaminbildenden Zellen und die Einschleusung von Genen für die Dopamin-Produktion in Gehirnzellen durch virale Vektoren.
 
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