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Medizin

03. Februar 2016 Prostatakrebs: Nur jeder Vierte nutzt regelmäßig das Vorsorge-Angebot ab 45 Jahren

Am 4. Februar ist Weltkrebstag: In Thüringen erkranken jährlich rund 1.800 Männer neu an Prostatakrebs. Die Erkrankungsrate mit ca. 106 Neuerkrankungen pro 100.000 Einwohner liegt damit leicht unter dem Bundesdurchschnitt.  Das Prostatakarzinom ist die häufigste Krebserkrankung des Mannes. Allerdings: "Männer sind leider immer noch Vorsorgemuffel. Das muss sich ändern", betont Prof. Dr. Oliver Grimm, Direktor der Klinik für Urologie an der Uniklinik Jena (UKJ) anlässlich des Weltkrebstages am 4. Februar.

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Nur jeder vierte Mann nutzt regelmäßig das Angebot der Vorsorge ab dem 45. Lebensjahr. Prof. Grimm: "Dabei kann durch gründliche Untersuchungen gerade Prostatakrebs früh erkannt und damit auch besser behandelt werden."

In Deutschland haben Männer ab 45 jährlich die Möglichkeit einer Untersuchung auf Prostatakrebs. Im gesetzlichen Früherkennungsprogramm sind etwa die Abtastung der Prostata und der dazu gehörigen Lymphknoten in der Leiste vorgesehen. Entscheidend sei dann im Anschluss eine exakte Abklärung im Verdachtsfall. "Gerade beim Prostatakrebs gibt es viele Tumoren, die keiner Behandlung bedürfen", sagt Prof. Grimm. Daher setzen die UKJ-Experten u.a. auf das Prostata-MRT. "Mit dem MRT können die bösartigen Tumoren frühzeitig nachgewiesen werden, selbst wenn sie noch sehr klein sind", betont Prof. Dr. Ulf Teichgräber, Direktor der Radiologie am UKJ.  Die MRT-Bilder werden dann auch für die Diagnosesicherung genutzt: "Im MRT oder durch Übertragung der Bilder in unsere Ultraschallgeräte können wir gezielt Gewebeproben aus verdächtigen Arealen entnehmen", so Prof. Grimm. Aufgrund dieser Untersuchungsergebnisse könne dann fundiert entschieden werden, ob ein operativer Eingriff wirklich nötig ist.

Auch auf dem Gebiet der operativen Entfernung des Prostatakarzinoms gab es in den vergangenen Jahren enorme Fortschritte. Am Universitätsklinikum Jena wurden seit 2011 bereits über 600 Operationen mit Hilfe eines DaVinci-Operationsroboters durchgeführt. "Neben der schnelleren Erholung bietet dieses Operationsverfahren vor allem den Vorteil, dass wir unsere Patienten nicht nur von den Tumoren befreien, sondern gleichzeitig wichtige Funktionen wie die Potenz und Kontinenz so optimal wie möglich erhalten können", erklärt der Urologe Grimm. Auch die Komplikationsrate bei den robotergestützten Eingriffen läge deutlich niedriger, wie eine Krankenkassenstudie mit über 20.000 Patienten gezeigt hat. Der Operationsroboter am UKJ ist der einzige dieser Art im Freistaat.

Die Daten zur Diagnose und Behandlung von Patienten mit Prostatakarzinom werden in den klinischen Krebsregistern gespeichert und ausgewertet. In Thüringen sind dies die klinischen Standorte in Jena, Erfurt, Gera, Nordhausen und Suhl.

Quelle: Universitätsklinikum Jena


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