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Medizin

30. September 2014 Probiotika im Sport: Weniger Beschwerden im Training und fitter in die Wettkampfsaison

Sportler, die regelmäßig Probiotika einnehmen, fangen sich im Winter seltener einen Infekt ein und haben im Training und bei Wettkämpfen weniger Magen-Darm-Beschwerden. Dies zeigte eine Placebo-kontrollierte Studie mit Lactobacillus casei Shirota besonders deutlich. Deshalb versorgen Ernährungsexperten am Olympiastützpunkt Bayern ihre Athleten prophylaktisch mit einem fermentierten Getränk mit dem probiotischen Bakterienstamm Lactobacillus casei Shirota.

 

© Yakult Deutschland GmbH
 


Husten, Schnupfen oder Halsschmerzen sind für Leistungs- und ambitionierte Freizeitsportler keine Lappalie: Mit jedem Trainingsausfall sinken die Chancen, das optimale Leistungsniveau zu erreichen. Infektionsprophylaxe ist deshalb wichtig - und findet beim Olympiastützpunkt Bayern auch in der Ernährungsberatung statt. Schwerpunkte bilden hier die maßgeschneiderte Versorgung mit Nährstoffen und der Einsatz von Probiotika.

Top-Athleten: Hoher Stresspegel, ungeeignete Ernährung

Ursache für eine erhöhte Infektanfälligkeit ist nicht nur die erhöhte Keimdichte in den Wintermonaten, sondern vor allem Stress. Er kann beispielsweise durch intensive Ausdauerbelastung, psychischen Druck oder Wettkämpfe in Hitze und großer Höhe entstehen. Eine erhöhte Ausschüttung von Stresshormonen basiert aber auch oft auf falscher Ernährung, vor allem auf Energiedefiziten und Kohlenhydratmangel - ein Problem, das die Low-Carb-Welle noch verstärkt. Kommen mehrere dieser Faktoren zusammen, kann es zu einer Immunsuppression und erhöhter Infektanfälligkeit kommen. "Bei Olympischen Spielen, Europa- und Weltmeisterschaften sind Infekte der oberen Atemwege die Erkrankung, die am häufigsten medizinisch behandelt werden muss", sagte Dr. Claudia Osterkamp-Baerens, Ernährungsberaterin beim Olympiastützpunkt Bayern, auf dem Yakult Kolloquium am 15./16. Mai 2014 in Bonn.

Probiotika halbieren die Erkältungsrate

Die wichtigste Ernährungsintervention zur Senkung des Stresspegels bei Sportlern ist eine ausreichende Versorgung mit Energie und Kohlenhydraten: "30-60 g Kohlenhydrate pro Stunde während intensiver Ausdauerbelastung reduzieren die Ausschüttung von Stresshormonen und Entzündungsparametern", so Dr. Osterkamp-Baerens. Effektiv ist außerdem die gezielte Zufuhr von Probiotika. Studien zufolge können bestimmte probiotische Stämme das Risiko für Erkältungskrankheiten reduzieren. Überzeugend zeigte dies beispielsweise eine doppelblinde, Placebo-kontrollierte Studie mit 84 Ausdauersportlern, von denen die Hälfte 16 Wochen lang täglich morgens und abends ein fermentiertes Getränk mit dem probiotischen Bakterienstamm Lactobacillus casei Shirota (LcS) zu sich nahm. Die andere Hälfte bekam ein Placebo. Nach vier Monaten Wintertraining mit durchschnittlich zehn Stunden pro Woche hatten 66% der Verum-Gruppe eine Erkältung versus 90 % der Placebogruppe. Insgesamt traten in der LcS-Gruppe halb so viele Erkältungsepisoden auf wie in der Placebogruppe. Eine Erklärung für den Infektionsschutz könnte die immunmodulierende Wirkung von Probiotika sein. So sinkt die Konzentration von Immunglobulin A im Speichel (sIgA) während intensiver Trainingsphasen in der Regel deutlich - und damit steigt das Risiko für Erkältungsinfekte. Unter dem Einfluss von Probiotika sinken die sIgA-Spiegel dagegen weniger stark.
 

©Yakult Deutschland GmbH


Aufgrund dieser eindeutigen Ergebnisse kooperiert der Olympiastützpunkt Bayern mit Yakult: Das Unternehmen liefert seine Produkte landesweit an acht Stützpunkte, konkret an Regionalzentren und Skiinternate. Dort stehen gefüllte Kühlschränke, aus denen sich die Sportler bedienen können: "Wir empfehlen den Athleten, das Probiotikum in der Herbst- und Wintersaison durchgehend zu trinken", sagte Dr. Osterkamp-Baerens. Das Angebot kommt gut an, zum einen weil die Produkte für die Sportler leicht zugänglich und immer verfügbar sind, zum anderen weil es ein Lebensmittel und kein Nahrungsergänzungsmittel ist: "Gerade im Nachwuchssport wollen wir aus pädagogischen Gründen Nahrungsergänzungsmittel in Tabletten- oder Pulverform soweit wie irgend möglich vermeiden", so Dr. Osterkamp-Baerens.

Belastungsinduzierte Störung der Darmbarriere

Probiotika helfen vermutlich auch bei einem weiteren Problem: Magen-Darm-Beschwerden wie Bauchschmerzen, Magendruck, Erbrechen, Blähungen, oder Krämpfe sind die Hauptursache für den Abbruch von Wettkämpfen. Als Ursache dieser Beschwerden gilt die massive Blutumverteilung im Körper unter intensiver Ausdauerbelastung. Muskulatur, Haut und Gehirn werden dann besser, der Darm schlechter durchblutet. Studien stellten eine Minderdurchblutung von 50% fest, manche sogar von 80%. Möglicherweise verursacht die Minderdurchblutung eine Störung der Darmbarriere und eine Verschiebung der Mikrobiota. Es wird diskutiert, ob Probiotika die Mikrobiota günstig beeinflussen und die Funktion der Darmbarriere wieder herstellen können.  "Auch wenn derzeit noch systematische Studien fehlen, die diesen Zusammenhang untermauern, berichten in der Praxis  Sportler immer wieder, dass ihre belastungsinduzierten Probleme im Magen-Darm-Bereich seit dem Einsatz des probiotischen Getränkes zurückgegangen sind", sagte Dr. Osterkamp-Baerens.

Literaturhinweis:
Gleeson M, Bishop NC, Oliveira M, Tauler P (2011).
Daily Probiotic´s (Lactobacillus casei Shirota) Reduction of Infection Incidence in Athletes.
Int J Sport Nutr Exerc Metab 21: 55-64

Quelle: Yakult Deutschland GmbH


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