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Medizin

24. November 2014 Plaque-Psoriasis: Brodalumab erfüllt den primären und alle wichtigen sekundären Endpunkte in zweiter Zulassungstudie

Amgen und AstraZeneca gaben kürzlich bekannt, dass die zulassungsrelevante, mehrarmige Phase III-Studie AMAGINE-3TM zur Untersuchung von Brodalumab in zwei Dosierungen bei über 1.800 Patienten mit mittelschwerer bis schwerer Plaque-Psoriasis, die primären Endpunkte gegenüber Ustekinumab und Placebo bis Woche 12 erreicht hat. Im Hinblick auf den primären Endpunkt, die komplette Abheilung der Hauterscheinungen, beurteilt nach dem Psoriasis Area Severity Index (PASI 100), erwies sich Brodalumab gegenüber Ustekinumab als überlegen. Verglichen mit Placebo erzielte ein signifikant größerer Anteil der Patienten, die mit Brodalumab behandelt wurden, gegenüber dem Studienbeginn eine mindestens 75-prozentige Besserung der Krankheitsschwere (PASI 75) in Woche 12.

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Basistext

Bei einem signifikant größeren Anteil an Patienten, die mit Brodalumab behandelt wurden, war im Vergleich zu Placebo nach 12 Wochen die Haut klar oder fast klar und wies einen sPGA-Score (static Physician Global Assessment) von 0 oder 1 auf. Alle wichtigen sekundären Endpunkte im Vergleich von Brodalumab mit Ustekinumab und Placebo wurden ebenfalls erreicht.
 
Die Ergebnisse zeigen, dass es bei 36,7% der Patienten, die 210 mg Brodalumab erhielten, 27,0% der Patienten unter 140 mg Brodalumab, 18,5% der Patienten in der Ustekinumab-Gruppe und 0,3% der Patienten in der Placebogruppe zu einer kompletten Abheilung der Haut (PASI 100) kam. Darüber hinaus erreichten 85,1% der Patienten unter 210 mg Brodalumab, 69,2% unter 140 mg Brodalumab, 69,3% der Patienten im  Ustekinumab-Arm und 6,0% der Patienten in der Placebogruppe einen PASI 75.
 
"Trotz einer Vielzahl von Therapieoptionen, die bei Psoriasis zur Verfügung stehen, erreichen viele Patienten nicht das Therapieziel einer erscheinungsfreien Haut", erklärte Dr. Sean E. Harper, Executive Vice President Research and Development bei Amgen. "Die vorliegenden Ergebnisse haben insofern besonderes Gewicht, da sie im Hinblick auf die vollständige Abheilung der erkrankten Haut erstmals die Überlegenheit gegenüber Ustekinumab nachweisen; außerdem handelt es sich um die zweite positive Zulassungsstudie der Phase III, die Brodalumab bei Patienten mit mittelschwerer bis schwerer Plaque-Psoriasis untersucht."
 
Die häufigsten unerwünschten Ereignisse in den Brodalumab-Armen (mehr als 5% der Patienten in jeder Gruppe) waren Erkältung, Gelenkschmerzen, Infektion der oberen Atemwege und Kopfschmerzen. Schwerwiegende unerwünschte Ereignisse traten bei 1,4% der Patienten in der Gruppe mit 210 mg und bei 1,6% der Patienten in der Gruppe mit 140 mg auf. Im Vergleich dazu waren es 0,6% unter Ustekinumab und 1,0 Prozent unter Placebo während der placebokontrollierten Studienphase.
 
Brodalumab ist der einzige in der Erprobung befindliche Wirkstoff, der an den Interleukin-17 (IL-17)-Rezeptor bindet und den für die Entzündung verantwortlichen Signalweg hemmt, indem er die Anbindung verschiedener IL-17-Zytokine (A, F, A/F und C) an den Rezeptor blockiert. Der IL-17-Rezeptor und die Zytokin-Familie spielen in der Entwicklung und klinischen Manifestation der Plaque-Psoriasis eine zentrale Rolle.
 
"Diese Ergebnisse stützen die wachsende Evidenzlage im Zusammenhang mit der Bindung an den IL-17-Rezeptor und untermauern den potenziellen Nutzen von Brodalumab für die Psoriasis-Therapie", so Dr. Briggs W. Morrison, stellvertretender Vizepräsident von Global Medicines Development bei AstraZeneca. "Wir freuen uns darauf, wenn wir Ende des Jahres Daten aus unserer noch laufenden Head-to-Head-Studie AMAGINE-2TM bekannt geben können. Diese Studie dient der Beurteilung von Brodalumab gegenüber Ustekinumab."
 
