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Medizin

28. Juni 2017
Seite 1/3
Parkinson: Neue Therapieansätze sind in Sicht 

Neue Erkenntnisse zu Früherkennung und Behandlung von Parkinson diskutieren Wissenschaftler beim 3. Kongress der European Academy of Neurology (EAN) in Amsterdam. "Wir nähern uns dem großen Ziel, Parkinson in einem sehr frühen Stadium zu erkennen", erklärt EAN-Präsident Prof. Günther Deuschl, Kiel. Die Diagnose von Parkinson ist vor allem im Frühstadium (Prodromalphase) schwierig.
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Zwar wurden Beschwerden, wie die Schlafstörungen, Verschlechterung des Geruchssinnes, Depressionen oder Verdauungsstörungen als mögliche frühe Parkinson-Kennzeichen identifiziert, die Diagnose kann heute jedoch erst mit größerer Sicherheit gestellt werden, wenn die typischen Bewegungsstörungen – Zittern sowie langsame und steife Bewegungen – einsetzen. Diesen Symptomen geht jedoch ein jahrelanges Absterben der Nervenzellen voraus. Rund 80% der dopaminergen Nervenendigungen und bis zu 50% der Nervenzellen in der Substantia nigra im Gehirn sind dann schon zerstört. Zu diesem Zeitpunkt ist keine Therapie mehr möglich, die den Krankheitsverlauf aufhalten könnte. Das Kennzeichen für die Parkinson-Erkrankung ist eine Ablagerung von pathologischem Alpha-Synuclein in Zellen des Nervensystems.

Früherkennung mit Hautbiopsie

Verschiedene Forschungsgruppen vermelden, dass Biopsien der Haut, Unterkieferspeicheldrüse oder Darmbiopsien Alpha-Synuclein in einem sehr frühen Krankheitsstadium nachweisen können: Ein weiterer großer Erfolg in der Früherkennung wurde kürzlich berichtet: Pathologisches Alpha-Synuclein wurde bei Menschen mit REM-Schlafverhaltensstörungen nachgewiesen, die bei 85% der Betroffenen einer Parkinson Erkrankung vorausgehen, mithilfe eines Hauttests – somit also etliche Jahre vor dem Auftreten der typischen Bewegungsstörungen. Für die Hautbiopsie muss eine nur 5 Millimeter große Probe entnommen werden. Lassen sich in den feinen Nervenenden der Haut pathologische Ablagerungen des Proteins Alpha-Synuclein nachweisen, deutet das auf die Entstehung der Krankheit hin.

Schon länger bekannt ist, dass ein Großteil der Personen, die an REM-Schlafverhaltensstörungen mit aggressiven Träumen und heftigen Bewegungen im Schlaf leiden, innerhalb von 15 bis 20 Jahren an Parkinson erkrankt. Die Studie konnte nun den Biomarker Alpha-Synuclein in der Haut dieser Risikopatienten identifizieren. Alpha-Synuclein kommt zwar auch bei Gesunden vor, bei Parkinson-Patienten jedoch in pathologischer Zusammenlagerung. Das führt zu einer Störung des Zellstoffwechsels und letztendlich zum Untergang von Nervenzellen. "Die Methode hat großes Potenzial, Patienten für Studien zur Parkinson-Prävention zu identifizieren und für klinische Studien zum Test von krankheitsmodifizierenden Medikamenten zu gewinnen", berichtet Prof. Deuschl. Künftig soll mit diesem diagnostischen Marker auch bei Personen, die nicht von der REM-Schlafstörung betroffen sind, Parkinson in der Frühphase erkannt werden können.

 
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