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Medizin

12. Juli 2019 Pertussis: Passiver Schutz von Neugeborenen durch Indikationserweiterung von Kombinationsimpfstoffen

Die Auffrischimpfstoffe Covaxis® (Tetanus, Diphtherie und Pertussis) und Repevax® (Tetanus, Diphtherie, Pertussis und Poliomyelitis) haben als einzige Auffrischimpfstoffe eine Indikationserweiterung „zum passiven Schutz vor Pertussis im frühen Säuglingsalter nach der mütterlichen Immunisierung während der Schwangerschaft“ (1) erhalten.
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Zur passiven Immunisierung des Ungeborenen durch die Impfung der werdenden Mutter, können Schwangere bereits im zweiten oder dritten Trimester mit dem jeweiligen Kombinationsimpfstoff geimpft werden. So wird der Nestschutz des Säuglings gestärkt und der bestmögliche Schutz vor einer Erkrankung mit Pertussis geboten (2). Der Stellenwert der Indikationserweiterung für Covaxis® und Repevax® wird darüber hinaus untermauert von einer aktuellen Empfehlung des Berufsverbandes der Frauenärzte e.V. nicht vor, sondern während der Schwangerschaft gegen Pertussis zu impfen (3).
Die Wirksamkeit der Impfstoffe Covaxis® und Repevax® gegen Pertussis bei Säuglingen, deren Mütter während der Schwangerschaft geimpft wurden, zeigen 3 retrospektive Studien (1).

Über Pertussis

Eltern, Familienmitglieder und Angehörige mit engem Kontakt zu Säuglingen sind die häufigste Infektionsquelle für Pertussis-Erkrankungen der noch ungeimpften Säuglinge. Keuchhusten wird häufig als Kinderkrankheit angesehen. Aufgrund der hohen Ansteckungsgefahr speziell zu Beginn der Krankheit können viele Erwachsene die Erreger weiterverbreiten ohne es zu wissen (4). Bei genauerem Hinschauen zeigt sich: Etwa zwei Drittel der Erwachsenen in Deutschland sind gegen Pertussis nicht oder unzureichend geimpft.

Pertussis-Impfschutz ist Familiensache

Diese Impflücke bzgl. Pertussis erklärt auch die steigenden Infektionsraten in den letzten Jahren (6) und die damit einhergehende Schwierigkeit der Umsetzung der Kokonstrategie: Speziell die noch ungeimpften Säuglinge haben ein besonders hohes Risiko für einen schwerwiegenden Krankheitsverlauf (5). Aus diesem Grund ist es essentiell, dass die unmittelbare Umgebung ausreichend geimpft ist und den Säugling in einen schützenden Kokon (aus Geimpften) hüllt. Gerade die nicht ausreichend geimpften Eltern, Familienmitglieder und weitere Angehörige können zu der Verbreitung der Krankheit beitragen (4). So sollten Ärzte bei Erwachsenen regelmäßig den Impfstatus prüfen und gemäß offizieller STIKO-Empfehlung die nächste fällige Td-Auffrischimpfung einmalig als Tdap-Kombinationsimpfung verabreichen bzw. darüber hinaus bei entsprechender Indikation. Besonders Frauen im gebärfähigen Alter, Menschen mit einer Tätigkeit im Gesundheitsdienst oder in Gemeinschaftseinrichtungen sowie enge Kontaktpersonen eines Neugeborenen müssen über einen ausreichenden Pertussis-Impfschutz verfügen (7).

Quelle: Sanofi Pasteur

Literatur:

(1) Fachinformation Covaxis®, Stand Februar 2019, Fachinformation Repevax®, Stand Februar 2019.
(2) Halperin SA et al. Clin Infect Dis. 2018 Sep 14;67(7):1063-1071; Campbell H et al. J Med Microbiol. 2018 Oct; 67(10):1426-1456 Epub 2018 Sep 17.
(3) Pressemitteilung des BVF e.V. vom 19.2.2019 abrufbar unter http://bvf.de/presse_info.php?r=2&m=0&s=0&artid=586
(4) Pertussis Vaccines: WHO position paper – August 2015, https://www.who.int/wer/2015/wer9035.pdf?ua=1, zuletzt 05.03.2019
(5) Bundesgesundheitsblatt 2019 https://doi.org/10.1007/s00103-019-02902-4 Rieck T. et al Umsetzung der Masern- und Pertussisimpfempfehlungen für Erwachsene (Analyse von Daten des bundesweiten Monitorings der KV-Impfsurveillance)
(6) Robert Koch Institut, Epidemiologisches Bulletin 6/2017, zuletzt aktualisiert Februar 2018.
(7) RKI. Epidemiologisches Bulletin 34/2018, https://www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Archiv/2018/Ausgaben/34_18.pdf?__blob=publicationFile, zuletzt 05.03.2019


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