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Medizin

05. April 2018 Praxischeck der schnell wirksamen Insulin aspart-Formulierung

Postprandiale Hyperglykämien (PPH) können zu einer unzureichenden Diabeteseinstellung beitragen und das Risiko für Folgekomplikationen steigern (1,2). Seit mittlerweile einem Jahr steht für Erwachsene mit Diabetes, die keine ausreichende postprandiale Blutzuckerkontrolle erreichen, die schnell wirksame Insulin aspart-Formulierung Fiasp® zur Verfügung (3). Durch den schnelleren Wirkeintritt gelingt es Fiasp® im Vergleich zu konventionellem Insulin aspart (NovoRapid®) dem physiologischen Insulinprofil Gesunder noch näher zu kommen (4). Über die Herausforderung der PPH im Diabetesmanagement und seine Praxiserfahrungen mit Fiasp® berichtete der Internist Dr. Marcel Kaiser, Frankfurt am Main, im Rahmen einer Pressekonferenz. In der Patientenansprache und im Diabetesmanagement solle dabei berücksichtigt werden, dass Menschen mit Typ-1 und Typ-2-Diabetes unterschiedlich mit der Erkrankung umgehen.
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„Menschen mit Typ-1-Diabetes erkranken oft bereits in jungen Jahren und befassen sich deshalb frühzeitig intensiv mit dem Krankheitsmanagement und der Insulintherapie“, erläuterte Dr. Kaiser. Auch im Bezug auf PPH seien sie häufig hoch sensibilisiert und besorgt. Sie kennen die Symptome der PPH, die sich in Form von Müdigkeit und Abgeschlagenheit ganz unmittelbar auswirken können, fürchten aber teils auch die möglichen Langzeitkomplikationen, wie Schädigungen an den großen und kleinen Blutgefäßen (5,6,7,8). Die Korrektur von PPH gestalte sich allerdings oft schwierig. Für Erwachsene mit Diabetes, die keine ausreichende Blutzuckerkontrolle erreichen, steht die schnell wirksame Insulin aspart-Formulierung Fiasp® zur Verfügung. Im Vergleich zu konventionellem Insulin aspart (NovoRapid®) weist Fiasp® einen beschleunigten Wirkeintritt auf. Dadurch gelingt es Fiasp® im Vergleich zu konventionellem Insulin aspart dem physiologischen Insulinprofil Gesunder noch näher zu kommen (4). In den ersten 30 Minuten ist die Insulinkonzentration im Vergleich zu konventionellem Insulin aspart doppelt so hoch und die Insulinwirkung um 74% höher, wie pharmakologische Untersuchungen zeigten (3,4). Durch den schnellen Wirkeintritt ist eine Gabe bis zu 2 Minuten vor Beginn einer Mahlzeit und bis zu 20 Minuten nach Beginn einer Mahlzeit möglich (3). „Dies bietet Flexibilität in der Handhabung bei den Mahlzeiten“ fasste Dr. Kaiser zusammen.

Typ-1-Diabetes: Wirksame Behandlungsoption über 52 Wochen

In der zulassungsrelevanten Studie onset® 1 erhielten Erwachsene mit Typ-1-Diabetes (n = 1.143) entweder Fiasp® zur Mahlzeit oder 20 Minuten nach Beginn einer Mahlzeit oder NovoRapid® zur Mahlzeit, jeweils in Kombination mit einem Basalinsulin (9). Nach 52 Wochen war die Absenkung des HbA1c statistisch signifikant höher unter prandialer Gabe von Fiasp® als unter prandialer Gabe von NovoRapid® (ETD*: (95% KI): -0,10% (-0,19; -0,00); p=0,0424). Die postprandiale Plasmaglucose (PPG) stieg im standardisierten Mahlzeitentest unter Fiasp® nach einer Stunde signifikant niedriger an verglichen mit NovoRapid® (ETD: -0,91 mmol/l (95%-KI: -1,40; -0,43) bzw. -16,48 mg/dl (95%-KI: -25,17; -7,80); p = 0,0002). Nach zwei Stunden war der Unterschied zwischen beiden Insulinen nicht mehr signifikant (ETD: -0,42 mmol/l (95%-KI:-1,11; 0,27) bzw. -7,60 mg/dl (-19,98; 4,78)) (10). „Diese Studienergebnisse bestätigen die schnell wirksame Insulin aspart-Formulierung auch über einen Behandlungszeitraum von einem Jahr als wirksame Therapieoption“, so Dr. Kaiser.

