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Medizin

11. April 2016 Primäre axilläre Hyperhidrose: Therapiesicherheit und Erstattungsfähigkeit von Methantheliniumbromid

Mit der Zulassung von VAGANTIN® RIEMSER wird die Bedarfs- und Dauertherapie der primären axillären Hyperhidrose erstattungsfähig (1). Der Wirkstoff Methantheliniumbromid hat sich bereits seit über 50 Jahren in der Therapie der Hyperhidrose bewährt. Über den Einsatz des systemischen, nicht ZNSgängigen Medikaments diskutierten Experten im Rahmen einer Veranstaltung der RIEMSER Pharma am 14. März in Berlin (2).

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Nach aktuellen Erhebungen leiden etwa 16,3% der Deutschen im Alter zwischen 16 und 70 Jahren an Hyperhidrose - krankhaftem, übermäßigem Schwitzen (3). Die häufigste Art der fokalen Hyperhidrose ist das axilläre Schwitzen. Die Hyperhidrose kann aber auch palmar-plantar oder generalisiert auftreten. Hyperhidrose hat oftmals erhebliche Auswirkungen auf das berufliche, körperliche, emotionale und soziale Leben der Betroffenen (4). Obwohl Patienten von den Symptomen der Hyperhidrose beeinträchtigt sind, sucht über die Hälfte von ihnen (55%) keinen Arzt auf (3).

Bewährter Wirkstoff mit belegter Wirksamkeit

Bei Vorliegen einer primären axillären Hyperhidrose senkt Methantheliniumbromid die Schweißproduktion signifikant, wie eine randomisierte, plazebokontrollierte, doppelblinde Phase IIIb-Studie mit 339 Teilnehmern zeigte (4): Die dreimal tägliche Gabe von 50 mg Methantheliniumbromid verringerte die mittlere axilläre Schweißsekretion signifikant gegenüber Plazebo (p=0,004). "Die Studiendaten zeigen, dass Patienten auch von einer signifikanten Verbesserung ihrer Lebensqualität profitieren", so Dr. Petra Sandow, Fachärztin für Allgemeinmedizin, Berlin (2). Die Lebensqualität, ermittelt über den Dermatology Life Quality Index (DLQI) und den Hyperhidrosis Disease Severity Score (HDSS), verbesserte sich unter Methantheliniumbromid im Vergleich zu Plazebo signifikant (HDSS: p=0,002; DLQI: p=0,003) (4). Als wirkbedingte Nebenwirkung kann Mundtrockenheit auftreten (4). Da Methantheliniumbromid kaum die Blut-Hirn-Schranke überwindet, sind kaum ZNS-bedingte Nebenwirkungen zu erwarten (4).

Erleichterter Zugang zu einer bewährten Therapie

"Die Studienergebnisse untermauern die Erfahrungen mit Methantheliniumbromid aus der klinischen Praxis", so Dr. Sandow (2). Die gute Datenlage zur Wirksamkeit und Sicherheit der Therapie aus einer Phase IIIb-Studie in Verbindung mit der langjährigen Anwendungserfahrung waren Grundlage der kürzlich erfolgten Zulassung von VAGANTIN® RIEMSER (4). „Generell waren Patientinnen bisher aufgrund des hohen Leidensdrucks bereit, die Kosten selbst zu tragen", berichtete der Gynäkologe Dr. Matthias Krick, Moers. "Durch die Erstattungsfähigkeit ist der Zugang zu Methantheliniumbromid für viele Patienten erleichtert" (2). Im Gegensatz zu anderen Verfahren wie der topischen Anwendung oder der axillären Injektion von Botulinumtoxin A bietet Methantheliniumbromid die Möglichkeit einer systemischen Therapie bei oraler Gabe. Der planbare, schnelle Wirkeintritt ist nach 30-60 Minuten möglich und dauert bis zu sechs Stunden an (5). "Dadurch wird sowohl der situative als auch der dauerhafte Einsatz mit dreimal täglicher Gabe möglich. Der Mundtrockenheit können Patienten durch Kaugummi kauen und mundbefeuchtende oder speichelanregende Sprays entgegenwirken", so Dr. Sandow (2).

Schwitzsymptomatik gezielt erfragen

Primäre Hyperhidrose tritt überwiegend fokal axillär, aber auch palmar-plantar oder generalisiert auf. Bei Betroffenen kann sich das übermäßige Schwitzen bereits im Jugendalter manifestieren, wobei oft eine familiäre Häufung vorliegt. Nicht selten tritt die erhöhte Schweißproduktion auch in Situationen innerer Anspannung oder unter Stress auf. Ausgeprägte Formen der Hyperhidrose können die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen, wie Dr. Sandow berichtete: "Bei Vorliegen anderer, mitunter chronischer Erkrankungen kann das übermäßige Schwitzen deren Leidensdruck verstärken. Dies kann zu seelischen Problemen führen und Patienten sogar bis in die soziale Isolation treiben." Betroffene erkennen ihr übermäßiges Schwitzen selten als Erkrankung, was auf das starke Schamgefühl zurückgeführt werden kann, mit dem die Erkrankung generell behaftet ist. Deshalb riet Dr. Sandow ihren Kollegen dazu, übermäßiges Schwitzen immer gezielt bei Patienten zu erfragen und zu behandeln. „Dermatologen begegnet die Hyperhidrose oft in Form von Folgeerkrankungen der erhöhten Hautdurchfeuchtung wie zum Beispiel Tinea pedis, Keratoma sulcatum, Verrucae vulgares oder Erythrasma in stark schwitzenden Bereichen", ergänzte Prof. Dr. Thomas Dirschka, Wuppertal (2).

Literaturhinweise:
(1) Fachinformation VAGANTIN® RIEMSER, Stand 15. November 2015
(2) Pressegespräch „Neue Aspekte im Therapiemanagement mit Methantheliniumbromid“, Berlin, 14. März 2016
(3) Augustin M et al. Dermatology 2013; 227: 10-13
(4) Müller C et al. J Eur Acad Dermatol Venereol 2013; 10: 1278-1284. Methantheliniumbromid (in der Studie als VAGANTIN® untersucht) ist in
Deutschland als VAGANTIN® RIEMSER zugelassen
 

Quelle: RIEMSER


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