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Medizin

21. November 2018 Psoriasis-Arthritis: Langzeitstudie belegt Wirksamkeit von Ustekinumab

Auf dem 46. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie (DGRh) in Mannheim wurden neue Daten aus einer Real-World-Kohorte (n = 336) der nichtinterventionellen Studie SUSTAIN* vorgestellt. Die Daten weisen auf eine hohe Effektivität von Ustekinumab bei erwachsenen Patienten mit aktiver Psoriasis-Arthritis (PsA) hin – unabhängig von der Zahl der Vortherapien mit Biologika. Sowohl Biologika-naive als auch bereits mit einem Tumornekrosefaktor-Inhibitor (TNFi) vorbehandelte Patienten sprachen über einen Zeitraum von 76 Wochen vergleichbar gut auf eine Behandlung mit dem Interleukin (IL)-12/23-Inhibitor an. Zudem bewertetenPatienten ebenso wie die behandelnden Ärzte die Wirksamkeit von Ustekinumab in der Biologika-naiven Therapiesituation, verglichen mit einer ersten TNFi-Vortherapie (1), als besser.
 
Die Subgruppenanalyse der prospektiven, multizentrischen, nicht-interventionellen Studie SUSTAIN untersuchte die Wirksamkeit von Ustekinumab (Stelara®)über 76 Wochen, abhängig von der Anzahl der Biologika-Vortherapien. Demnach sank die mittlere Anzahl druckschmerzhafter und geschwollener Gelenke im Kollektiv Biologika-naiver Patienten (Baseline n = 151 bzw. n = 150) unter Ustekinumab bereits in Woche 16 um ca. 54% bzw. 56% relativ zur Baseline (8,1 vs. 3,7 bzw. 3,6 vs. 1,6). In Woche 76 war die mittlere Anzahl der jeweils betroffenen Gelenke um 74% bzw. 81% gegenüber dem Baseline-Wert reduziert (8,1 vs. 2,1 bzw. 3,6 vs. 0,7). Ein ähnlicher Effekt auf druckschmerzhafte und geschwollene Gelenke zeigte sich auch in der Subgruppe der Patienten, die bereits mit einem TNFi vorbehandelt worden waren (Baseline n = 81 bzw. n = 79). Unter dem IL-12/23-Inhibitor verringerte sich bereits in Woche 16 der mittlere Anteil der jeweils betroffenen Gelenke um 65% bzw. 54% (CI 95% 13,2 vs. 4,6 bzw. 4,6 vs. 2,1). In Woche 76 war dieser Anteil weiter reduziert um 74% bzw. 78% relativ zur Baseline (CI 95 % 13,2 vs. 3,4 bzw. 4,6 vs. 1,0) (1).

Die Subgruppenanalyse untersuchte auch, wie Ärzte und Patienten die Wirksamkeit von Ustekinumab nach 76 Wochen beurteilten. In der Biologika-naiven Subgruppe bewerteten 95,7% der Ärzte und 97,9% der Patienten die Wirksamkeit als „gut“ oder „sehr gut“. In der Subgruppe mit einer ersten TNFi-Vortherapie lag dieser Anteil bei Ärzten bzw. Patienten bei 74,0% bzw. 77,7% (1).

Hinweis auf hohe Effektivität bei Enthesitis

„Welche Therapie für den individuellen Patienten mit aktiver PsA am zielführendsten ist, hängt stark von den klinischen Manifestationen ab“, betonte Dr. Frank Behrens, Frankfurt, auf einem Symposium§ von Janssen während des Kongresses der DGRh. Eine Enthesitis tritt bei etwa jedem dritten PsA-Patienten als Manifestation auf (2). Sie ist teils wesentlich an der hohen Krankheitslast der Betroffenen beteiligt, da die entzündeten Sehnenansätze schmerzhaft sind und die Bewegung einschränken. In diesem Zusammenhang stellte Behrens Ergebnisse der prospektiven Beobachtungsstudie ECLIPSA** vor. Sie untersuchte die Wirksamkeit von
Ustekinumab (n = 24) gegenüber einer Gruppe von TNF-Inhibitoren†† (n = 26) bei PsA-Patienten mit aktiver Enthesitis‡‡. Nach 6 Monaten war diese Begleitmanifestation bei 70,8% der Patienten unter dem IL-12/23-Inhibitor vollständig abgeklungen (SPARCC = 0; primärer Endpunkt) gegenüber einem Anteil von 38,4% der TNFi-Gruppe†† (mittlerer SPARCC-Ausgangswert im Ustekinumab- bzw. TNFi-Arm: 4,9 bzw. 3,8) (3).

Dieser Hinweis auf eine gute Wirksamkeit von Ustekinumab bei aktiver PsA mit begleitender Enthesitis unterstreiche die Empfehlung der Group of Research and Assessment of Psoriasis and Psoriasis Arthritis (GRAPPA), sagte Behrens. Gemäß ihrer Empfehlung zur Behandlung der PsA kann Ustekinumab bei begleitender Enthesitis früh eingesetzt werden. Ist unter der Behandlung mit einem TNFi eine Therapieumstellung indiziert, sprechen sich die Autoren der Leitlinie u.a. für einen Biologika-Wechsel, zum Beispiel auf einen IL-12/23-Inhibitor, aus (4).

* Sustainability of effectiveness, safety and patient reported outcomes for UStekinumab in the Treatment of Active psoriatic arthritis IN a real-life Cohort.
Ustekinumab ist allein oder in Kombination mit Methotrexat für die Behandlung der aktiven psoriatischen Arthritis (PsA) bei erwachsenen Patienten indiziert, wenn das Ansprechen auf eine vorherige nicht-biologische
krankheitsmodifizierende antirheumatische (DMARD) Therapie unzureichend gewesen ist.
Erhebung der Beurteilung mittels Physician’s Global Assessment- bzw. Patient’s Global Assessment-Fragebogen.
** Enthesial CLearance In PSoriatic Arthritis.
†† Untersucht wurde die Wirkstoffklasse der TNF-Inhibitoren. Aussagen zur Wirksamkeit von Ustekinumab gegenüber einzelnen Vertretern dieser Wirkstoffklasse lassen sich daraus nicht ableiten.
‡‡ Mind. eine schmerzhafte Enthese gemäß SPARCC-Enthesitis-Index und MASES (SPARCC: Spondyloarthritis Research Consortium of Canada; MASES: Maastricht Ankylosing Spondylitis Enthesitis Score).
§ Lunchsymposium „Individualisierte Therapie oder therapierte Individuen? Behandlungsentscheidungen bei der PsA und SLE“, Mannheim, 21. September 2018.

Quelle: Janssen

Literatur:

(1) Wendler J et al., DGRh 2018, Poster SpA. 45.
(2) Kavanaugh A et al., Rheumatol Ther 2016;3:91-102.
(3) Araujo EG et al., Arthritis Rheumatol 2017;69(suppl 10).
(4) Coates LC et al., Arthritis Rheumatol 2016;68:1060-1071.


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