Typ-2-Diabetes: Verbesserung bei postprandialer Blutzuckereinstellung

„Im Vergleich zu Menschen mit Typ-1-Diabetes gehen Menschen mit Typ-2-Diabetes häufig anders mit der Erkrankung um. Sie stehen der Insulintherapie wenig offen gegenüber und möchten sie so spät wie möglich beginnen. Das stellt den behandelnden Arzt vor besondere Herausforderungen in Bezug auf die Therapietreue“, so Dr. Kaiser aus eigener Erfahrung. Eine zusätzliche Messung und Behandlung der Blutzuckerspitzen nach den Mahlzeiten erscheine hier daher oft erst einmal schwierig. Doch gerade bei Menschen mit Typ-2-Diabetes, die mit ihrer bisherigen Therapie an ihre Grenzen gestoßen sind, lohne sich der konsequente Blick auf die PPH, so Kaiser.

Fiasp® wurde in den Zulassungsstudien auch im Bereich Typ-2-Diabetes geprüft. In der Studie onset® 2 erhielten Erwachsene mit Typ-2-Diabetes (n = 689) über 26 Wochen Fiasp® oder NovoRapid® jeweils zu den Mahlzeiten in Kombination mit einem Basalinsulin und Metformin. Die Senkung des HbA1c war unter beiden Insulinen vergleichbar (ETD: -0,02% (95%-KI: -0,15; 0,10)). Im standardisierten Mahlzeitentest stieg unter Fiasp® die postprandiale Plasmaglucose (PPG) nach einer Stunde verglichen mit NovoRapid® signifikant geringer an (ETD: -0,59 mmol/l (95%-KI: -1,09; -0,09) bzw. -10,6 mg/dl (95%-KI: -19,6; -1,7); p = 0,0198). Nach 2 Stunden war der Unterschied zwischen beiden Insulinen nicht mehr signifikant (ETD: -0,36 mmol/l (95%-KI:-0,81; 0,08) bzw. -6,6 mg/dl (-14,5; 1,4)) (11).

Die Rate schwerer oder durch Blutzuckermessungen bestätigter Hypoglykämien war in beiden Studien, onset® 1 und onset® 2, unter Fiasp® vergleichbar zu NovoRapid®. Infolge des früheren Wirkeintritts von Fiasp® kann eine mögliche Hypoglykämie im Vergleich zu NovoRapid® jedoch früher nach einer Injektion auftreten, was auch in den Studien onset® 1 und onset® 2 beobachtet wurde (9,10,11).

„Meine persönlichen Erfahrungen aus der Praxis nach einem Jahr haben für mich gezeigt, dass nicht nur Menschen mit Typ-1 sondern auch mit Typ-2-Diabetes mit Fiasp® von einer Verbesserung der Kontrolle der PPH profitieren können. Kommt es bei Menschen mit Typ-2-Diabetes zur Neueinstellung auf ein Mahlzeiteninsulin, spricht aus meiner Sicht nichts dagegen, direkt mit der schnell wirksamen Insulin aspart-Formulierung, also Fiasp®, zu beginnen.“, resümierte Dr. Kaiser.

* Estimated Treatment Difference

Quelle: Novo Nordisk

Literatur:

(1) International Diabetes Federation (IDF), Guideline for Management of PostMeal Glucose in Diabetes, 2011; https://www.idf.org/our-activities/advocacy-awareness/resources-and-tools/82:management-of-postmeal-glucose.html.
(2) Madsbad S. J Diabetes Complications 2016;30:374-385.
(3) Fachinformation Fiasp®, aktueller Stand.
(4) Heise T et al. Clin Pharmacokinet 2017;DOI 10.1007/s40262-017-0514-8.
(5) Goedendorp M et al. Diabetes Care 2014;37:73-80.
(6) De Carvalho VF et al. Nutr Hosp 2012;27:1391-1398.
(7) Ceriello A et al. Diabetes 2004;53:701-710.
(8) Fowler W. Clin Diabetes 2008;26:77-82.
(9) Russell-Jones D et al. Diabetes Care 2017; 40:943–950.
(10) Mathieu C et al. Diabetes Obes Metab. 2018; 1-8.
(11) Bowering K et al. Diabetes Care. 2017; 40:951-957.


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