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Medizin

27. November 2017 Pneumokokken-Impfung: Patienten vertrauen der Empfehlung ihres Arztes

Über 90% der Patienten in Deutschland würden den Impf-Empfehlungen ihres Arztes folgen. Das ergab die repräsentative Umfrage PneuVUE® (Adult Pneumonia Vaccine Understanding in Europe), für die Erwachsene ab 50 Jahren zum Thema Pneumonie befragt wurden (1). Dass Patienten offen für eine Impfberatung sind, ist eine gute Nachricht für die Praxis. Denn die Impfquoten sind trotz Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO) vergleichsweise niedrig (2,3): Nur 22% der Befragten mit einem erhöhten Risiko an einer Pneumokokken-Infektionen zu erkranken, gaben an, auch eine Pneumokokken-Impfung erhalten zu haben.
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In Deutschland erkranken jährlich etwa 400.000 bis 680.000 Menschen an einer ambulant erworbenen Pneumonie (CAP) (4). Häufigster Erreger sind Pneumokokken (5). Besonders gefährdet, an einer Pneumokokken-Infektion zu erkranken, sind Menschen mit geschwächtem Immunsystem. Für den Schutz von immunsupprimierten Patienten vor einer Pneumokokken-Infektion empfiehlt die STIKO eine sequenzielle Pneumokokken-Impfung mit einem 13-valenten Konjugatimpfstoff (z.B. Prevenar 13®) gefolgt von einem 23-valenten Polysaccharidimpfstoff (6).

Viele dieser Hochrisikopatienten unterschätzen jedoch die Gefahr. Nach Ergebnissen der PneuVUE®-Befragung glauben nur rund 20% der Befragten, ein erhöhtes Risiko für eine Lungenentzündung zu haben. Doch das erhöhte Risiko lässt sich beziffern: Krebs-Patienten haben ein 3,5-fach höheres Risiko an einer Pneumonie zu erkranken, bei Patienten mit Rheumatoider Arthritis ist das Risiko um den Faktor 2,6 erhöht, bei Patienten mit chronischem Nierenversagen sogar um dem Faktor 5,4 (7).

Fachärzte können bei Impf-Empfehlungen einen entscheidenden Beitrag leisten

Die PneuVUE®-Umfrage macht deutlich, dass Ärzte einen zusätzlichen Beitrag für höhere Impfraten leisten können. Von den gegen Pneumokokken geimpften Hochrisikopatienten gaben 62% an, der Empfehlung des Hausarztes gefolgt zu sein, 23% der des Facharztes. Die KAP-Studie (KAP: knowledge, attitude and practice) – eine repräsentative Umfrage, für die über 1.200 Ältere zu ihrem Wissen, ihrer Einstellung und ihrer Praxis in Bezug auf verschiedene Impfungen befragt wurden – zeigt zudem, dass insbesondere bei der Pneumokokken-Impfung die Bereitschaft, sich impfen zu lassen, mit dem Wissen über die Impfung assoziiert zu sein scheint (8).

Für den behandelnden Arzt bedeutet dies, den Hochrisikopatienten zu identifizieren und eine individuelle Impf-Beratung durchzuführen: „Allgemeinmediziner und Fachärzte sollten durch eine enge Zusammenarbeit sicherstellen, dass Hochrisikopatienten über ihre erhöhte Infektionsgefahr informiert sind“, betont Prof. Dr. med. Christof von Eiff, Medizinischer Direktor Impfstoffe Deutschland bei Pfizer. „Dafür kann es durchaus sinnvoll sein, Patientenbriefe auszutauschen und bei Bedarf Impf-Empfehlungen auszusprechen. Dass über 90% der Hochrisikopatienten der Impf-Empfehlung ihres Arztes folgen würden, zeigt nicht nur, dass Patienten den Entscheidungen ihres Arztes vertrauen, sondern auch, dass eine Impf-Empfehlung in nahezu jedem Fall umgesetzt wird.“

Dennoch gaben nur 22% der Hochrisikopatienten in der aktuellen PneuVUE®-Umfrage an, eine Pneumokokken-Impfung erhalten zu haben. Nur 15% der Teilnehmer waren es in der Vergleichsgruppe ohne ein erhöhtes Risiko. Damit bestätigt die Umfrage Ergebnisse aus anderen Untersuchungen, die zu niedrige Pneumokokken-Impfraten bei Hochrisikopatienten aber auch bei Menschen über 50 Jahren im Allgemeinen konstatieren. Die Gründe für die niedrigen Impfquoten werden in Fachkreisen immer wieder kontrovers diskutiert. Der Aufklärungsbedarf in Sachen Lungenentzündung und Pneumokokken-Infektion ist offenbar groß: So wusste etwa jeder fünfte Hochrisikopatient nicht genau, was eine Lungenentzündung ist. Von einer Impfung gegen Pneumonie hatten lediglich 39% der Hochrisikopatienten gehört.

Für die PneuVUE®-Umfrage wurden Erwachsene im Alter von über 50 Jahren befragt. Von den insgesamt 1.001 deutschen Teilnehmern wurden 12% als Hochrisikopatienten für Infektionskrankheiten eingestuft, da diese Teilnehmer nach eigenen Angaben unter einer Begleiterkrankung wie HIV, einem geschwächten Immunsystem, einer Krebserkrankung oder Asplenie litten oder ein Organtransplantat erhalten hatten.

Quelle: Pfizer

Literatur:

(1) Ipsos Mori. PneuVUE-Umfrage. Neue Sichtweisen der Pneumonie bei älteren Erwachsenen, 2016. Stichprobengröße für Deutschland: n=1.001
(2) Poethko-Müller C, Schmitz R (2013): Bundesgesundheitsblatt 56:845-857 DOI 10.1007/s00103-013-1693-6
(3) Braeter U, Schulz M, Goffrier B et al. (2016) Versorgungsatlas-Bericht Nr. 16/04 DOI: 10.20364/VA-16.04
(4) Schnoor M et al. The CAPNETZ study group - Approaches to estimate the population-based incidence of community acquired pneumonia- J Infect 2007; 55: 233-9.
(5) Welte T et al., Clinical and economic burden of community-acquired pneumonia among adults in Europe. Thorax 2012; 67:71–79.
(6) Robert Koch-Institut. Epidemiologisches Bulletin 34/2017. www.rki.de/EpidBull/34_17
(7) Pelton S et al. (2015) BMC Infect. Dis. 15, 470 DOI 10.1186/s12879-015-1162-y
(8) Klett-Tammen et al. (2016) Determinants of tetanus, pneumococcal and influenza vaccination in the elderly: a representative cross-sectional study on knowledge, attitude and practice (KAP) 16:121; DOI 10.1186/s12889-016-2784-8


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