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Medizin

06. April 2014 Pathophysiologie, Diagnostik und therapeutische Optionen bei diabetischer Polyneuropathie

Die diabetische Polyneuropathie stellt eine der häufigsten Folgeerkrankungen des Diabetes mellitus dar. Pathophysiologisch wird hierbei von einer multifaktoriellen Genese der Nervenfaserschädigung ausgegangen. Eine vermehrte Proteinglykosilierung, eine Aktivierung des Polyolstoffwechselweges und der Proteinkinase C, oxidativer Stress sowie ein Verlust neurotropher Faktoren gehen hierbei mikrovaskulären Störungen und der Entwicklung einer Nervenfaserschädigung voraus.

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Demyelinisierungsprozesse und Translokationen von Na-Kanälen im Bereich der Ranvierschen Schnürringe gelten als frühe morphologische Korrelate der Nervenfasererkrankung, so Prof. Dr. med. Thomas Forst, Geschäftsführer Medizin und Wissenschaft der Firma Profil Mainz GmbH & Co. KG, Mainz. Klinisch präsentiert sich die diabetische Polyneuropathie als schmerzhafte oder asymptomatische periphere Polyneuropathie mit weitgehend symmetrischer Ausprägung. Sie gilt als wesentlicher Risikofaktor für die Entwicklung trophischer Fußulzerationen und wird mit einer erhöhten Diabetesmortalität in Verbindung gebracht.

Regelmäßige neurologische Untersuchungen und ggf. die Einleitung entsprechender therapeutischer Maßnahmen gehören zu den dringlichsten Aufgaben in der Betreuung diabetischer Patienten. Die diabetische Polyneuropathie ist in erster Linie eine klinische Diagnose, welche nach Anamnese, klinischen Beschwerden und dem klinischneurologischen Befund eingeordnet wird.

Das Ziel der Therapie ist die Vermeidung, Stabilisierung oder Rückbildung der Nervenfaserschädigung sowie eine Behandlung neuropathischer Schmerzen. Zusätzlich können prophylaktische Maßnahmen zur Vorbeugung trophischer Ulzerationen erforderlich werden. Eine möglichst optimale Blutzuckereinstellung gilt als Grundlage der Therapie der diabetischen Polyneuropathie. Polyneuropathische Schmerzen machen häufig zusätzlich eine differenzierte analgetische Therapie erforderlich. Zum Einsatz kommen hierbei vor allem trizyklische Antidepressiva, Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer, Antikonvulsiva oder Opiate, wobei jedoch lediglich für Duloxetin, Gabapentin und Pregabalin eine spezifische Zulassung zur Therapie der schmerzhaften diabetischen Polyneuropathie vorliegt. Die Auswahl des am besten geeigneten Medikamentes sollte hierbei auf Basis der individuellen klinischen Situation und der potentiellen Nebenwirkungen der Substanzen erfolgen. Gegebenenfalls kann eine ausreichende analgetische Wirkung nur durch eine Kombination verschiedener Substanzen erreicht werden. Hierbei benötigt jeder Patient eine individuelle Dosierung in Abhängigkeit von Wirkung und potentiellen Nebenwirkungen der Einzelsubstanzen.

Quelle: Pfizer-Symposium "Facettenreiche Mechanismen, typische Symptome – Neuropathische Schmerzen, wie sie entstehen, wie man sie am besten erkennt und behandelt", Frankfurt, 20. März 2014


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