Das AMAGINE-Programm besteht aus drei Phase-III-Studien, mit denen die Wirksamkeit und Sicherheit von Brodalumab bei Patienten mit mittelschwerer bis schwerer Plaque-Psoriasis beurteilt wird. Erste Ergebnisse aus AMAGINE-1TM, einer Studie zur Bewertung von Wirksamkeit und Sicherheit von Brodalumab im Vergleich zu Placebo, wurden im Mai 2014 bekannt gegeben. Ausführliche Ergebnisse aus der AMAGINE-3-Studie werden bei einem geeigneten wissenschaftlichen Forum zur Präsentation und/oder zur Veröffentlichung eingereicht. Ergebnisse aus AMAGINE-2 werden zum Jahresende erwartet.
 
Design der AMAGINE-3-Studie

AMAGINE-3 ist eine Studie der Phase III zur Bewertung der Sicherheit und Wirksamkeit von Brodalumab in zwei Dosierungen, die alle zwei Wochen als subkutane Injektion verabreicht wurden, im Vergleich zu Placebo und Ustekinumab bei Patienten mit mittelschwerer bis schwerer Plaque-Psoriasis. In der Studie wurden auch Sicherheit und Wirksamkeit von vier Therapieschemata mit Brodalumab als Erhaltungstherapie geprüft. Primärer Endpunkt der vergleichenden Untersuchung von Brodalumab und Ustekinumab war der Anteil der Patienten, bei denen sich eine vollständige Abheilung des Hautbildes einstellte, nachgewiesen anhand des PASI 100 in Woche 12. Die primären Endpunkte beim Vergleich von Brodalumab und Placebo betrafen den Anteil der Patienten, die eine Verbesserung der Krankheitsschwere gegenüber Studienbeginn um mindestens 75% in Woche 12 erreichten (PASI 75) und die ein klares oder fast klares Hautbild gemäß sPGA (0 oder 1) in Woche 12 aufwiesen.
 
Die Studie begann mit einer 12 Wochen dauernden doppelblinden Vergleichswirkstoff- und Placebo-kontrollierten Einleitungsphase, für die die Patienten im Verhältnis 2:2:1:1 auf Brodalumab (210 mg oder 140 mg), Ustekinumab (Dosis laut Fachinformation) oder Placebo randomisiert wurden. In Woche 12 wurden die Patienten, die zuvor auf einen Brodalumab-Arm randomisiert worden waren, im Verhältnis 2:2:2:1 für die Erhaltungsphase neu randomisiert und erhielten anschließend 210 mg oder 140 mg Brodalumab in vier verschiedenen Therapieschemata zur Erhaltung. Patienten, die ursprünglich auf Ustekinumab randomisiert wurden, behielten diese Therapie unverändert bei, während Patienten, die ursprünglich auf Placebo randomisiert worden waren, auf Brodalumab 210 mg alle zwei Wochen umgestellt wurden.
 
In Woche 52 begann für die Patienten die Langzeit-Verlängerungsphase der Studie; Patienten, die ursprünglich auf Ustekinumab randomisiert worden waren, erhielten dann 210 mg Brodalumab alle zwei Wochen. Alle anderen Patienten behielten die Brodalumab-Therapie in der gleichen Dosierung bei, die sie bis Woche 52 erhalten hatten. Patienten können bis zu 271 Wochen (ca. fünf Jahre) in die Studie einbezogen werden.
 
Der PASI-Score dient als Maß für Rötung, Schuppung und Dicke der Psoriasis-Plaques und für die Ausdehnung auf der Körperoberfläche. Die Therapiewirksamkeit wird häufig anhand der Senkung des PASI gegenüber der Ausgangslage bewertet (z. B. bedeutet PASI 75 einen Rückgang um 75%, PASI 90 bedeutet einen Rückgang um 90% und PASI 100 steht für die vollständige Abheilung der erkrankten Hautareale).
 
Der sPGA-Score ist eine standardisierte globale Einschätzung des Psoriasis-Schweregrades durch den Arzt zu einem bestimmten Zeitpunkt. Die Einschätzung bezieht sich auf das Ausmaß von Plaques, Schuppung und Rötung. Ärzte können den Grad der Psoriasis als klar (0), fast klar (1), leicht (2), mittelschwer (3), schwer (4) oder sehr schwer (5) bewerten.

Quelle: Amgen


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