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Medizin

27. Juni 2019 Psoriasis-Arthritis: Interleukin-17A-Inhibitor Secukinumab hemmt Progression

Im Rahmen des europäischen Jahreskongresses für Rheumatologie (EULAR) wurden neue Daten aus den Studien MAXIMISE und FUTURE 5 präsentiert. Diese belegen die Wirksamkeit und Sicherheit des Interleukin-17A-Inhibitors Secukinumab in der Behandlung axialer Manifestationen der PsA sowie die Hemmung der radiologischen Progression über einem Zeitraum von 2 Jahren (1,2).
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Fachinformation
Die laufende 52-wöchige Phase-IIIb-Studie MAXIMISE hat sowohl den primären als auch den sekundären Endpunkt erreicht. 63,1% der mit 300 mg Secukinumab (Cosentyx®) und 66,3% der mit 150 mg behandelten Patienten erzielten eine 20%ige Verbesserung der axialen Symptome gemäß der Klassifikationskriterien der Assessment of SpondyloArthritis international Society (ASAS20-Ansprechen) in Woche 12 (je p<0,0001) (1). Unter Placebo erreichten lediglich 31,3% der Patienten dieses Ziel (1). Eine Linderung der Beschwerden konnte unter Secukinumab bereits in Woche 4 beobachtet werden (1).

Begleitende Gelenkschmerzen

„Patienten mit Psoriasis-Arthritis können neben Gelenkschmerzen auch unter einer entzündlichen Manifestation der PsA an der Wirbelsäule leiden, wobei diese zusätzliche Schmerzen verursacht und die Mobilität einschränken kann“, so PD Dr. Uta Kiltz, Bochum. „Die MAXIMISE-Daten liefern Ärzten weitere klinische Evidenz für die Wirksamkeit von Secukinumab – nun erstmals auch für den Einsatz bei axialen Beschwerden der Psoriasis-Arthritis.”

Dauerhafte Bewegungseinschränkungen

Die PsA gehört zum Krankheitskomplex der Spondyloarthritiden und ist eine entzündlich-rheumatische Erkrankung, die die Gelenke befällt und eng mit der Psoriasis vulgaris assoziiert ist. So leiden bis zu 40% der Psoriasis-Patienten auch unter einer PsA (3). Die PsA ist eine komplexe Erkrankung mit multiplen Manifestationen, die eine hohe Krankheitslast der Patienten verursachen (4,5). Im Verlauf kommt es vermittelt durch artikuläre Entzündungen zu einer Zerstörung der Gelenkstruktur, die sich als Erosion und Gelenkspaltverschmälerung, vornehmlich in den Händen und Füßen, darstellt (6). Irreversible Schäden und dauerhafte Bewegungseinschränkungen sind die Folge (7). Diese radiologische Progression tritt bei der Hälfte der PsA-Patienten auf (7).

Irreversible Schädigungen

„Bei etwa der Hälfte der PsA-Patienten kommt es innerhalb von 2 Jahren zu strukturellen Veränderungen an den Gelenken. Diese irreversible Schädigung hat einen erheblichen Einfluss auf die Lebensqualität und die Erwerbsfähigkeit der Betroffenen,“ so Kiltz. „Neben einer wirksamen Linderung der Beschwerden sollte daher die langfristige Verhinderung der röntgenologischen Progression in der Auswahl der medikamentösen Therapie ebenfalls eine entscheidende Rolle spielen.“

Prävention mit Secukinumab

Bei bis zu 89,5% der mit Secukinumab 300 mg über 2 Jahre behandelten PsA-Patienten konnte einer weiteren Gelenkschädigung vorgebeugt und die radiologische Progression (mTSS <0,5) gestoppt werden (2). Dies zeigen im Rahmen des EULAR veröffentlichte Daten der FUTURE 5-Studie von Novartis. In der Studie wurde die Wirksamkeit von Secukinumab auf die Symptome und die radiologische Progression der PsA untersucht. 89,5% (300 mg), 82,3% (150 mg) und 81,1% (150 mg ohne loading dose (LD)) der mit Secukinumab behandelten PsA-Patienten erfuhren über 2 Jahre keine radiologische Progression (2). 77% der mit 300 mg Secukinumab behandelten Patienten zeigten zudem über 2 Jahre ein ACR20-Ansprechen (American College of Rheumatology), 51,9% eine ACR50-Antwort, 70,1% erzielten ein PASI 90-Ansprechen und 49,5% ein PASI 100-Ansprechen (Psoriasis Area and Severity Index) (2). Auch die mit 150 mg niedrigste Dosierung erzielte positive Ergebnisse (79,4% ACR20, 52,6% ACR50, 59,2% PASI 90 und 44,2% PASI 100) (2).
Die beim diesjährigen EULAR präsentierten Daten zeigen erstmals die Wirksamkeit von Secukinumab bei der axialen Manifestation von PsA. Sie bestätigen zudem erneut, dass die Behandlung mit Secukinumab die radiologische Progression bei einem Großteil der behandelten PsA-Patienten langfristig aufhalten kann.

Quelle: Novartis

Literatur:

(1) Baraliakos X et al. OP0235 Secukinumab improves axial manifestations in patients with psoriatic arthritis and inadequate response to NSAIDS: primary analysis of the MAXIMISE trial. Presented at the annual European League Against Rheumatism (EULAR) 2019.
(2) Mease P et al. Subcutaneous secukinumab 300mg and 150mg provides sustained inhibition of radiographic progression in psoriatic arthritis over 2 years: Results from the Phase 3 FUTURE-5 trial. Presented at the Annual European Congress of Rheumatology (EULAR) 2019.
(3) Mease PJ et al. Drugs. 2014; 74: 423-41.
(4) Ritchin CT et al. N Engl J Med. 2017; 376 (10): 957-970.
(5) Kavanaugh A et al. Rheumotol Ther. 2016; 3 (1); 91-102.
(6) Landewe R et al. Radiographic progression in rheumatoid arthritis. https://www.clinexprheumatol.org/article.asp?a=2688. Abgerufen: Mai 2019.
(7) Gladman D et al. Arthritis Res Ther. 2010; 12: R113.


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