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Medizin

29. März 2019 Patientenpräferenz-Studien zeigen die Erwartungen an eine Diabetestherapie

Wenn bei Menschen mit Typ-2-Diabetes der Beginn einer Injektionstherapie zur glykämischen Kontrolle ansteht, sind Arzt-Patienten-Gespräche besonders wichtig. Die Mehrheit der Patienten wünscht sich, ihre Therapie flexibel in den Alltag zu integrieren und eine möglichst geringe Anzahl von Injektionen. Eine entsprechende Option bietet die einmal wöchentliche, mit den ADA/EASD-Empfehlungen konforme, Injektionstherapie mit einem GLP-1-Rezeptor-Agonisten.
Das aktuelle ADA/EASD-Konsensuspapier (1) empfiehlt, die individuellen Bedürfnisse des Patienten bei der gemeinsamen Therapieentscheidung von Arzt und Patient zu berücksichtigen, sodass eine optimale Behandlung erreicht werden kann. Dem Konsensuspapier zufolge sollte beim Beginn der Injektionstherapie einem GLP-1-Rezeptor-Agonisten (GLP-1-RA) der Vorzug vor Insulin gegeben werden – unter Berücksichtigung der individuellen Situation und der Bedürfnisse des Patienten (1). „Wenn injektionsnaive Patienten unter mehreren Injektionstherapien wählen können, sollte man annehmen, dass Faktoren wie Wirksamkeit, Verträglichkeit oder Hypoglykämierisiko ausschlaggebend sind, so Dr. Marcel Kaiser, Frankfurt am Main. „Viel wesentlicher für die Patienten ist jedoch oft, dass sie die Therapie flexibel in den Alltag integrieren und ein möglichst normales Leben führen können“. So stellte sich bei einer Befragung von Patienten mit Typ-2-Diabetes im Rahmen einer Conjoint-Analyse (2) heraus, dass bei ihnen „Häufigkeit und Zeitpunkt der Injektion“ mit 33,1% der mit Abstand wichtigste Faktor war.

Injektionsfrequenz und Art des Pens besonders bedeutsam

In einer weiteren Untersuchung zu Präferenzen (3) bei einer Therapie mit GLP1-1-RA gaben die Teilnehmer an, dass für sie neben der Injektionsfrequenz (41,6%) die Art des Pens (35,5%) besonders bedeutsam sei. Klinische Faktoren wie Gewichtsreduktion (5,9%) und HbA1c-Senkung (3,6%) stuften die Studienteilnehmer hingegen als deutlich weniger wichtig ein. „Diese Studie zeigt, dass bei geringen Unterschieden in der Effizienz der Wirkstoffe die Einfachheit der Anwendung bei den Patientenwünschen eine Hauptrolle spielt,“ so Kaiser.

Außerdem wurden Patienten eigens zu verschiedenen Produkten befragt. Diesen Präferenz-Studien (3,4) zufolge bevorzugte eine deutliche Mehrheit der Patienten das Produktprofil des GLP-1-RA Dulaglutid gegenüber den Produktprofilen von Insulin glargin und Liraglutid. Der GLP-1-RA Dulaglutid (Trulicity®) wird einmal wöchentlich mittels einem sofort gebrauchsfertigen Pen verabreicht.
 

Dr. Elisabeth Nolde

Quelle: Fachpresseevent „Was wirklich zählt: Diabetestherapie aus Arzt- und Patientensicht“, 14.3.2019, Bad Homburg; Veranstalter Lilly

Literatur:

(1) Davies MJ et al., Diabetes Care 2018 Dec; 41 (12): 2669-2701.
(2) Otto T et al., Gesundh ökon Qual manag 2016; 21: 181-198.
(3) Gelhorn HL et al., Patient Preference and Adherence 2015; 9: 1611-1622.
(4) Poon JL et al., Curr Res Diabetes & Obes J 2018; 6 (5): 555-700.


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